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News aus der Mountainbike Cross-Country-Szene: Munter dreht sich das Fahrerkarussell

News aus der Mountainbike Cross-Country-Szene: Munter dreht sich das Fahrerkarussell

News aus der Mountainbike Cross-Country-Szene: Munter dreht sich das Fahrerkarussell

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Wenn in weniger als zwei Monaten die Weltelite des Mountainbikesports erstmals seit einem halben Jahr beim Auftakt des Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cups in Albstadt zusammenkommt, wird der eine oder andere Beobachter vermutlich etwas irritiert auf die Startreihen blicken: Wie in vielen anderen Sportarten auch, bietet die Zeit zwischen den Jahren die Möglichkeit, für Fahrerinnen und Fahrer ihre Verträge auf den Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls die Teams zu wechseln. Grund genug also, sich einen Überblick zu verschaffen unter welcher Flagge einige Favoritinnen und Favoriten beim Weltcupauftakt in Albstadt unterwegs sein werden.

Selten zuvor waren die Veränderungen innerhalb der Rennszene derart drastisch wie in diesem Jahr. Das liegt in erster Linie daran, dass etliche Profiverträge im olympischen Zyklus unterschrieben werden und da die Spiele eigentlich 2020 in Tokio hätten stattfinden sollen, liefen Ende des vergangenen Jahres einige Kontrakte aus. Sowohl die amtierende Weltmeisterin als auch der amtierende Weltmeister werden in Albstadt in neuen Teamfarben an den Start gehen. Zudem wechselte eine Vielzahl von Fahrerinnen und Fahrern mit Podiumsambitionen ihren Arbeitgeber, sodass sich die Rennszene in dieser Saison in einem äußerst veränderten Zustand wiederfindet.

Neue Teams für die beiden Weltmeister

Insbesondere die Wechsel der beiden französischen Weltmeister Pauline Ferrand-Prévot und Jordan Sarrou sorgten für Aufsehen innerhalb der Branche. Ferrand-Prévot verlässt dabei nach vielen Jahren den deutschen Radhersteller Canyon und wechselt in die Equipe Absolute Absalon-BMC, die von ihrem langjährigen Lebensgefährten Julien Absalon geleitet wird. Die Französin, die es in den Jahren 2014/2015 als einzige Athletin jemals schaffte, in den Disziplinen Straße, Cyclocross und Mountainbike gleichzeitig Weltmeisterin zu sein, wurde schon länger in Verbindung mit Absolute Absalon gebracht und rückt nun erwartungsgemäß näher an ihr familiäres Umfeld heran.

Die entstandene Lücke bei der Koblenzer Bikeschmiede Canyon soll Emily Batty schließen. Die Kanadierin, die bereits zweimal die Bronzemedaille bei Weltmeisterschaften gewinnen konnte, schien in der Corona-gebeutelten Saison 2020 jedoch nicht an ihre Leistungsfähigkeit aus den Vorjahren anknüpfen zu können. Das soll sich nun aber ändern: Die 32-Jährige möchte wieder voll angreifen und zurück auf die Podien im Weltcup klettern. Dabei wird die in den sozialen Medien äußerst präsente Kanadierin von der deutschen Firma Canyon unterstützt und fährt von nun an gemeinsam mit der Nachwuchsfahrerin Laurie Arseneault im neu gegründeten Canyon MTB Racing Team.

Ungeachtet dessen starten die Lokalmatadorin Ronja Eibl sowie der niederländische Superstar, Mathieu van der Poel, weiterhin für das Team Alpecin-Fenix, das ebenfalls von Canyon supported wird.

Umbruch beim Team Specialized

Auch beim Werksteam des Branchenriesen Specialized gab es einen gewaltigen Wandel, der unter anderem mit dem zuvor erwähnten Wechsel der Weltmeisterin Pauline Ferrand-Prévot zusammenhängt: Durch die Vertragsunterschrift der Französin beim Team Absolute Absalon-BMC entstanden im Team von Julien Absalon Kapazitätsengpässe, sodass der Zugewinn der amtierenden Weltmeisterin gleichzeitig mit dem Verlust des Weltmeisters der Herren einherging – der Franzose Jordan Sarrou fährt ab sofort für den amerikanischen Hersteller Specialized. Der 28-Jährige ist seit Jahren fester Bestandteil der internationalen Weltspitze und schaffte im vergangenen Jahr insbesondere durch den Triumph bei der WM im österreichischen Leogang den absoluten Durchbruch.

1, Sarrou, Jordan, Specialized Racing, (c) Armin M. Küstenbrück

Sarrous Wechsel zu Specialized markiert einen bemerkenswerten Umbruch im Lager der Amerikaner, welcher erheblichen Einfluss auf das Fahrerkarussell in der gesamten Szene nach sich zieht. Die Mannschaft, die mit Größen des Sports wie Annika Langvad, Jaroslav Kulhavy und Christoph Sauser in der Vergangenheit den Cross-Country-Sport bestimmte wie kaum eine andere, musste zugleich die beiden Nachwuchstalente Simon Andreassen und Alan Hatherly ziehen lassen. Im gleichen Atemzug verstärkten sie sich jedoch mit weiteren vielversprechenden Fahrerinnen und Fahrern. Mit Sina Frei und Laura Stigger fahren nun zwei der erfolgreichsten Nachwuchsathletinnen für Specialized, zudem verstärkt der Italiener Gerhard Kerschbaumer das Team.

