Zwischen Asphalt und Wildnis: Die Löffler „SKYS“ Gravel-Kollektion im Detailcheck

Zwischen Asphalt und Wildnis: Die Löffler „SKYS“ Gravel-Kollektion im Detailcheck

Zwischen Asphalt und Wildnis: Die Löffler „SKYS“ Gravel-Kollektion im Detailcheck

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Gravel-Biking verschiebt die Prioritäten. Nicht maximale Geschwindigkeit oder perfekte Straßenbedingungen stehen im Vordergrund, sondern Vielseitigkeit, Entdeckergeist und die Fähigkeit, sich wechselnden Bedingungen anzupassen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Ausrüstung. Mit der neuen Kollektion „SKYS“ (Between Sky and Sand), entwickelt gemeinsam mit dem Velo Kartell, möchte der österreichische Bekleidungsspezialist Löffler genau diese Anforderungen adressieren. Der Fokus liegt auf modularen Lösungen und hoher Funktionalität für lange Tage im Sattel. Wir haben uns das Konzept genauer angesehen und zeigen, wo die echten Mehrwerte für lange Tage im Sattel stecken.

Das Konzept: Warum “normale” Rennradkleidung beim Graveln scheitert

Wer schon einmal mit einem ultraleichten Aero-Trikot an einer Astgabel hängen geblieben ist oder versucht hat, Verpflegung, Pumpe und Smartphone in überfüllten Rückentaschen unterzubringen, weiß: Die Anforderungen beim Graveln unterscheiden sich deutlich vom klassischen Rennradeinsatz. Genau hier setzt die SKYS-Kollektion an. Löffler verfolgt dabei drei zentrale Entwicklungsansätze: robuste Monomaterialien, die auch den regelmäßigen Kontakt mit Ästen, Schotter oder einem Rucksack klaglos wegstecken, durchdachte Taschenlösungen für eine stabile und ausgewogene Lastverteilung sowie ein gezieltes Temperaturmanagement. Denn der kühlende Fahrtwind auf schnellen Schotterpassagen stellt den Körper vor ganz andere Herausforderungen als ein langsamer, kräftezehrender Anstieg auf matschigem Untergrund. Ziel ist Bekleidung, die sich flexibel an wechselnde Bedingungen anpasst, ohne dabei Kompromisse bei Komfort oder Funktion einzugehen.

Die Highlights im Detail: Drei Produkte unter der Lupe

#1 Bike Jersey FZ SKYS hotBOND® RF

Das Chamäleon unter den Trikots: Ein Trikot für wechselhaftes Wetter, das den klassischen Windweste-Armlinge-Wechsel überflüssig machen will!

Das auffälligste Merkmal dieses Slim-Fit-Trikots sind die vollständig abnehmbaren Ärmel. Die passenden Ärmlinge liefert Löffler direkt mit, befestigt werden sie über ein äußerst flaches Reißverschluss- und Stecksystem, das im Fahrbetrieb kaum spürbar ist. Ergänzt wird das Konzept durch die hauseigene hotBOND®-Technologie: Statt klassischer Nähte kommen ultraflach verschweißte Verbindungen zum Einsatz, wodurch Druck- und Scheuerstellen – etwa unter Rucksackträgern – deutlich reduziert werden.

In der Praxis spielt das Trikot seine Stärken vor allem bei wechselnden Bedingungen aus. Steigen Temperaturen im Anstieg spürbar an, lässt sich der Zwei-Wege-Frontreißverschluss von unten öffnen oder die Ärmel werden kurzerhand abgenommen. Geht es anschließend in eine schnelle, windige Schotterabfahrt, bietet das Material wieder den nötigen Schutz vor Auskühlung. Reflektierende Elemente an den Ärmelabschlüssen erhöhen zudem die Sichtbarkeit, wenn die Tour bis in die Abendstunden dauert oder länger ausfällt als ursprünglich geplant.

#2 Bike Bibshorts SKYS XT

Das Packwunder für die Langstrecke!

