Reisebericht: Auf der Suche nach den schönsten Bike-Momenten im Ausseerland Salzkammergut
Es gibt Orte, die man nie satt sieht. Orte, an denen man auch nach unzähligen Ausfahrten noch kurz stehen bleibt, um den Blick schweifen zu lassen. Für uns ist das Ausseerland Salzkammergut genau so ein Ort. Wer hier aufwächst, nimmt vieles als selbstverständlich wahr. Den Blick auf den Loser am Morgen. Die tiefblauen Seen zwischen den Bergen. Die Almen, die seit Generationen bewirtschaftet werden. Die Schotterstraßen, die sich durch Wälder und Almwiesen ziehen. Für uns gehörte das immer zum Alltag. Bis Freunde von außerhalb mit dem Mountainbike zu Besuch kamen.
Während wir die Räder aus dem Auto luden, wanderten ihre Blicke bereits über die Landschaft. Dort die schroffen Kalkwände des Toten Gebirges, dahinter die sanften Hügel des Salzkammerguts und dazwischen das intensive Blau der Seen. Was für uns Heimat ist, wirkt auf viele Besucher wie eine Postkarte. Genau das macht Mountainbiken im Ausseerland Salzkammergut so besonders. Hier führt beinahe jede Tour durch eine Landschaft, die von Kontrasten lebt: Wasser und Fels, Almen und Berggipfel, Stille und Weite. Hinter jeder Kurve eröffnet sich ein neuer Blick auf einen See, eine Alm oder eine Bergkulisse, die man am liebsten sofort fotografieren würde.
Das Mountainbike wird dabei zum perfekten Begleiter. Es bringt uns an Orte, die mit dem Auto verborgen bleiben, und lässt gleichzeitig genug Zeit, die Umgebung bewusst wahrzunehmen. Vom Ufer des Altausseer Sees bis hinauf zu den aussichtsreichen Höhen rund um den Loser erleben wir eine Region, die sich ihren ursprünglichen Charakter bewahrt hat. Auch für uns gehört genau das zu den schönsten Seiten des Mountainbikens im Ausseerland Salzkammergut. Obwohl wir die Region seit unserer Kindheit kennen, entdecken wir auf jeder Ausfahrt neue Perspektiven. Mal spiegelt sich der Loser im Wasser des Altausseer Sees, mal öffnet sich hinter einer Almwiese plötzlich der Blick über das gesamte Ausseer Becken. Es sind diese Momente, die uns immer wieder aufs Rad steigen lassen – und die wir in diesem Beitrag mit euch teilen möchten.
Wer das Ausseerland Salzkammergut mit dem Mountainbike erkundet, merkt schnell: Die besonderen Bike-Momente warten oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet. Hinter einer Kurve, auf einer Alm oder an einem Aussichtspunkt hoch über den Seen. Die folgenden drei Touren führen genau zu solchen Orten und zeigen, wie vielfältig das Mountainbiken im Ausseerland sein kann.
Drei Touren, die das Ausseerland Salzkammergut
von seiner vielfältigsten Seite zeigen

