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UCI 2020 Mountainbike Weltmeisterschaft startet mit herausfordernden Bedingungen

UCI 2020 Mountainbike Weltmeisterschaft startet mit herausfordernden Bedingungen

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UCI 2020 Mountainbike Weltmeisterschaft startet mit herausfordernden Bedingungen

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Saalfelden Leogang im Salzburger Land, Österreich, 07. Oktober 2020 – Nur wenige Tage nach dem Cross-Country Doppel-Weltcup in Nové Město (CZE) traten zum WM-Auftakt in Saalfelden Leogang über 150 Rider in den Disziplinen Cross-Country Team Staffel (mixed) und E-MTB Cross-Country an, um die Medaillen unter sich aufzuteilen. Die Bedingungen am WM-Mittwoch: Bewölkt und regnerisch. Beste Voraussetzungen also für spannende und dramatische Wettkämpfe gleich zu Beginn der Mountain Bike World Championships presented by Mercedes Benz.

Cross-Country Team Staffel: Tückische Bedingungen und ein starkes französisches Finish

Der erste Tag der UCI 2020 Mountainbike Weltmeisterschaft in Saalfelden Leogang startet für die Athleten mit herausfordernden Bedingungen. In einem wahren Kampf mit den Elementen nahmen es die Cross-Country Team Staffel Fahrer auf dem 3,6 Kilometer langen Kurs mit Regen, Wind, Schlamm, tückischen Wurzeln und rutschigen Steinen auf. Gleich zu Beginn forderte der erste Anstieg den Ridern, mit tiefem Schlamm und Steinen rutschig wie Eis, alles ab.

Team USA schien mit den Bedingungen gerade zu Beginn am besten zurecht zu kommen und dominierte die ersten beiden Runden, konnte das Tempo aber nicht halten. Italien, Frankreich, Spanien, die Schweiz, Großbritannien und Slowenien meldeten ihren Anspruch aufs Podest nun sehr deutlich an. Frankreich ging mit ihrer dritten Fahrerin Loana Lecomte, durch eine bärenstarke Leistung erstmals in Führung. Zwischenzeitlich dann auf den zweiten Platz zurückgefallen, schoss „Schlussläufer“ Jordan Sarrou dann förmlich jenen Anstieg hinauf und an der Österreicherin Cornelia Holland vorbei – eine Führung, die der Franzose nicht mehr hergab. Durch den Sieg liegt Frankreich nun gleich auf mit der Schweiz im Team-Relay WM-Medaillenspiegel mit jeweils sechs WM Titel. Das Comeback des Rennens gelang Italien mit Filippo Agostinacchio und Nicole Pesse, die alles reinwarfen: Zweiter Platz nach der ersten Runde, dann fielen sie zurück auf Rang 10, zuletzt kämpften sie sich vor auf Platz 2! Die Schweizer Titelverteidiger erwischten einen schwachen Start, konnten sich nach Platz 11 in Runde 1 dank starker Leistungen von Thomas Litscher, Sina Frei und Alexandre Balmer aber immerhin Bronze sichern. Das Gastgeberland Österreich war in Reichweite des Podiums und führte das Fahrerfeld mit Cornelia Holland sogar in die letzte Runde, musste sich letztendlich aber mit dem sechsten Platz zufriedengeben und neben den Medaillengewinnern auch Team USA und Team Großbritannien vorbeiziehen lassen.

Jordan Sarrou: „Wir sind ein starkes Team und freuen uns, so gut in die WM gestartet zu sein – alle im Regenbogentrikot. Frankreich ist sehr stark bei solchen Bedingungen, wir haben heute die richtigen Entscheidungen getroffen und sind sehr glücklich.“

Loana Lecomte: „Ich hoffe, die ganze Woche über eine solche Leistung bringen zu können.

High Speed Action bei der E-MTB Cross-Country Weltmeisterschaft

Weiter ging es direkt im Anschluss mit der zweiten E-MTB Weltmeisterschaft überhaupt, deren Startschuss nur Minuten nach dem Ende des Staffelrennens fiel. Zuerst traf im Rennen der Herren das Who-is-Who der Cross-Country- und Cyclocross-Welt auf einander: Tom Pidcock (GBR), Simon Andreassen (DEN), Jerome Gilloux (FRA) und Sven Nys (BEL) sind nur ein paar der großen Namen, die zum Kräftemessen auf dem 4,4 Kilometer langen Kurs gegeneinander antraten.

Das Rennen jedoch schien über weite Strecken bereits entschieden: Jerome Gilloux führte das Feld mit komfortablem Vorsprung an und Frankreich steuerte auf die zweite Goldmedaille zu. Dass sich doch noch spannender Zweikampf entwickelte, war Tom Pidcocks Verdienst. Der Brite – unter ferner liefen auf Rang 22 gestartet – schloss die Lücke zu Gilloux immer weiter und ging mit nur acht Sekunden Rückstand in die letzte Runde. Beflügelt durch seine beiden U23-Cross-Country-Siege vergangene Woche in Nové Město, kämpfte sich Pidcock über den schlammigen Track und nahm dem Franzosen schließlich beim ersten Split die Führung. Mit über 35 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Gilloux sicherte sich Pidcock anschließend mit 1.01:41 verdient die Goldmedaille. Der 23-jährige Däne Simon Andreassen belegte mit 1:02:30 den dritten Rang und untermalte damit auch seine Leistung in Nové Město mit seinem ersten Cross-Country-Sieg in der Elite-Kategorie. Martino Fruet (ITA) und Joris Ryf (SUI) komplettieren das Podium auf den Rängen vier und fünf.

