Hero UCI Marathon World Cup 2026: Die Pyrenäen feiern: Valero und Weinbeer
Der Spanier David Valero Serrano und die Schweizerin Anna Weinbeer gewinnen bei Naturland Andorra, dem dritten Wettkampf des HERO UCI Marathon Cup, dessen Strecke heuer aus einem dreimal zu befahrenden Rundkurs bestand. Auf dem Siegerpodest der Herren wurde ausschließlich Spanisch gesprochen: Hinter Valero kam der Kolumbianer Leo Paez auf den zweiten Platz und der Mexikaner Jose Gerardo Ulloa Arevalo auf den dritten. Bei den Damen schaffte es die Spanierin Natalia Fischer auf Platz zwei und die Italienerin Claudia Perette auf Platz drei.
Die beiden Gewinner des heutigen Tages tragen nun auch das rote Führende-Trikot der Gesamtwertung, mit dem sie beim nächsten Rennen antreten werden, dem HERO Südtirol Dolomites am 13. Juni.
Andorra – Sonntag, den 31. Mai 2026 – Mit dem heutigen Rennen von Naturland Andorra ist beim HERO UCI Cross-Country Marathon World Cup 2026 die Halbzeit erreicht – und am Horizont zeichnen sich bereits die Aspiranten auf den Gesamtsieg ab. Gleichzeitig gilt es, ein rein spanischsprachiges Siegerpodest zu bewundern sowie die Super-Power einer einzelnen Fahrerin.
Doch der Reihe nach. 123 Mountainbiker und -bikerinnen der Kategorien Elite und Master Licence aus 28 Nationen standen heute früh am Start des 64 Kilometer langen Marathonrennens mit einer Höhendifferenz von 2.239 Metern. Sie alle nehmen an der Weltcup-Rennserie teil. Doch wie bei allen Wettkämpfen dieser Marathon-Rennserie konnten auch in Andorra Amateure mitfahren – sie starteten in der Sportanlage des Naturland Bike Centers.

Das Rennen verlief auf einer 22 Kilometer langen Rundstrecke, die dreimal gefahren wurde. Diese Lösung wurde auf der technischen Seite wegen der einfacheren Assistenz-Logistik geschätzt, noch mehr aber von den Wettkämpfern selbst, weil sie das Erarbeiten einer präzisen Rennstrategie möglich machte: Die erste Runde diente dem Kennenlernen der Strecke, die zweite dem Ausdünnen der Spitzengruppe und die dritte dem kraftvollen Einsatz der verbliebenen Energiereserven. So jedenfalls schien es der Spanier David Valero Serrano vom Klimatiza Orbea Team geplant zu haben, der Gegner wie den Norweger Eskil Evensen-Lie und andere Spitzenfahrer, darunter den Weltcup-Führenden Wout Alleman, sich erst einmal verausgaben ließ. In der dritten Runde befand sich der Spanier dann an der Spitze einer Formation, die aus dem Evergreen Leo Paez vom Team Leecougan Basso Factory Racing sowie Dario Cherchi und Samuele Porro bestand. Auf dem letzten Anstieg mussten die beiden Italiener dann jedoch zwei aufholenden Outsidern weichen – dem Schweizer Martin Fanger und dem Mexikaner (mit Wohnsitz in Andorra) Jose Gerardo Ulloa Arevalo. Letzerem scheint die Höhenluft bestens zu bekommen – bereits am Vortag hatte er ein XCO-Rennen in der Naturland-Anlage gewonnen. Beim fünf Kilometer langen Bergauf-Endspurt griff dann Valero an – und kam 15 Sekunden vor dem Kolumbianer Paez ins Ziel, der es nicht mehr schaffte, den Vorsprung des Spaniers aufzuholen. Mit erhobenen Armen und einer Zeit von 2:57:45 fuhr David Valero als Erster über die Zielgerade.
„Ich bin glücklich, es geschafft zu haben! Auch weil ich in meiner Karriere bisher immer unter der Höhe gelitten habe. Doch dieses Jahr habe ich vorab ein Trainingsprogramm in der Sierra Nevada absolviert, gar nicht weit weg von meinem Zuhause, und die Früchte dieser Vorbereitung konnte ich jetzt offensichtlich ernten“, kommentierte David Valero im Ziel.
Platz zwei errang Leo Paez vom Team Leecougan Basso Factory Racing. Nachdem er im letzten Jahr das gleiche Rennen erfolgreich dominiert hatte, bewies er heuer mit seinem Platz zwei, dass die Höhelage von 2.000 Metern sein Idealterrain ist. „Mit der Form, die ich heute gezeigt habe, gehe ich beim HERO Dolomites optimistisch ins Rennen“, so der Kolumbianer im Ziel. Vervollständigt wurde das rein spanisch sprechende Siegerpodest von Andorra mit der Überraschung des Tages – dem Mexikaner Jose Gerardo Ulloa Arevalo und seiner Zeit von 3:00:06.
Mit seinem heutigen Sieg holte sich David Valero vom Belgier Wout Alleman auch das rote Führenden-Trikot der Gesamtwertung. Alleman, der heute nur Zwölfter wurde, bleibt ihm mit nur fünf Punkten Abstand in der Gesamtwertung jedoch auf den Fersen. Wie es weitergeht, wird sich in zwei Wochen in den Dolomiten zeigen.

