SCHWEDISCHES HAPPY-END IM OLYMPISCHEN DAMENRENNEN
Zuerst der U23-Weltmeistertitel in Nove Mesto, dann ihr erster Weltcupsieg in der Elitekategorie in Lenzerheide und jetzt der Sieg bei den Olympischen Spielen. Dass ihr Aufstieg an die Spitze des Cross Country-Sports so schnell gehen würde, hätte sich die erst 22-jährige Schwedin wohl selber nicht gedacht.
Und das obwohl sie schon seit einiger Zeit zu den großen Talenten des Sports gezählt wird. Schon 2012 konnte sie, eigentlich noch den Juniorinnen zugehörig, zwei Eliminatorweltcupsiege holen. Dadurch wurde auch Thomas Frischknecht, Teammanager des Scott Odlo Racing Teams auf sie aufmerksam. Sie wurde Teil des Teams und was folgte, waren einige U23-Weltcupsiege und eine stetige Entwicklung im Schatten von Nino Schurter. Risveds wird nicht müde zu betonen wie wichtig Nino als Lehrmeister für sie ist.
Maja Wloszczowska konnte wie schon in Peking 2008 die Silbermedaille einfahren. Die Kämpferin aus Polen macht damit ihre im Sprint verpasste Bronzemedaille von der WM in Nove Mesto wett und fügt ihrer Medaillensammlung, in der sich auch bereits schon Titel von Europa- und Weltmeisterschaften befinden, eine weitere hinzu. Dritte wurde Catharine Pendrel, die schon beim Weltcup in Mont Sainte Anne ihre tolle Form unter Beweis stellte. Nachdem sie sich 2011 in Champery und 2014 in Hafjell schon zweimal zur Weltmeisterin krönte, folgte nun ihre erste Olympiamedaille.
Zum Rennverlauf:
Vom Start weg entwickelte sich das Rennen erstmal perfekt für die Schweizerinnen. Linda Indergand konnte sich vom Start weg absetzen und in der Verfolgergruppe versteckte sich Jolanda Neff. Das Tempo machten dort vor allem Maja Wloszczowska und Jenny Risveds. Als Indergand bei Rennhälfte eingeholt wurde, setzte sich Neff zum ersten Mal an die Spitze und reduzierte die Gruppe auf 3 Fahrerinnen. Risveds und Wloszczowska konnten mithalten. Dahinter waren es Gunn-Rita Dahle-Flesjaa, Emily Batty und Katerina Nash, die verzweifelt um den Anschluss kämpften. Mitfavouritin Annika Langvad, die sich nicht weit dahinter befand, aber nicht den besten Eindruck machte, wurde von einem Reifendefekt ausgebremst. Zwei Runden vor Schluss war der Schweizer Traum von einer Medaille aber je beendet, als Neff behindert von Rückenschmerzen aus der Spitze zurückfiel und Pendrel und Batty sie bald einholen konnten. Der Kampf um die Goldmedaille entschied sich in der letzten Runde als Risveds im Rockgarden bergauf und danach auch bergab eine kleine Lücke aufmachen konnte und dann gnadenlos durchzog. Für Wloszczowska war die Silbermedaille ungefährdet, spannend blieb es im Kampf um Platz 3. Pendrel konnte sich am letzten Anstieg etwas absetzten, doch nach der Abfahrt war ihr Batty wieder gefährlich nahe gekommen. Am Ende waren es 2 Sekunden, die Pendrel ins Ziel rettete. Katerina Nash wurde Fünfte, Neff Sechste. Was für ein Rennen!
Was nun?
Ob Jenny Risveds dem Druck einer Olympiasiegerin in Zukunft stand halten wird? Die Gewinnerin des Rennens in London, Julie Bresset, die sich damals ungefähr im selben Alter befand, konnte an ihre damalige Leistung in den letzten Jahren nicht mehr herankommen.
Zeigen wird sich das vielleicht schon beim Weltcupfinale Anfang September in Andorra. Hier wird es auch im Rennen um den Weltcupgesamtsieg noch einmal spannend. Nachdem sich Annika Langvad nach einer eindrucksvollen ersten Saisonhälfte momentan nicht an der Spitze ihrer Leistungsfähigkeit befindet, könnte ihr Catharine Pendrel vielleicht noch einmal gefährlich werden.
Ergebnisse: http://www.uci.ch/mountain-bike/results/

