Salzkammergut Trophy Bad Goisern: Durch die Hölle zum Triumph

Salzkammergut Trophy Bad Goisern: Durch die Hölle zum Triumph

Salzkammergut Trophy Bad Goisern: Durch die Hölle zum Triumph

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Manuel Pliem auf der Extremdistanz der Herren unschlagbar

Mit über 4.100 Nennungen aus 38 Nationen war die 28. Auflage der Salzkammergut Mountainbike Trophy einmal mehr Österreichs größte MTB-Veranstaltung. Bei überwiegend trockenem Wetter und angenehmen 22 °C holte sich Manuel Pliem (Altaussee, HUMANPWR Racing) den Sieg auf der Königsetappe der Salzkammergut Mountainbike Trophy, der berüchtigten Strecke A mit 203,8 Kilometern und 7.029 Höhenmetern. Mit einer beeindruckenden Zeit von 9:09:18 Stunden dominierte der Steirer das Rennen vom Start bis ins Ziel – ein echter Start-Ziel-Sieg, bei dem Pliem bei jedem einzelnen Checkpoint auf Rang Eins lag und zugleich einen neuen Streckenrekord aufstellte.

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Unmittelbar nach dem Start um 05:00 früh bildete sich am ersten Anstieg eine fünfköpfige Spitzengruppe mit Manuel Pliem, Jack Burke (CAN), Vorjahressieger Philip Handl (AUT, Innsbruck), Noah Laschewski (GER) und David Schöggl (AUT, Eibiswald). “Im steilsten und technischsten Teil zog ich das Tempo an und hatte gleich eine Lücke, David und Philip schafften wieder den Anschluss und von da an waren wir zu dritt.”, fasst Pliem den Start in den frühen Morgenstunden zusammen und erzählt weiter: “Schließlich kam es, dass ich genau bei der Durchfahrt in meinem Heimatort Altaussee, nach knapp drei Stunden, zum ersten Mal als Solo Führender das Rennen bestritt. Von da an zog ich mein anvisiertes Tempo in den Anstiegen konstant durch und baute meinen Vorsprung kontinuierlich aus.”

Emotionales Tief bei Kilometer 130

Im 30 Kilometer langen Flachstück Richtung Hallstatt und dem dort wartenden berüchtigten 1.000hm Anstieg musste sich Pliem durch ein emotionales Tief kämpfen: “Kurze Zeit war ich nicht mehr sicher, ob meine Beine nach 6 Stunden Renndauer nun bald für den härtesten Teil bereit sein werden. Aber ich nahm nochmal alle Kräfte zusammen und fuhr die ersten 500hm schneller als bisher. Es begann eine langwierige und schmerzhafte Fahrt zur Hölle (auf die Roßalm) und wieder zurück nach Bad Goisern, wo ich doch etwas sprachlos mit knapp 10 Minuten Vorsprung als Erster einfuhr.”

© Marc Schwarz Photo

Jugendtraum geht in Erfüllung

“Mit diesem Sieg geht ein Jugendtraum in Erfüllung. Die Salzkammergut Trophy war eines der ersten Rennen, bei denen ich teilnahm und meine Begeisterung fürs Mountainbiken weckte. Schon damals hatte ich das große Ziel, irgendwann den 200er gewinnen zu wollen. Heuer hat es terminlich endlich wieder geklappt und mir war sofort klar, dass es nach meinem Sieg auf der B-Strecke im Jahr 2018, dieses Mal die Extremdistanz werden muss. Emotional gesehen zählt der Sieg mitunter zu meinen größten Erfolgen”, zeigt sich Pliem überwältigt. 

Sein härtester Verfolger: David Schöggl (AUT, 1OF1 Cycling Team), der aufgrund eines Reifenplatzers den Anschluss auf Pliem verlor und in weiterer Folge nicht mehr aufholen konnte. Mit einem Rückstand von +9:17 Minuten belegte Schöggl letztendlich Platz zwei – ebenfalls mit durchgehend stabiler Zweitplatzierung an allen Splits.

