Maximale Freiheit auf der Anhängerkupplung: Der neue Thule VeloSpace 3 im Check
Wer sein Bike liebt, der schiebt – oder er transportiert es sicher zum nächsten Rennen, in den Bikepark oder in den Radurlaub. Mit dem neuen VeloSpace 3 präsentiert Thule die nächste Evolutionsstufe eines Klassikers, der vor allem durch Vielseitigkeit punkten will. Ob wuchtiges E-MTB oder filigraner Carbon-Renner: Wir haben uns angesehen, was der neue Allrounder für die Szene bereit hält.
Die Geometrie-Revolution der letzten Jahre hat unsere Bikes grundlegend verändert: Die Radstände werden länger, die Reifen breiter und die Rahmenmaterialien – Stichwort Carbon – anspruchsvoller. Genau hier setzt Thule mit dem VeloSpace 3 an. Anstatt auf ein „One-Size-Fits-All“-Prinzip zu setzen, das oft Kompromisse erfordert, wurde die neue Generation gezielt auf die Anforderungen moderner Bikes optimiert.
Die Hardware: Robustheit trifft auf intelligente Geometrie
Der erste Blick auf den Thule VeloSpace 3 verrät: Hier wurde nicht an Material gespart. Mit einer maximalen Zuladung von 30 kg pro Fahrrad (bei einer Gesamtkapazität von 60 kg) positioniert sich der Träger klar im Heavy-Duty-Segment.
Das Herzstück der technischen Überarbeitung sind die neuen Haltearme. Thule setzt hier auf ein System mit rotierenden Köpfen und hochfesten Spannriemen. Der Vorteil gegenüber klassischen Klemmbacken: Die Druckverteilung ist deutlich homogener. Für die Besitzer von High-End-Carbonrahmen ist dies ein entscheidendes Sicherheitsfeature, da punktuelle Quetschungen am Ober- oder Sitzrohr effektiv vermieden werden.
Die technischen Eckdaten im Überblick:
- Radstand-Kompatibilität: Bis zu 1350 mm (ideal für moderne „Long & Slack“-Geometrien).
- Reifenbreite: Dank extralanger Felgenhalteschlaufen sind auch breite Reifen (bis zu 4.7 Zoll mit Zubehör) kein Hindernis.
- Erweiterbarkeit: Die 2er- und 3er-Basismodelle lassen sich per Adapter um jeweils ein zusätzliches Bike erweitern.
- Kippmechanismus: Fußpedal-Steuerung mit variablem Winkel (50° Standard, 70° für Vans beim 3er-Modell).

Praktikabilität im Fokus: Der „Van-Faktor“ + Modularität
Jede(r) Roadtrip-erfahrene Radsportler(in) kennt das Problem: Die Bikes sind montiert, aber man muss nochmal an die Kühlbox oder das Werkzeug im Kofferraum. Während viele Träger hier an ihre Grenzen stoßen, bietet der VeloSpace 3 (in der 3er-Variante) einen verstellbaren Neigungswinkel. Dieser lässt sich per Fußpedal von 50° auf 70° erweitern – ein Feature, das besonders BesitzerInnen von kompakten Vans und Bussen mit großen Heckklappen aufatmen lässt.
Standardmäßig für zwei oder drei Fahrräder ausgelegt, lässt sich der Träger mittels Adapter flexibel erweitern. Damit wächst das System mit den Anforderungen – vom Wochenendtrip zu zweit bis zum Familien-Ausflug mit vier Bikes.