Bei den Damen ging der Sieg ein weiteres Mal an die Schweizerin Anna Weinbeer vom Team KTM Spada Powered By Brenta Brakes, welche die anspruchsvolle Strecke in einer Zeit von 3:34:08 bewältigte und damit ihren dritten Weltcup-Sieg in Folge errang. Nachdem sie erst im Windschatten der Polin Paula Gorycka-Kurmann unterwegs war (mit bis zu 40 Sekunden Rückstand), gab Weinbeer in der dritten Runde noch mal ordentlich Gas und machte die ehrgeizigen Bemühungen ihrer Gegnerin zunichte. „Es war ein sehr, sehr hartes Rennen, auch wegen der Temperaturen. Trotzdem habe ich einen regelmäßigen Rhythmus gefunden und konnte so mein Rennen fahren“, so die Worte der Gewinnerin. „Ich erlebe gerade eine fantastische Zeit, auch wegen der Unterstützung und Zuneigung meiner Lieben. Natürlich freue ich mich, dass ich weiterhin die Führende in der Weltcup-Gesamtwertung bin. Anderseits schau ich nicht so sehr auf den Rennkalender. Ich freue mich einfach über jeden einzelnen Sieg.“
Ebenfalls auf das Siegerpodest schaffte es die Spanierin Natalia Fischer mit 51”67 Abstand auf die Gewinnerin. Aufgrund der hohen Temperaturen kam sie sehr erschöpft ins Ziel. Platz drei gab es für die Italienerin Claudia Peretti mit einer Zeit von 3:36:08. Sie erkämpfte sich zum ersten Mal bei einem Rennen des HERO UCI Marathon World Cup eine Position unter den ersten Drei. Vierte wurde (zum dritten Mal) die Polin Gorycka-Kurmann. Platz fünf gab es für die amtierende Weltcup-Gewinnerin, die Niederländerin Rosa Van Doorn, die nach einer Verletzung das vorige Rennen in Capoliveri nicht fahren konnte, heute aber wieder mit von der Partie war.

Spannend verlief auch der Wettkampf in der Master-Licence-Kategorie, wo bei den Herren der Spanier Xavier Calaf Garcia siegte und bei den Damen die Britin Sophie Johnson.
Die nächsten UCI-Weltcup-Emotionen werden in weniger als zwei Wochen in den Dolomiten hochgehen, wenn am 13. Juni 2026 die vierte Etappe der Rennserie beim vielgeliebten und viel gefürchteten HERO Südtirol Dolomites über die Bühne geht.
RANKING MEN ELITE
- VALERO SERRANO David SPA KLIMATIZA ORBEA TEAM 2:57:45.64
- PAEZ LEON Hector Leonardo COL LEECOUGAN BASSO 2:58:00.89 +0:15.25
- ULLOA AREVALO Jose Gerardo MEX 3:00:06.22 +2:20.58
- FANGER Martin SUI 3:00:12.72 +2:27.08
- SOUTH Casey SUI 3:00:14.72 +2:29.08
- PÉREZ MARTÍNEZ Luis Francisco SPA KLIMATIZA ORBEA TEAM 3:00:14.80 +2:29.16
- PORRO Samuele ITA KLIMATIZA ORBEA TEAM 3:00:18.17 +2:32.53
- AGOSTINELLI Alessio ITA LEECOUGAN BASSO 3:00:50.12 +3:04.48
- DÍAS José POR KLIMATIZA ORBEA TEAM 3:01:00.53 +3:14.89
- CHERCHI Dario ITA LEECOUGAN BASSO 3:01:23.11 +3:37.47
RANKING WOMEN ELITE
- WEINBEER Anna SUI KTM SPADA 3:34:08.58
- FISCHER Natalia SPA EXTREMADURA ECOPILAS 3:35:00.25 +0:51.67
- PERETTI Claudia ITA 3:36:08.87 +2:00.29
- GORYCKA – KURMANN Paula POL 3:37:03.54 +2:54.96
- VAN DOORN Rosa NED 3:37:44.40 +3:35.82
- GUALANDI Chiara ITA LEECOUGAN BASSO 3:51:24.80 +17:16.22
- BOHLIN Amanda SWE 3:54:49.76 +20:41.18
- MORATH Adelheid GER LEECOUGAN BASSO 3:55:27.13 +21:18.55
- CALDERON MARTINEZ COL 3:56:56.53 +22:47.95
Monica - GRAY Mary NZL 3:57:57.10 +23:48.52
Die vollständigen Rankings sind hier einsehbar.
Bilder: wisthaler.com


