Home TRAINING, ERNÄHRUNG & TEST WINTER – KEIN GRUND WENIGER ZU TRAINIEREN

WINTER – KEIN GRUND WENIGER ZU TRAINIEREN

WINTER – KEIN GRUND WENIGER ZU TRAINIEREN
0

Mit Einbruch der kalten Jahreszeit gehen in unseren Breitengraden alle jene unangenehmen Begleiterfahrungen einher, auf die jeder Radrennfahrer gerne verzichtet: Kalte Hände, spiegelglatte Fahrbahnen und ein früher Einbruch der Dunkelheit. Doch der Winter ist kein Grund dafür, auf das Training zu verzichten: Wichtig ist nur die richtige Herangehensweise im Bezug auf Kleidung, Material und Zeit. Zugegeben, etwas besser haben es hier jene Radprofis, die sich aktuell auf die Tour de France 2018 vorbereiten. Sie können es sich leisten, für das Training in wärmere Gefilde zu reisen. Allerdings ist das Trainingspensum bei der Vorbereitung auf das wichtigste Radrennen der Welt auch nicht mit dem eines Hobbyfahrers zu vergleichen.

Auf die Vorbereitung kommt es an

Gemäß dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“, ist das richtige Outfit beim Fahrradfahren im Winter entscheidend. So sind ein passendes Paar Winter-Handschuhe und Ersatzgarderobe bei jeder Trainingsfahrt in den Wintermonaten das A und O. Zu achten ist darauf, dass die Handschuhe sowohl Tragekomfort als auch einen guten Kälteschutz aufweisen. Denn wenn man auf freier Strecke von einem heftigen Schneeschauer überrascht wird gibt es nichts Schlimmeres, als den Heimweg vollkommen durchnässt antreten zu müssen. Es droht akute Erkältungsgefahr und eine solche Erkrankung ist Gift für eine stabile Vorbereitung. Wer für mehrere Wochen das Bett hüten muss, kann nicht trainieren und verliert an Kondition und Muskelmasse. Eine Möglichkeit das Immunsystem zu stärken und dadurch weniger anfällig für Erkältungen zu werden, ist besonders im Winter eine Kefir-Diät. Nach dem Ende der Trainingsfahrt ist es zudem ungemein wichtig, sich schnell seiner verschwitzen Klamotten zu entledigen, um jedes Risiko einer Erkältung ausschließen zu können. Auch die Beschaffenheit der Straßen im Winter ist naturgemäß um einiges schlechter, als im Rest des Jahres. Scharfkantiger Rollsplit sorgt schnell für ein Loch im Reifen und bei ungenügender Vorbereitung für ein jähes Ende der Trainingsfahrt.

Höhentraining für Spitzenleistungen

Eine der beliebtesten Formen des Trainings von Rennradprofis ist das Höhentraining, denn in Folge der dünneren Luft in größeren Höhen ist der Körper dazu gezwungen, mehr rote Blutkörperchen zu produzieren, um die Zellen dennoch adäquat mit Sauerstoff versorgen zu können. Die Folge: Die erhöhte Anzahl dieser Blutkörperchen bleibt auch nach dem Höhentraining bestehen und führt beim Athleten auch im Flachland zu einer Leistungssteigerung. Dokumentiert ist etwa das gemeinsame Training der Radfahrer Chris Froome, Alberto Contador und Vincenzo Nibali auf dem Teide, dem mit 3718 Metern höchsten Berg Spaniens, im Vorfeld der vorletzten Tour de France. Wie bei allen Ausdauersportarten versprechen sich die Athleten, durch die Erhöhung des Hämoglobinwerts insbesondere am Ende einer kräftezehrenden Etappe den entscheidenden Vorsprung an Ausdauer zu haben. Doch beim Höhentraining gilt wie generell beim leistungsorientierten Training: Wer es mit seinem Pensum übertreibt, der macht jeden Trainingseffekt zunichte. Deshalb zeichnet es die überragenden Akteure in jeder sportlichen Disziplin aus, dass sie ihren Körper kennen und auf ihn hören können. Diese Fähigkeit erlaubt es Athleten genau einschätzen zu können, wann es Zeit für eine Pause ist. Denn genauso wichtig wie ausreichend Training sind auch ausreichende Regenerationsphasen. Das gilt für den Profi genauso wie für den Amateur.

Schwimmen als Alternative

Nehmen wir an, dass -10 Grad herrschen, ein eisiger Wind durch alle Ritzen pfeift und die Straßen spiegelglatt sind: Dann muss auch der hartgesottenste Rennradfahrer einsehen, dass an diesem Tag nicht an ein Radtraining im Freien zu denken ist. Doch keine Sorge, es gibt genügend andere Möglichkeiten effektiv zu trainieren, ohne seine Gesundheit in der winterlichen Kälte riskieren zu müssen – zum Beispiel Schwimmtraining im Hallenbad. Vor macht es beispielsweise der australische Radprofi Richie Porte, der seit einigen Jahren das Schwimmen als wichtigen Baustein seines Vorbereitungstrainings auf die Tour etabliert hat. Porte war bei der diesjährigen Tour lange Zeit aussichtsreich unterwegs, ehe er nach einem Sturz mit hoher Geschwindigkeit die Tour aufgeben musste. Auch in der kommenden Saison zählt der Australier wieder zu den Favoriten, Stand 9. Dezember hat er eine Quote von 6.00 auf den Toursieg 2018. Porte begann mit dem Schwimmtraining, um seine Gesamtmuskulatur zu stärken, nachdem er bei der Tour 2014 Defizite bei sich in diesem Bereich ausgemacht hatte.

Die Ernährung nicht vergessen

Bei all diesen Trainingstipps für den Winter, darf ein wichtiger Aspekt nicht zu kurz kommen: Die richtige Ernährung. Denn wenn diese nicht stimmt, ist auch ein Großteil des Trainings umsonst. Auch hier gibt es wieder eine große Anzahl an Diäten, die von den verschiedenen Fahrern favorisiert werden. Der nun zurückgetretene Alberto Contador ernährt sich zum Beispiel vegan. Eine Ernährungsweise, auf die viele Profis schwören, ist das Paleo-Prinzip. Dabei geht es darum, auf neuzeitliche Erfindungen wie raffinierten Zucker und Fett weitgehend zu verzichten. Ansonsten gilt: Sie können so viel mageres Fleisch, Geflügel, Fisch und Meeresfrüchte, frisches Obst und Gemüse essen wie sie mögen, wenn sie dafür auf die zuvor genannten neuzeitlichen Nahrungsmittel weitestgehend verzichten.

LEAVE YOUR COMMENT

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

banner-centurion-challenge

Webp.net-gifmaker

banner-bike-aktiv