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Knapp, aber klar: Beers und Blevins gewinnen das Absa Cape Epic 2023, bei den Damen triumphieren Kim Le Court und Vera Looser

Knapp, aber klar: Beers und Blevins gewinnen das Absa Cape Epic 2023, bei den Damen triumphieren Kim Le Court und Vera Looser

Knapp, aber klar: Beers und Blevins gewinnen das Absa Cape Epic 2023, bei den Damen triumphieren Kim Le Court und Vera Looser

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Am Finaltag des Absa Cape Epic 2023 kopierten Georg Egger und Lukas Baum erfolgreich die Taktik ihrer härtesten Konkurrenten Matt Beers und Chris Blevins. Kurz vor dem Ziel in Val de Vie setzten sie sich ab und schnappten sich den Etappensieg am achten letzten Tag des härtesten Etappenrennens in der Mountainbike-Welt. Ein kleiner Trost für die deutschen Vorjahressieger, denn der begehrte Gesamtsieg ging an das Duo Beers/Blevins von Toyota-Specialized-NinetyOne. Die im gelben Leadertrikot gestarteten Schweizer Nino Schurter/Andri Frischknecht (SCOTT-SRAM MTB Racing) rutschten auf den dritten Gesamtrang. Bei den Frauen blieben die Gesamtführenden Kim Le Court und Vera Looser souverän vorne und konnten gelassen Greete Steinburg und Monica Calderon Martinez von Cannondale Vas Arabay den Etappensieg schenken.

Nach der Dramatik der gestrigen Etappe verlief das Grand Finale beim Absa Cape Epic 2023 nahezu ruhig, an den bestehenden Zeitabständen von nur fünfeinhalb Minuten zwischen den Favoriten konnte nur wenig gedreht werden. Nino Schurters Plan, einfach dranzubleiben, ging leider nicht auf. Sein Partner Andri Frischknecht hatte nicht die besten Beine und so mussten die Schweizer im Leadertrikot die Spitzengruppe, an die sich Simon Stiebjahn und Martin Frey (Singer Racing) angekoppelt hatten, ziehen lassen. Eine kurze Bodenprobe von Schurter, als ein verfrühter Osterhase durch den Singletrack hoppelte, steckte der zehnfache Weltmeister und Olympiasieger unbeeindruckt weg.

Wie schon in den vorangegangenen Tagen zeigten sich die vier Topfahrer ebenbürtig. Attacken von Orbea x Leatt x Speed Company Racing im Flachen nach den beiden großen Anstiegen des Finales konnten von Beers/Blevins gekontert werden – im Ziel blieb die Frage, ob das eineinhalb Minuten Polster des südafrikanisch/amerikanischen Duos reichen würde. Der Rückstand der Schweizer reichte sogar noch für Egger und Baum, um mit knappen 22 Sekunden auf den zweiten Gesamtrang zu rutschen. Nino Schurter, nicht glücklich, aber auch nicht frustriert, meinte im Ziel: „So ist das in einem Rennen, die anderen waren diese Woche am Ende stärker, da kann man nichts machen.“ Der Traum von Singer Racing auf einen Sprint-Etappensieg wurde durch einen Ausrutscher von Martin Frey kurz vor der Zielgeraden zerstört. „Jetzt kann ich es ja offen sagen, ich hatte heute wieder Probleme mit dem Rücken“, erklärte Lukas Baum im Interview, „daher konnten wir nicht mit voller Stärke fahren, ich bin froh, dass es so ausgegangen ist“. „Wir kommen wieder, wir freuen uns schon auf nächstes Jahr“, ergänzte sein Teamkollege und bester Freund, Georg Egger.

“Wir wussten seit gestern Abend, dass es heute nur einen Weg zum Sieg gab, nämlich von Anfang an Vollgas zu geben”, sagte Christopher Blevins. “Wir trainieren so hart für diese Rennen und haben in dieser Woche so viel durchgemacht; es ist etwas ganz Besonderes, wenn alles so zusammenpasst wie heute. Wir hatten auf der Strecke immer wieder Infos über die Verfolger, also wussten wir, dass wir vorne liegen, aber man kann nie sagen, wie es ausgeht. Die einzige Möglichkeit ist, so hart wie möglich weiter zu fahren. Wir haben von Anfang bis Ende gelitten, aber das war es wert. Es ist eine große Ehre, das Absa Cape Epic zu gewinnen.”

Matt Beers, nun zweifacher Sieger des Absa Cape Epic, war begeistert von der Leistung und der Unterstützung des Publikums. “Das war ein großartiger Sieg, nicht nur wegen des Finales heute, sondern wegen der ganzen Woche. Nach den Problemen auf der 1. Etappe mussten wir uns aus diesem Rückstand wieder hocharbeiten. Ich denke, das zeigt, wie gut unser Teamwork funktioniert hat und wie sehr wir aneinander glauben. Wir wurden von so vielen Zuschauern unterstützt, ich glaube, wir sind die letzte Etappe auf purem Adrenalin gefahren. Ich bin jetzt völlig erschöpft.”