#1 Sandling Runde – Auf Schotterwegen dem Dachstein entgegen
Gesamtlänge: ca. 35 km
Höhenmeter: ca. 1.350 hm
Schwierigkeitsgrad: schwer (lange Anstiege mit teils sehr steilen Passagen bis 17 %)
Dauer: ca. 3–6 Stunden (je nach Kondition, Fahrtechnik und Pausen)
Start/Ziel: Altaussee → Blaa Alm → Rettenbachalm → Raschberg → Agatha → Waldgraben → Altaussee
Highlight: Rettenbachklamm, Rettenbachalm, Hütteneckalm sowie spektakuläre Ausblicke auf den Hallstätter See und den Dachsteingletscher
Einkehrmöglichkeiten: Blaa-Alm, Rettenbachalm, Refugium am See in Altaussee, Stefan Haas Fine Dine in Altaussee
Tour-Charakter: Klassische Gravel- und Mountainbiketour mit ordentlich Höhenmetern, alpinem Charakter und atemberaubenden Ausblicken auf den Dachsteingletscher. Die Route verbindet lange, fordernde Anstiege mit eindrucksvollen Naturerlebnissen und spektakulären Panoramen. Ideal für ambitionierte Mountainbiker und Gravelbiker, die sportliche Herausforderung und landschaftliche Intensität miteinander verbinden möchten.
Es gibt Touren, bei denen man bereits nach wenigen Kilometern spürt, dass etwas Besonderes vor einem liegt. Die Sandling Runde gehört für uns genau in diese Kategorie. Sie verbindet beeindruckende Naturlandschaften, einsame Almgebiete und sportliche Herausforderungen zu einem Bike-Erlebnis, das man im Ausseerland Salzkammergut nicht so schnell vergisst.
Wir starten im Ortszentrum von Altaussee. Die Morgensonne taucht die umliegenden Berge in warmes Licht, während wir uns langsam der Blaa Alm nähern. Noch ist die Strecke entspannt, doch die Vorfreude auf das, was vor uns liegt, wächst mit jedem Kilometer. Kurz darauf führt uns die Route durch die Rettenbachklamm. Die steilen Felswände, das tosende Wasser und die wilde Landschaft verleihen diesem Abschnitt eine beinahe alpine Dramatik. Wenig später öffnet sich das Gelände und macht den Blick auf die weitläufige Rettenbachalm frei. Die bewirtschafteten Hütten liegen eingebettet in einer beeindruckenden Naturlandschaft und laden förmlich zu einer ersten Rast ein. Doch für uns ist klar: Die eigentliche Herausforderung wartet erst noch.


Hinter der Alm beginnt der lange Anstieg Richtung Raschberg. Knapp 900 Höhenmeter verteilt auf rund achteinhalb Kilometer verlangen eine gute Portion Ausdauer. Die durchschnittliche Steigung von etwas mehr als zehn Prozent fordert Konzentration, einige Rampen mit bis zu 17 Prozent lassen die Beine zusätzlich arbeiten. Kilometer für Kilometer schrauben wir uns höher, während die Landschaft immer ursprünglicher wirkt. Die Geräusche des Tals verschwinden, zurück bleiben nur das Knirschen der Reifen auf dem Schotter und die beeindruckende Bergkulisse ringsum.
Als wir schließlich das Hochplateau erreichen, sind sämtliche Mühen vergessen. Vor uns breitet sich eine Landschaft aus, die man in dieser Form eher von großen Alpenüberquerungen kennt. Die Hütteneckalm liegt eingebettet in einer nahezu unberührten Bergwelt, der Hallstätter See glitzert tief unten im Tal und darüber thront der mächtige Dachsteingletscher. Wir bleiben stehen und lassen die Eindrücke auf uns wirken. Es sind diese Momente, für die man bereitwillig jeden einzelnen Höhenmeter in Kauf nimmt.



Besonders beeindruckend ist die Weite. Keine Straßen, keine Liftanlagen, keine Hektik. Nur Berge, Almen und ein Panorama, das sich scheinbar endlos bis zum Dachstein erstreckt. Wer das Gefühl einer Transalp liebt, wird sich hier sofort zuhause fühlen.
Nach der ausgiebigen Fotopause beginnt die lange Abfahrt Richtung Agatha. Die Schotterwege schlängeln sich durch die Berglandschaft und lassen die zuvor hart erarbeiteten Höhenmeter rasch dahinschmelzen. Doch die Tour hält noch einen letzten Höhepunkt bereit. Über den Waldgraben führt die Strecke zurück Richtung Altaussee und passiert dabei das traditionsreiche Altausseer Salzbergwerk. Die Verbindung von Natur, Geschichte und Kultur ist im Ausseerland allgegenwärtig – und macht auch diese Runde zu etwas Besonderem.


Zurück in Altaussee bleibt vor allem ein Eindruck: die unglaubliche Vielfalt dieser Tour. Von der wilden Rettenbachklamm über die idyllischen Almen bis hin zu den spektakulären Ausblicken auf Dachstein und Hallstätter See bietet die Sandling Runde alles, was man sich von einem großen Mountainbike-Tag in den Bergen wünschen kann. Und als wäre das nicht schon genug, wartet mit dem glasklaren Altausseer See direkt am Tourenende die perfekte Belohnung. Ein Sprung ins kühle Wasser bildet den krönenden Abschluss eines Bike-Tages, der noch lange in Erinnerung bleibt.

