Home MAGAZIN STÜRZE IM WELTCUP || FINDEN SICH SPITZENFAHRER ZU OFT AUF DEM BODEN WIEDER?
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STÜRZE IM WELTCUP || FINDEN SICH SPITZENFAHRER ZU OFT AUF DEM BODEN WIEDER?

STÜRZE IM WELTCUP || FINDEN SICH SPITZENFAHRER ZU OFT AUF DEM BODEN WIEDER?
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WELTCUP POST VON MORITZ BSCHERER #NOVE MESTO na Morave // Immer der Nase nach, oder doch auf eben diese gefallen? Der Unfallalltag im Weltcup-Zirkus.

 

Stürze gehören zum Rennfahren, wie das Rad zum Fahrer. Dennoch geht es für manche Profis zu oft auf den Hosenboden. Kein Wunder, kann ein Abgang nicht nur das Ende eines Rennens, sondern auch etwa eine langwierige Verletzung bedeuten. Auch für uns Zuseher hat der eine oder andere Crash schon einen spannenden Zweikampf zerstört, oder die in den Lieblingsfahrer gesteckten Hoffnungen begraben. Fliegen im Weltcup also zu oft die Fetzen? Zeit, sich das Thema Crashtest-Dummy einmal genauer anzusehen!

Ein Trend der einhergeht mit immer schwereren Strecken, höherer Dichte an SpitzenfahrerInnen, oder kürzeren Renndauern und damit engeren Rennverläufen?

Vor allem das Herrenrennen und hier das mit dem Short Track neue Weltcup-Format lässt das Thema Stürze und aggressive Fahrweise im Weltcup neu aufkommen. Aber auch abgesehen davon, waren verletzte Spitzenfahrer in den vergangenen Jahren nicht selten. Ein Trend der einhergeht mit immer schwereren Strecken, höherer Dichte an SpitzenfahrerInnen, oder kürzeren Renndauern und damit engeren Rennverläufen? Die rutschigen Verhältnisse in Albstadt und das Rennen in Nove Mesto sorgten auf alle Fälle für eine merkliche Ausdünnung der Starterfelder.

 

Doch muss ein Sturz automatisch auch eine Verletzung bedeuten?

Glücklicherweise nicht, gehört Stürzen doch fast zur Normalität. Nicht nur im Rennen, auch im Training, werden die Fliehkräfte und Haltequalitäten unserer Seitenstollen oftmals über das Limit hinaus beansprucht. Und das ist auch gut so! Nur wer sich an die Grenzen des am Trail möglichen herantastet und diese auch ab und zu wahrzunehmen vermag, wird ein Gefühl dafür bekommen, wie viel dem eigenen Können und Material zugemutet werden kann. Viele Jahre der immer weiter steigenden Perfektion, lassen damit dann wohl auch die eigenen Sturzqualitäten steigen.

Wie elegant der Purzelbaum in der Luft dann aussieht, liegt im Endeffekt also an uns und damit bekommen wir auch die Chance, die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung zu minimieren.

Wie elegant der Purzelbaum in der Luft dann aussieht, liegt im Endeffekt also an uns und damit bekommen wir auch die Chance, die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung zu minimieren. Doch es gibt auch andere Möglichkeiten diese herunterzuschrauben und generell die Anzahl an Ausrutschern zu vermindern. XCO ist ein 90 Minuten Balanceakt zwischen Blackout-Gefahr und einem möglichen schlechten Gewissen, der nicht voll betriebenen Verausgabung. Oftmals schalten wir uns vor einem Abgang selber aus, indem wir den Bogen überspannen. Uns möglichst nah an diesen Punkt heranzuwagen, schaffen wir mit intensiviertem Streckenstudium und generellem Ausbau der technischen Fähigkeiten.

Doch manchmal liegen wir auf dem Waldboden noch bevor wir wissen was eigentlich passiert ist. Und sind wir uns mal ehrlich, das sind die ärgerlichsten Abgänge im ganzen Saisonverlauf. Dass diese meist bei den wichtigsten Rennen des Jahres passieren, ist dann wohl die Ironie des Rennsports, gleichzeitig aber gar nicht so abwegig. Bei Weltcuprennen sind es 150 Starter, die um die perfekte Position in der ersten Kurve fighten. Damit ist nicht nur die Intensität und Härte automatisch erhöht, es fehlt schlicht auch einfach der Platz um jedem die optimale Linie zu ermöglichen. Dazu kommt der Druck der Teams und Sponsoren, Qualifikationskriterien und eigene Erwartungen und fertig ist das Pulverfass.

Dieses lief in Nove Mesto wieder einmal über. Beim Herrenstart war es nicht nur ein Kettenriss in der Mitte des Feldes, sondern auch ein hart geführter Positionskampf an der Spitze, der zu einem Massensturz führte. Vorfälle wie diese lassen dann auch die Wogen der Fahrer in die Höhe schnellen. Der Tag war für einige Podiumskandidaten damit so gut wie beendet. Auch im Short Race und damit dem Rennen, dass die gefürchtete, hektische Startphase auf 25 Minuten verlängert, lagen einige Spitzenfahrer auf dem Asphalt. Allen voran Nino Schurter und Maxime Marotte fielen dem engen Gewirr und den Positionskämpfen zum Opfer. Ob diese Vorfälle genügen, um die Aggressivität wieder etwas herunterzuschrauben? Wir werden sehen. Vielleicht sprechen beim nächsten Weltcuprennen wieder eher die Beine, anstatt der Ellenbogen.

 

 

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