Thomas Pidcock: „Die Downhill-Sektionen waren ziemlich schwer. Da ging es eigentlich nur darum, heil unten an zu kommen. Nicht stürzen und dann im Uphill Zeit gut machen – das hat scheinbar perfekt geklappt. Das ist ein großer Sieg für mich, der mir viel Selbstvertrauen für Freitag gibt.

Jerome Gilloux: „Ich habe alles gegeben und bin so schnell gefahren, wie ich konnte. Aber mit ein paar technischen Schwierigkeiten und den nassen Bedingungen war es schon ein harter Kampf, um überhaupt Platz zwei zu sichern. Ich bin sehr glücklich mit meiner Silbermedaille.“

Simon Andreassen: „Ich bin ursprünglich nur zum Spaß am Rennen angetreten. In der E-MTB-Disziplin bin ich noch nie gestartet und die Bedingungen waren mehr als schwierig. Das Rennen mit einer Medaille zu beenden, ist ein toller Bonus. Es war eine gute Vorbereitung fürs Wochenende. Ich bin das erste Mal in Leogang – es ist ein wunderschöner Ort und auch echt gut zum Mountainbiken.“

Kurz vor Beginn des letzten Rennens des Tages schienen die Wettergötter endlich Erbarmen zu zeigen und die Wolken zogen sich zurück, als die Damen zum Kampf um das Regenbogentrikot antraten. Ob die amtierende Weltmeisterin und Schweizer Medaillenhoffnung Nathalie Schneitter überhaupt starten würde, war lange unklar – aufgrund einer zehntägigen Quarantäne musste sie ihr Training unmittelbar vor der WM pausieren.

Nun startete sie zusammen mit Melanie Pugin (FRA) und Alba Wunderlin (SUI) aus der Pole Position ins Rennen. Ein Dreikampf um Gold sollte sich allerdings zwischen Schneitter, Pugin und Stirnemann (SUI) entwickeln, der jedoch relativ schnell ein Schweizer Zweikampf um Silber wurde. Pugin zog in der dritten Runde auf kaum mehr einholbare 30 Sekunden davon und fuhr schließlich mit 56:33 Minuten als erste durchs Ziel. Dabei konnte sich die Französin auf ihre Erfahrung aus der Enduro World Series verlassen, wo sie zuletzt häufig auf dem Podium stand – in Zermatt und Pietra Ligure sogar als Siegerin. Den zweiten Platz belegte Kathrin Stirnemann mit 57:00 Minuten, gefolgt von Schneitter mit 57:48 Minuten. Die Deutsche Sofia Wiedenroth und die Kanadierin Maghalie Rochette folgten auf den Rängen vier und fünf.

Alba Wunderlin hatte gleich mehrere (Wett)kämpfe auszufechten: Der mit ihrem Bike erwies sich als härtester. Technische Probleme mit dem Rad warfen sie im Lauf des Rennens weit zurück. Aber auch sie kämpfte und zeigte wahren Sportsgeist, als sie die Ziellinie schließlich rennend und schiebend als achte überquerte.

Vom Start weg war es ein Kopf an Kopf Rennen mit Nathalie. Als der Kurs dann technischer wurde, konnte ich mich auf mein Können und meine Erfahrung verlassen und den Abstand vergrößern. Das Regenbogentrikot zu gewinnen fühlt sich großartig an – nicht nur für mich, sondern auch meine Sponsoren“, so die neue Weltmeisterin Melanie Pugin nach ihrem Sieg.

Silbermedaillengewinnerin Kathrin Stirnemann ist ebenfalls mehr als glücklich: „Das heute war ein großartiger Wettkampf. Ich bin zum ersten Mal in der E-MTB Kategorie angetreten und super happy direkt eine Medaille mit nach Hause zu nehmen.“

Auch Nathalie Schneitter ist mit ihrem Rennen und ihrer Platzierung höchstzufrieden: „Das war ein großartiges Rennen. Ich war echt gut im Uphill, aber zwei der Mädels waren besser im Downhill. Und Rennen werden nun mal im Downhill gewonnen – und das ist auch gut so. Melanie (Pugin) ist eine der schnellsten Rider überhaupt und dass Kathrin eine Medaille gewonnen hat, überrascht mich keineswegs. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis, vor allem da ich gerade aus einer zehntägigen Quarantäne komme.“

Vorschau für Donnerstag

Der morgige Höhepunkt ist mit Sicherheit das olympische Cross-Country-Rennen der Juniorinnen und Junioren, bei dem weitere 150 Fahrer um die begehrten Weltmeistertitel kämpfen werden. Zu ihrem Glück sollen die Wetterbedingungen etwas besser sein als heute – von nass und windig zu bedeckt, aber auch sonnig. Was dies für die Strecke bedeuten wird, bleibt unklar, da für heute Nacht noch Regen vorhergesagt ist.

Es wird auch die erste Gelegenheit sein, für die weltbesten Downhill-Fahrer die neuen Streckenabschnitte auf dem Bike kennenzulernen. Am Donnerstag werden die ersten Trainingseinheiten im Anschluss an den heutigen Track Walk stattfinden bei dem der neue Teil des Speedster, der nach Aussage der Fahrer sehr steil ist und bei Nässe sehr anspruchsvoll zu fahren sein wird, eingehend besichtigt und gefahren werden soll.

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