Auf Rang drei fuhr Philip Handl (AUT, Bikeleasing EDELSTEN Racing), der einen durchwachsenen Start erwischte, aber sich ab der zweiten Rennhälfte stetig nach vorne arbeitete. Nach Platz 10 beim zweiten Split in Weißenbach (km 29,6) kämpfte er sich bis auf Rang 3 bei km 118,2 vor – eine starke Leistung des jungen M20-Fahrers. Im Ziel lag Handl schließlich +32:06 Minuten hinter dem Sieger, sicherte sich aber souverän den dritten Podiumsplatz.

Theresa Rindler-Bachl triumphiert bei den Damen

Auch bei den Damen wurde den Zuschauerinnen ein spannender Rennverlauf geboten: Theresa Rindler-Bachl (AUT, Protective Factory Team) sicherte sich in einer Zeit von 11:38:06 Stunden den Sieg. Nach einem etwas verhaltenen Start lag sie zunächst auf Platz 3, übernahm aber spätestens bei der zweiten Runde durch Weißenbach (km 118,2) die Führung und baute ihren Vorsprung kontinuierlich aus.

Sabine Sommer (AUT, RC ARBÖ SK VÖEST), langjährige Trophy-Starterin und früh führend,
konnte im letzten Renndrittel nicht mehr kontern und beendete die Extremdistanz nach 11:50:36 Stunden mit einem Rückstand von +12:30 Minuten auf Rang zwei.

Den dritten Platz sicherte sich Cemile Trommer (GER, MSV Essen-Steele 2011), die ebenfalls konstant fuhr und in der zweiten Rennhälfte den Podiumsplatz erfolgreich behauptete (11:56:56 Stunden).

© Marc Schwarz Photo

Ideale Bedingungen für alle Bewerbe

Nach wechselhaften Jahren mit Schnee, Schlamm und Hitzeschlachten zeigte sich das Wetter diesmal von seiner besten Seite: trockene Trails, moderate Temperaturen und strahlender Himmel boten Bedingungen, wie sie Veranstalter und Athleten gleichermaßen erhofften. Dementsprechend hoch war das Tempo auf allen Distanzen – und auch die Begeisterung entlang der Strecke. Das Event in der Top-Bikeregion im Süden Oberösterreichs bietet ein breites Angebot für Mountainbiker und Gravelbiker.

Nachwuchs mit Power bei der SCOTT Junior Trophy
Auch der Sonntag stand ganz im Zeichen des Sports: Die SCOTT Junior Trophy brachte 364 junge Bikerinnen und Biker im Alter von 7 bis 15 Jahren an den Start – ein neuer Teilnehmerrekord. Die jüngsten waren beim Parcoursbewerb spielerisch unterwegs. Beim XC Race überzeugten in der ältesten Klasse U15 zwei große Talente:

● Leni Beer (RSV Atterbiker) aus Oberösterreich
● Sebastian Pnovsky (FEDERLEICHT TEAM) aus Tschechien

Expo, Promis und E-Bike-Action als Rahmenprogramm
Das vielfältige Rahmenprogramm lockte tausende Zuschauer nach Bad Goisern: Einrad-Rennen, geführte Touren mit zertifizierten Guides, ein großes Bike-Test-Areal und die umfangreiche Expo-Area mit führenden Marken sorgten für Abwechslung. Auch Prominente waren wieder aktiv dabei – unter anderem Ex-Skiprofi Thomas Sykora, Skisprunglegende Andi Goldberger und Ultra-Cyclist Lukas Kaufmann. Den krönenden Abschluss bildete erneut die BOSCH (e)Bike Schnitzeljagd, bei der wieder rund 250 E-Biker Punkte sammelten – mit einer Mischung aus Fahrtechnik, Geschicklichkeit und Tradition.

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