Eine gute Gravel-Hose muss zwei scheinbar gegensätzliche Anforderungen erfüllen: Sie soll maximale Bewegungsfreiheit bieten und gleichzeitig stabil genug sein, um zusätzliche Ausrüstung sicher am Körper zu halten. Genau hier setzt die Bibshorts der SKYS-Kollektion an. Besonders auffällig sind die insgesamt vier strategisch platzierten Taschen – zwei Mesh-Taschen an den Oberschenkeln sowie zwei weitere im unteren Rückenbereich. Damit verabschiedet sich die Hose von der klassischen Rolle einer reinen Trägerhose und wird zum integralen Bestandteil des Stauraumkonzepts. Gefertigt wird sie aus Elastic Interlock, einem Material aus Löfflers eigener Strickerei, das eine leichte, vibrationsdämpfende Kompression mit hoher Abriebfestigkeit kombiniert. Gerade auf langen Schotterpassagen macht sich diese Materialwahl positiv bemerkbar, da sie sowohl der Reibung am Sattel als auch der ständigen Bewegung der Oberschenkel dauerhaft standhält.

Im Praxiseinsatz überzeugen vor allem die Beintaschen: Smartphone, Multitool oder Energieriegel lassen sich dort sicher verstauen, ohne bei ruppigem Untergrund störend hin und her zu springen. Durch die straffe, kontrollierte Elastizität des Materials bleibt die Beladung eng am Körper und kaum spürbar. Abgerundet wird das Konzept durch das Comfort Elastic Sitzpolster, das erkennbar auf die etwas aufrechtere Sitzposition vieler Gravel-Bikes sowie auf lange Stunden im Sattel ausgelegt ist.

#3 Die Windshell-Jacke: Minimalismus im Packmaß

Ergänzt wird die Kollektion durch eine extrem leichte Windshell-Jacke. Bei einer guten Gravel-Jacke geht es längst nicht mehr nur um reinen Windschutz, sondern um ein möglichst flexibles System für wechselnde Bedingungen auf langen Strecken. Genau in diesem Sinne ist die W BIKE ZIP-OFF JACKET WINDSHELL aufgebaut: eine ultraleichte, winddichte Schicht, die sich dank abnehmbarer Ärmel im Handumdrehen von der Jacke zur Weste umbauen lässt. Das Herzstück ist das hauseigene Windshell-Material, das auf geringes Gewicht, kleines Packmaß und zuverlässigen Schutz vor Fahrtwind ausgelegt ist. Trotz der minimalistischen Konstruktion bleibt die Jacke wasserabweisend und atmungsaktiv, sodass sie auch bei intensiver Belastung im Anstieg nicht überhitzt. Verstaut wird sie im eigenen Packbeutel beziehungsweise in der integrierten Tasche – ein Detail, das sie besonders für lange Gravel-Tage prädestiniert.

Im Einsatz spielt die Konstruktion ihre Stärken vor allem im ständigen Wechsel zwischen Körperarbeit und Abfahrt aus: Wird es im Anstieg zu warm, lassen sich die Ärmel abnehmen oder der Zwei-Wege-Frontreißverschluss zur schnellen Belüftung öffnen. In der schnellen, exponierten Abfahrt schützt die geschlossene Form zuverlässig vor Auskühlung. Reflektierende Elemente sorgen dabei für zusätzliche Sichtbarkeit, wenn die Tour sich unerwartet in die Dämmerung zieht.

Fazit

Unser Eindruck: Mit der „SKYS“-Kollektion erfindet Löffler das Gravel-Bekleidungssegment nicht neu – zeigt aber ein bemerkenswert feines Gespür für die tatsächlichen Bedürfnisse ambitionierter FahrerInnen. Statt bestehende Rennradkonzepte lediglich neu zu verpacken, erkennt man den Produkten die enge Zusammenarbeit mit erfahrenen Vielfahrern an. Durchdachte Details wie abnehmbare Ärmel oder kompakt verstaubare Windjacken bieten echten Mehrwert für alle, die frühmorgens bei kühlen Temperaturen starten und Stunden später in sommerlicher Hitze unterwegs sind. Hinzu kommt ein weiterer Pluspunkt: Löffler strickt einen Großteil der verwendeten Stoffe in Österreich und fertigt die gesamte Kollektion in Europa. In Zeiten fragiler Lieferketten und eines wachsenden Bewusstseins für nachhaltige Produktion ist das nicht nur sympathisch, sondern auch ein überzeugendes Qualitätsmerkmal.

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