(c) Sam Clark

In der CM.com Frauen-Kategorie schienen die Anstrengungen der Woche schließlich ihren Tribut bei Amy Wakefield und Candice Lill (e-FORT.net | SeattleCoffeeCo) zu fordern, sie fielen schon früh im Grand Finale zurück. Kim le Court und Vera Looser (Efficient Infiniti Insure) bestätigten ihre Favoritenrolle im orangefarbenen Leadertrikot und holten sich ungefährdet den Gesamtsieg. Der Abstand nach einem zerstörten Hinterrad von Amy Wakefield in der gestrigen Etappe war einfach unaufholbar ohne Materialpech des anderen Teams. Die im Laufe der Woche immer stärker fahrenden Steinburg/Gomez von Cannondale Vas Arabay durften sich – nach Absprache mit Court/Looser – über den Etappensieg im Grand Finale freuen.

“Das ist unglaublich”, sagte Steinburg über den Etappensieg des Teams. “Es ist unsere erste gemeinsame Saison und das große Finale des Absa Cape Epic zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes. Wir sind gut gestartet, haben uns an die Führenden gehalten und konnten es gut durchziehen.”

Die Absa Cape Epic Gewinnerin aus Mauritius, Kim Le Court, war nahezu sprachlos. “Wir haben es geschafft”, war alles, was sie sagen konnte, während um sie herum der Siegeschampagner sprudelte. “Das ist ein unglaubliches Gefühl”, fügte Looser hinzu. “Es war eine lange, harte Woche, und wir mussten wirklich an alle unsere Reserven gehen, aber wir haben es geschafft. Ich glaube, wir brauchen ein oder zwei Wochen, um diesen Gesamtsieg zu verarbeiten!”

Le Court nahm sich einen Moment Zeit, um sich zu beruhigen und fügte hinzu: “Wir hatten heute früh ein mehr als ausreichendes Zeitpolster, wir wussten, dass wir nur gut und konstant fahren mussten. Wir waren froh, dass wir Cannondale Vas Arabay die Arbeit an der Spitze zu überlassen. Wir sagten zu ihnen: ‘Wenn ihr die Arbeit macht, könnt ihr gerne den Ruhm des Etappensiegs haben und wir die Ehre des Gesamtsiegs’.”

Für Wakefield und Lill war es eine brutale Woche voller Emotionen, aber sie schafften es trotzdem, die letzte Etappe mit einem Lächeln zu beenden. “Gestern war ich so fertig”, gab Wakefield zu. “Aber dann habe ich all die Texte in den sozialen Medien gelesen und war den Tränen nahe. Ich war so gerührt von der Unterstützung. Die Dinge, die uns in dieser Woche passiert sind, kann man sich nicht ausdenken, wir haben trotz aller Widrigkeiten einfach weitergemacht.”

2023 Absa Cape Epic Etappe 7 Ergebnisse:

Männer:

  1. Orbea X Leatt X Speed Company: Georg Egger, Lukas Baum – 03:07:26.4
  2. Toyota-Specialized-NinetyOne: Matthew Beers, Christopher Blevins – 03:07:36.7 (+00:00:10.3)
  3. Singer Racing: Simon Stiebjahn, Martin Frey – 03:08:22.7 (+00:00:56.2)

CM.com Frauen:

  1. Cannondale Vas Arabay: Greete Steinburg, Monica Yuliana Calderon Martinez – 04:02:50.5
  2. Efficient Infiniti Insure: Kim le Court, Vera Looser – 04:03:08.9 (+00:00:18.4)
  3. e-FORT. net | SeattleCoffeeCo.: Amy Wakefield, Candice Lill – 04:10:20.8 (+00:07:30.3)

2023 Absa Cape Epic Gesamtklassement:

Männer:

  1. Toyota-Specialized-NinetyOne: Matthew Beers, Christopher Blevins – 26:17:04
  2. Orbea X Leatt X Speed Company: Georg Egger, Lukas Baum – 26:20:53.5 (+00:03:49.5)
  3. SCOTT-SRAM MTB-Racing: Nino Schurter, Andri Frischknecht – 26:21:15.6 (+00:04:11.5)

CM.com Frauen:

  1. Efficient Infiniti Insure: Kim le Court, Vera Looser – 33:11:37.7
  2. e-FORT. net | SeattleCoffeeCo.: Amy Wakefield, Candice Lill – 33:44:02.3 (+00:32:24.6)
  3. NinetyOne-songo-Specialized: Sofia Gomez Villafane, Katerina Nash – 33:54:55.4 (+00:43:17.7)

Die vollständigen Ergebnisse hier.

Titelbild (c) Nick Muzik/Cape Epic

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