Kerschbaumer, der 2018 Vizeweltmeister in der Eliteklasse war und im selben Jahr auch einen Weltcupsieg einfahren konnte, kommt vom italienischen Team Torpado Factory, während Sina Frei vom deutschen Ghost Factory Team zu den Kaliforniern wechselt. Die erst 20-jährige Laura Stigger war bereits im Vorjahr auf den Rädern von Specialized unterwegs, wurde jedoch im Wesentlichen von lokalen Firmen aus Österreich unterstützt und steigt nun ins Firmenteam auf. Stigger war bereits zweifache Juniorenweltmeisterin und landete in der vergangenen Rennsaison bei den einzigen beiden Weltcuprennen jeweils auf dem erweiterten Podium der besten fünf Fahrerinnen. Spannende Randnotiz: Das Team Specialized wird inzwischen vom ehemaligen Weltklassefahrer Florian Vogel geleitet, der auch schon im Albstädter Bullentäle beim Bundesliga-Rennen 2009 triumphieren konnte.

Frischer Wind im Team von Manuel Fumic

Nicht nur beim Werksteam von Specialized, sondern auch bei Cannondale, dem Arbeitgeber von Manuel Fumic, wurden im Winter die Stühle gerückt: Obwohl er im Vorjahr bereits seinen Rückzug aus dem aktiven Renngeschehen ankündigte, verlängert der deutsche Vorzeigefahrer seine erfolgreiche Karriere im Hinblick auf die verschobenen Olympischen Spiele in Tokio um ein weiteres letztes Jahr. Weiterhin Teil der Mannschaft von Fumic bleibt der Brasilianer Henrique Avancini, der in der verkürzten Weltcupsaison 2020 seinen ersten Erfolg in der Weltserie einfahren konnte. Der Weltranglistenerste und ehemalige Marathon-Weltmeister aus Brasilien wird inzwischen im gleichen Atemzug mit den großen Favoriten – Nino Schurter und Mathieu van der Poel – auf einen möglichen Olympiasieg in Tokio genannt und dürfte auch im Albstädter Bullentäle zu den heißesten Kandidaten im Kampf um den Sieg zählen.

Die beiden „alten Hasen“ im Cannondale-Team erhalten für die anstehende Saison Unterstützung durch die beiden Nachwuchshoffnungen Simon Andreassen und Alan Hatherly, die beide von Specialized kommen. Sowohl der Däne Andreassen, der im vergangenen Jahr äußerst überraschend in seinem ersten Jahr in der Eliteklasse ein Weltcuprennen für sich entscheiden konnte, als auch der Südafrikaner Hatherly waren beide schon Weltmeister in verschiedensten Nachwuchsklassen und werden zudem als zukünftige Weltklasse-Fahrer gehandelt.

Verlassen hat unterdessen der Franzose Maxime Marotte Cannondale: Einer der konstantesten Fahrer im Herrenfeld ist von nun an auf Rädern von Santa Cruz unterwegs und verstärkt das Werksteam um den italienischen Meister Luca Braidot.

Keine Veränderungen bei Schurter, Neff & Co.

Alles beim Alten bleibt in der Equipe der beiden Ex-Weltmeister Nino Schurter und Kate Courtney: Das Scott-SRAM-Team, das von MTB-Legende Thomas Frischknecht geleitet wird, setzt auf Konstanz und geht mit Schurter und Courtney als Aushängeschildern in die verschobene Olympiasaison. Lars Forster und Andri Frischknecht bleiben ebenfalls weiterhin an Bord des erfolgreichen Teams. Auch die Mannschaft des amerikanischen Herstellers Trek um Jolanda Neff hat seine Konstellation im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Neben Neff sind dort weiterhin die Britin Evie Richards, der Neuseeländer Anton Cooper und der Franzose Stéphane Tempier unter Vertrag.

Ein weiteres Team ohne wesentliche Veränderungen ist das KMC Orbea Team um den Franzosen Victor Koretzky und den Niederländer Milan Vader. Beide konnten in der vergangenen Saison besonders überzeugen und dürften auch heuer wieder eine prägende Rolle im Rennzirkus spielen. Auch Vizeweltmeister Mathias Flückiger, Weltcupsieger im Albstädter Bullentäle 2019, und sein Thömus RN Swiss Bike Team gehen in der gleichen Konstellation wie im vergangenen Jahr in die Rennsaison.

Mehr Informationen rund um den Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup und die Bikezone Albstadt finden Sie auf www.bikezone-albstadt.de

Fotocredits: Armin M. Küstenbrück

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