#2 Almgraben Runde – Familienabenteuer zwischen Almwiesen und Moorlandschaft
Gesamtlänge: ca. 23 km
Höhenmeter: ca. 400 hm
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel (gleichmäßiger Anstieg, technisch unkompliziert)
Dauer: ca. 1,5–3 Stunden (je nach Kondition, Pausen und Abstechern)
Start/Ziel: Ortszentrum Bad Mitterndorf → Steinitzenalm → Pichl-Kainisch → Obersdorf → Bad Mitterndorf
Highlight: Steinitzenalm, Ödensee, Knoppenmoos und Ausblicke auf den Grimming
Einkehrmöglichkeiten: Genuss am See (Ödensee, kleiner Umweg), Steinitzenalm, Koglers Kuchl
Tour-Charakter: Ideal für Familien mit bike-erfahrenen Kindern. Die moderaten Steigungen, breiten Forstwege und zahlreichen Möglichkeiten für Pausen machen die Almgraben Runde zu einer entspannten Genusstour für Groß und Klein.
Schon auf den ersten Kilometern zeigt sich, warum die Almgraben Runde zu unseren Lieblingsrunden zählt. Während unsere siebenjährige Tochter auf ihrem eigenen Bike munter vorausfährt, kommentiert unser zweieinhalbjähriger Sohn vom Shotgun-Sitz jede Kuh, jeden Bach und jede Brücke entlang des Weges. Das Tempo ist gemütlich, die Stimmung entspannt – und genau so soll ein gemeinsamer Bike-Tag aussehen.
Von Bad Mitterndorf aus rollen wir zunächst gemütlich Richtung Kragl. Die ersten Kilometer eignen sich perfekt zum Einrollen, bevor die Forststraße entlang des Almgrabens langsam an Höhe gewinnt. Die Steigung bleibt dabei angenehm gleichmäßig und fordert nie mehr, als man bereit ist zu geben. Genau diese Charakteristik macht die Runde auch für Familien oder weniger ambitionierte Biker besonders attraktiv. Mit jedem Höhenmeter verändert sich die Landschaft. Die Wälder werden lichter, die Blicke weiter und plötzlich öffnet sich vor uns die weitläufige Almlandschaft rund um die Steinitzenalm.




Es sind jene Momente, die den besonderen Reiz des Mountainbikens im Ausseerland Salzkammergut ausmachen. Saftig grüne Almwiesen, vereinzelte Hütten und dahinter die markanten Gipfel des Toten Gebirges – eine Kulisse, die zum Verweilen einlädt.
Aus einer kurzen Trinkpause wird schnell ein längerer Aufenthalt. Während die Kinder die Umgebung erkunden, genießen wir die Ruhe und lassen den Blick über die Alm schweifen. Nach der Steinitzenalm klettert die Strecke noch einige Höhenmeter weiter bergauf, ehe der höchste Punkt der Tour erreicht ist. Doch lange dauert die Anstrengung nicht an, denn schon wenig später beginnt die rasante Schotterabfahrt Richtung Pichl-Kainisch. Die breiten Forstwege bieten ausreichend Fahrspaß, ohne technisch anspruchsvoll zu werden. Besonders am Kindersitz wird jede Bodenwelle und jede Kurve mit hörbarer Begeisterung quittiert – und spätestens jetzt ist klar, dass die Tour auch bei den jüngsten Bikern bestens ankommt.
In Pichl-Kainisch angekommen, lohnt sich ein kleiner Abstecher zum Ödensee. Eingebettet zwischen Wäldern und Moorlandschaften zählt er zu den ruhigeren Naturjuwelen der Region. An windstillen Tagen spiegelt sich die umliegende Bergwelt nahezu perfekt im Wasser – ein Ort, an dem man automatisch langsamer wird und gerne etwas länger verweilt. Für den Rückweg folgen wir dem Radweg über Mühlreith und vorbei am Knoppenmoos zurück Richtung Bad Mitterndorf. Immer wieder eröffnen sich dabei beeindruckende Ausblicke auf das Hinterberger Tal und den mächtigen Grimming, der die Landschaft dominiert wie kaum ein anderer Berg der Region. Die Beine drehen mittlerweile fast von selbst, während wir die letzten Kilometer entspannt ausrollen lassen.