Unser Praxistest: Unterwegs mit dem VeloSpace 3
Ein Erfahrungsbericht aus der Redaktion
Wir haben den VeloSpace 3 (3er-Variante) getestet und ihn dabei variabel beladen: mit einem E-Bike sowie – je nach Testdurchlauf – entweder einem Carbon-Gravelbike oder einem Mountainbike und zusätzlich einem Kinderfahrrad.
Montage & Beladung: Die Erstmontage auf der Anhängerkupplung gelingt dank der stabilisierenden Wirkung des Verschlusshebels im wahrsten Sinne des Wortes „einhändig“. Beeindruckend ist der Schienenabstand: Während man bei schmalen Trägern oft mit Schaumstoffpolstern zwischen Gabel und Hinterbau hantieren muss, bietet der VeloSpace genug Raum für die Bikes. Selbst die massiven Boost-Naben moderner Mountainbikes kommen sich hier nicht in die Quere.
Durchdacht bis ins Detail: Praktikabilität & Zubehör: Was den VeloSpace 3 im Alltag von der Konkurrenz abhebt, ist die Liebe zum Detail und das clevere Ökosystem an Zubehör. Thule hat hier offensichtlich genau hingehört, wo es bei Bikern hakt: Um beispielsweise das gefürchtete Anschlagen des Lenkers am Kofferraum oder der Heckscheibe zu verhindern, gibt es den Thule Bike Bumper – einen speziellen Distanzpuffer, der genau dort schützt, wo es eng wird. Für Besitzer schwerer E-Bikes ist zudem die optionale Laderampe (Thule Loading Ramp) ein Segen: Anstatt 25 kg schwere Boliden mühsam auf den Träger zu hieven, werden sie einfach kraftschonend hinaufgerollt. Von den extralangen Felgenhalteschlaufen mit Ratschenfunktion, die selbst bei Fatbikes sicher greifen, bis hin zum integrierten Tragegriff für den einfachen Transport zum Lagerort– es scheint, als wäre an jede Eventualität gedacht worden, um die Anwendung so intuitiv wie möglich zu gestalten.
Das Van-Problem gelöst: Besonders gespannt waren wir auf den erweiterten Kippwinkel von 70°. Viele Fahrer kennen das Problem: Der Träger klappt zwar ab, aber die riesige Heckklappe schlägt dennoch am Träger an. Beim VeloSpace 3 lässt sich der Winkel justieren. Ergebnis: Die Klappe schwingt frei vorbei, und wir kamen problemlos an das Equipment im Kofferraum, ohne ein einziges Rad abnehmen zu müssen.
Fahrverhalten: Auf der Autobahn und auf kurvigen Passstraßen zeigt sich der Träger extrem verwindungssteif. Selbst bei Bodenwellen schwingt das System kaum nach – ein beruhigendes Gefühl, wenn man den Rückspiegel im Blick hat. Die integrierten Schlösser (Gleichschließung möglich) bieten zudem den nötigen Grundschutz beim obligatorischen Kaffee-Stopp an der Tankstelle.









Unser Urteil: Für wen lohnt sich das Upgrade? Der Thule VeloSpace 3 ist kein Discount-Produkt, sondern ein Präzisionswerkzeug. Er ist die richtige Wahl für Fahrer, die schwere E-Bikes und/oder hochwertige Bikes sicher transportieren wollen; unterschiedlichste Bike-Typen besitzen; einen Van oder SUV fahren und uneingeschränkten Zugang zum Heck benötigen. Die Kombination aus der enormen Zuladung und dem Schutz für Carbonrahmen macht ihn aktuell zu einem der vielseitigsten Träger am Markt.
Verfügbarkeit & Preise: Der Roll-out startete im Dezember 2025. Die Investition spiegelt die Premium-Qualität wider: VeloSpace 3 (2 Bikes): 829,00 €; VeloSpace 3 (3 Bikes): 949,95 €; Erweiterungs-Adapter: 199,95 €

“Der Thule VeloSpace 3 ist weniger ein radikaler Umbruch, sondern eine konsequente Weiterentwicklung. Er adressiert genau die Schmerzpunkte, die moderne Radsportler bewegen: Sicherheit für High-End-Material, Kapazität für E-Bikes und echter Bedienkomfort am Fahrzeug.”



