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RADRENNEN IN ENGLAND// SPORT IM AUFSCHWUNG

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Frankreich galt bisher als unumstößlicher Vorreiter im Radrennsport. Die Tour de France zählt zu den wichtigsten Radrennen der Welt und sorgt auf der Strecke und auch abseits für regelmäßige Schlagzeilen und Erfolge. Doch das französische Prestigerennen könnte nun von der britischen Insel Gegenwind erhalten.

Mit seinen weiten Feldern, abwechslungsreichen Landschaften und bergigen Regionen hat sich das Vereinigte Königreich bei Naturliebhabern und Wanderfreunden schon lange einen Platz als beliebtes Sport- und Wandergebiet gesichert. Jährlich strömen Millionen Touristen auf die Insel, um den besonderen Charme der Engländer zu erleben und im Pub ein Pint zu trinken.

Doch abseits des klassischen Tourismus entwickelt sich auf den Landstraßen der Grafschaften ein neues Interessenfeld, das für England zum neuen Vorzeigetrend werden könnte: Das weltweite Interesse am britischen Radsport entwickelt sich stetig nach oben. Nachdem 2014 erstmalig die Tour de Yorkshire angekündigt wurde, stiegen die Nachfragen signifikant an. Durch William Hill Sportwetten und in lokalen Wettbüros stieg die Nachfrage an der Radtour enorm an und sorgte 2019 für ein weiteres Highlight.

Mit nur 23 Jahren gewann der Radsportprofi Christopher Lawless die diesjährige Tour de Yorkshire. Auf der letzten Etappe, die 175 Kilometer misst und von Halifax nach Leeds führt, konnte das sportliche Talent seine Gegner mit weitem Abstand hinter sich lassen. Ein riesiger Erfolg für den jungen Fahrer, der damit die Aufmerksamkeit für den professionellen Radsport nach England holte. Auch 2020 wird das Rennen durch die Grafschaft Yorkshire wieder stattfinden und für einen großen Andrang an Fans und Touristen sorgen. Als Gegenentwurf zum Prestigerennen Tour de France zeichnet sich die Tour de Yorkshire durch seine Überschaubarkeit aus, die jedoch in puncto Anstrengung und Niveau dem französischen Bruder in Nichts nachsteht.  

Quelle: Pixabay

Strecken für Hobbyfahrer im Norden Englands

Europaweit hat das Interesse an sportlicher Betätigung im Urlaub zugenommen und hat das Rad als Urlaubsbegleiter salonfähig gemacht. In der einmaligen Natur der britischen Landschaft können Profis und Hobbyradfahrer ihre freien Tage genießen und auf den langen Strecken die eindrucksvollen Panoramen und versteckten Seen entdecken. Eine Route ist die Tour durch den Lake District, die sich von Grasmere bis nach Ulverston im Norden Englands erstreckt. Sie gilt als eine der schönsten aber auch anspruchsvollsten Routen aufgrund ihrer steilen Pässe und hohen Berge.

Landschaftlich zeichnet sich die Tour durch die abwechslungsreiche Landschaft aus. Kleine Steinmauern säumen die Straßen und begleiten die Sportler an kristallklaren Seen und traditionellen Cottages vorbei. Wer in Grasmere startet, bekommt direkt zu Beginn eine heikle Aufgabe gestellt. Noch bevor die ersten drei Kilometer gefahren sind, gibt es einen Anstieg von 20 Prozent zu überstehen. Wer diesen Part übersteht, wird mit einem entspannten Abschnitt durch das wunderschöne Great Langdale belohnt.

Die Freude des idyllischen Tales währt jedoch nur kurz, denn der Abschnitt führt über einen hohen Anstieg wieder aus dem Tal heraus. Zwischen zwei Optionen können Radfahrer wählen: Profis wählen den Weg über den Wrynose und den Hardknott Pass, die zu den schwersten Pässen in ganz England gehören. Wer sich für die leichtere Variante entscheidet, kann durch einen kleinen Umweg den Bergpass umfahren.

Der Coniston Waters, der als drittgrößter See im Lake District gilt, zählt zu einem weiteren Highlight auf der Strecke. Rund um den See lassen sich viele weitere Strecken finden, die abseits durch die Wälder und Berge führen. Diese Routen sollten jedoch nur von erfahrenen Profis befahren werden.

Langstrecken in Wales

In der Region um Wales finden Radfreunde dagegen Strecken, die zwar mit wenigen Kilometern locken, aber dafür zu den schönsten Strecken von Westengland zählen. Ob Celtic Trail, Lon Cambria oder Taff Trail – die feinen Routen bieten Highlights an jeder Ecke.

Neulinge, die erste Erfahrungen auf Radurlauben sammeln, können sich auf dem Radnor Ring in Ruhe aufwärmen. Gestartet wird bei Rhayader und führt entlang der Heart of Wales-Eisenbahn. Zauberhafte Moorlandschaften, kleine Dörfer und massive Bergpanoramen werden alle Anstrengungen auf der Strecke verschwinden lassen. Insgesamt sind 140 Kilometer zu bewältigen, die sich jedoch mit jedem Meter lohnen.

Etwas weniger Kilometer lassen sich auf dem Carmarthen und Llanelli Loop bestreiten. Die südliche Rundstrecke besitzt wenig Hügel, kaum Verkehr und belohnt am Ende der 80 Kilometer mit einem Besuch in den botanischen Gärten von Wales. Mit einem Abstecher ins Tywi Tal wird der gesamte Zauber von Wales bei dieser Tour erlebbar.

Cornwall in seiner ganzen Blüte erleben

Ein weiteres Highlight in England sind die Wander- und Fahrradtouren im Süden Englands. Durch die zahlreichen Romane von Rosamunde Pilcher und ihren Verfilmungen für das deutsche Fernsehen ist die Region im Süden von England zu einem echten Touristenmagnet geworden. Die Gegend lässt sich am besten zwischen April und Oktober per Rad entdecken. Zu dieser Zeit ist das Wetter angenehm warm und der kühle Wind des Ozeans weht eine erfrischende Brise auf den Fahrten durch die blühenden Landschaften herüber.

In historischen Orten wie St. Ives lässt es sich auf den Spuren zahlreicher Künstler wandeln und die Burgruinen an den Klippen erzählen von romantischen Begebenheiten und bewegten Vergangenheiten. Entlang malerischer Herrenhäuser und mit der Weite des Meeres vor der Nase werden die Tageskilometer zu Stunden voller Entspannung.

Wer den Charme der britischen Radstrecken für sich entdecken will, der sollte im Vorfeld ausreichend trainieren und seine Kondition aufbauen. Wer sich lieber dem Radsport von der Zuschauerseite aus widmet, der sollte bereits jetzt mit der Organisation seiner nächsten Reise nach England beginnen: Im Mai 2020 findet die Tour de Yorkshire wieder statt und wird für einen Ausnahmezustand in der Grafschaft sorgen. Ob Chris Lawless seinen Titel dann verteidigen kann, wird sich zeigen. Doch das Interesse und die Aufmerksamkeit werden ihm jedoch sicher sein.

Quelle: Pixabay

Bilder: Pixabay

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