Tanja Priller und Jakob Hartmann gewinnen die 27. Austragung der Alpentour Trophy
Mit den Gesamtsiegen der beiden Deutschen Tanja Priller und Jakob Hartmann endet die 27. Austragung der Alpentour Trophy in der Region Schladming-Dachstein. Für vier Tage eroberte der Mountainbikesport die vor allem im Wintersport so bekannte Region. Bei heißen, aber trockenen Temperaturen umfasste das Starterfeld 2026 rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Von Beginn an waren es Tanja Priller und Jakob Hartmann, die das Heft in den beiden Elitekategorien in die Hand nahmen. Während Priller es sogar gelang, alle vier Etappen für sich zu entscheiden, gewann Hartmann die ersten drei, landete im finalen Bergzeitfahren hinauf zur Schafalm auf Rang drei hinter Tim Smeenge aus den Niederlanden und dem Titelverteidiger Hermann Pernsteiner.
Der Österreicher musste seine Chancen nach einem Defekt am ersten Tag schon begraben, verlor über 15 Minuten auf der Etappe über das Hauser Kaibling. Doch je länger das Rennen dauerte, desto besser kam der Vorjahressieger in Fahrt und entschied das Finale knapp vor Smeenge für sich. “Am Ende hat es wieder gut gepasst. Die Beine sind besser geworden, leider lief der Auftakt der Tour nicht so nach Wunsch. Das finale Bergzeitfahren liegt mir einfach, von dem her bin ich sehr glücklich, dass es so gepasst hat. Die Einteilung war perfekt und ich konnte am letzten Kilometer noch einmal richtig pushen“, berichtete Pernsteiner.

Dreikampf um Sieg bei den Männern entscheidet sich am letzten Tag
Schon ab dem ersten großen Anstieg der Rundfahrt tobte ein Dreikampf um den Gesamtsieg bei den Elitemännern zwischen Hartmann, Smeenge und dem Italiener Lorenzo Samparisi. Immer wenn der Niederländer und der Italiener ihre Limits erreichten, konnte Hartmann noch etwas draufsetzen und sicherte sich so Minute für Minute an Vorsprung in der Gesamtwertung. Auch auf der zweiten und dritten Etappe, die über die Ramsau am Dachstein sowie die Reiteralm führten, war der Deutsche einer Nummer zu groß für seine Verfolger.
“Es waren vier richtig gute Tage und ich hatte echt viel Spaß. Jetzt als Sieger am Podium ganz oben zu stehen, ist viel wert in unserem Sport“, berichtete Hartmann, der am Schlusstag noch einmal Dritter wurde und so seinen Vorsprung clever verteidigte. “Das Bergzeitfahren ist nicht so meine Disziplin, von dem her war der Vorsprung gut. Bis zur Mittelstation lief es super, auf den letzten 500 Höhenmetern war es aber auch für mich brutal. Da war das Leid größer als die Freude“, meinte er.
Knapp nicht zum Etappensieg reichte es für Smeenge, der 34 Sekunden länger brauchte auf den elf Kilometern von Schladming hinauf zur Schafalm auf der Planai als Pernsteiner. In der Gesamtwertung fehlten dem Niederländer 3:36 Minuten auf den Sieger Hartmann. “Es war eine gute Woche. Ich habe in der Hitze ziemlich gelitten, vielleicht hat das den Unterschied gemacht. Ich mag das Rennen sehr, weil es einfach super organisiert ist. Deswegen komme ich auch gerne wieder zurück“, erzählte Smeenge.
Jakob Reiter überrascht als bester Österreicher
Ebenfalls bis zum letzten Tag hatte auch Samparisi die Chance auf den Gesamtsieg, doch dem Italiener schwanden die Kräfte im Bergzeitfahren. Es ist so brutal am Ende, mit der Hitze dazu. Es ist für jeden gleich. Am Ende hatte ich keine guten Beine mehr. Aber ich bin Dritter geblieben. Ich bin immer wieder gerne hier bei diesem Rennen, ich hatte eine gute Woche und komme sicher wieder zurück“, schilderte der Italiener, der schon mehrere Etappen bei diesem Rennen gewinnen konnte.
Bester Österreicher wurde Jakob Reiter. Der Oberösterreicher beendete das viertägige Etappenrennen auf Rang fünf. “Ich habe mir am Ende sehr schwergetan, musste teilweise sogar absteigen, weil ich nicht mehr fahren konnte. Mit dem fünften Rang und dem Titel des besten Österreichers bin ich echt zufrieden,“ schilderte er und fügte angesprochen, ob ihn das starke Ergebnis überrascht, an: “Ein Blick auf die Starterliste genügt und du weißt, wo du ungefähr mitfahren kannst, und daher spiegelt das Ergebnis genau das, was ich mir vorgenommen hatte.“

Zwei Österreicherinnen am Podium bei der Frauen-Elite
Ein perfektes Wochenende bei der Alpentour Trophy erlebte die Deutsche Priller. Im Vorjahr verpasste sie als Vierte den Sprung aufs Podium, nun gewann sie alle vier Abschnitte und erstmals in ihrer Karriere die Gesamtwertung bei dem ältesten, noch ausgetragenen Mountainbike-Etappenrennen der Welt. “Damit konnte ich mir einen großen Traum erfüllen. Gleich alle Etappen zusätzlich gewinnen kann, ist ein schöner Bonus. Ich mag dieses Rennen gerne, die Landschaft ist echt der Traum und die Organisation ist perfekt“, freute sich Priller.
Hinter der Deutschen landeten gleich zwei Österreicherinnen am Stockerl mit der in Graz lebenden Kärntnerin Nina Mosser und der Tirolerin Bianca Somavilla. “Es war eine neue Erfahrung, mein erstes Etappenrennen. Ich bin mega happy, dass ich Zweite geworden bin. Die Strecke war echt so ein Traum und die Veranstaltung richtig cool. Man lernt diese Gegend mit dem Rad noch einmal völlig neu kennen“, freute sich Mosser.
Die Freude war aber nicht nur bei den erfolgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu spüren, sondern auch bei Organisator Gerhard Schönbacher. “Die Region Schladming-Dachstein ist für unser Event eine richtige Heimat geworden, wir fühlen uns wohl, aber auch unsere Starterinnen und Starter. Die Wege sind hier sehr kurz für alle und teilweise ist es wie ein Familientreffen, da viele bekannte Gesichter Jahr für Jahr bei uns am Start stehen. Ich freue mich schon auf 2027, wenn wir dann wieder zurückkehren mit der 28. Ausgabe.
Bilder (c) Alpentour Trophy