Als wir schließlich wieder am Ausgangspunkt ankommen, sind es nicht die gefahrenen Kilometer oder die absolvierten Höhenmeter, die in Erinnerung bleiben. Es sind die kleinen Momente dazwischen: das Staunen auf der Alm, das Kinderlachen auf der Abfahrt und die vielen Ausblicke auf eine Landschaft, die selbst für uns Einheimische nie ihren Reiz verliert. Genau deshalb gehört die Almgraben Runde für uns zu jenen Touren, die wir immer wieder gerne fahren.

#3 Salza Runde – Die große Klassiker-Tour im Ausseerland
Gesamtlänge: ca. 42 km
Höhenmeter: ca. 700 hm
Schwierigkeitsgrad: mittel (mehrere Anstiege, teils steil, aber gut fahrbar auf Forst- und Asphaltwegen)
Dauer: ca. 2–4 Stunden (je nach Kondition, Pausen und Badestopp am Grundlsee)
Start/Ziel: Bad Mitterndorf → Kochalm → Grundlsee (Gößl) → Archkogl → Radlingpass → Kanisch → Knoppen → Obersdorf → Bad Mitterndorf
Highlight: Kochalm, Klaushöfl-Anhöhe, Grundlsee („Steirisches Meer“) mit Bademöglichkeit, Ausblicke auf den Grimming, sowie der Radlingpass und weite Panoramablicke ins Hinterberger Tal
Einkehrmöglichkeiten: Gasthaus Seeblick, Wiesencafé Zlaim, Lenzbauer Alm (Umweg)
Tour-Charakter: Abwechslungsreiche Genuss- und Konditionstour mit knackigen Anstiegen, flüssigen Abfahrten und landschaftlicher Vielfalt. Die Route kombiniert Almerlebnis, Seenlandschaft und Panoramaausblicke zu einer der vielseitigsten Rundtouren im Ausseerland.
Die Salza Runde ist zu Recht eine der beliebtesten Touren im Ausseerland – und sie trägt ihren Namen nicht zufällig. Immer wieder begleitet uns die Salza auf dieser Runde, mal sichtbar im Tal, mal nur als leiser Begleiter im Hintergrund. Eine Tour, die Dörfer, Almen, knackige Anstiege, schöne Abfahrten, geniale Ausblicke und Seen miteinander verbindet – abwechslungsreich und landschaftlich durchgehend stark.
Wir starten in Bad Mitterndorf und lassen den Kirchturm schnell hinter uns. Die Strecke zieht gleichmäßig in Richtung Kochalm an und sorgt früh für einen angenehmen, konstanten Rhythmus. Während wir Höhenmeter sammeln, öffnet sich das Hinterberger Tal Stück für Stück, und immer wieder blitzt im Talverlauf die Landschaft der Salza durch die Bäume und Wiesen hindurch.

Von der Kochalm geht es weiter auf Schotterwegen, vorbei an mehreren Almen, die sich ruhig in die Berglandschaft einfügen. Mit zunehmender Höhe wird der Anstieg fordernder, die Steigung zieht spürbar an und verlangt im oberen Abschnitt noch einmal volle Konzentration. Das letzte Stück wirkt dabei fast kompromisslos steil – umso intensiver ist der Moment, wenn wir den höchsten Punkt erreichen und sich die Landschaft plötzlich weit öffnet. Die anschließende Abfahrt führt uns hinunter Richtung Gößl, wo sich die Szenerie völlig verändert. Vor uns liegt der Grundlsee – das „Steirische Meer“ und zugleich der größte See der Steiermark.
Das Wasser wirkt ruhig und klar, eingerahmt von Bergen, die sich eindrucksvoll darin spiegeln. Ein Ort, der automatisch zum Anhalten einlädt und viele dazu bringt, hier etwas länger zu verweilen.

Entlang der Uferstraße rollen wir weiter Richtung Archkogl, begleitet vom Blick auf See und Bergwelt. Die Strecke bleibt flüssig, landschaftlich intensiv und angenehm zu fahren, bevor die Tour noch einmal anzieht. Über den Radlingpass wartet ein letzter kurzer, aber knackiger Anstieg. Unmittelbar vor der Abfahrt zweigt links die Schotterstraße zur bewirtschafteten Lenzbauernalm ab. Danach öffnet sich die Landschaft ein letztes Mal, während wir am Fuße des Kampl vorbei über Kanisch, Knoppen und Obersdorf zurück nach Bad Mitterndorf rollen.

Begleitet werden wir dabei immer wieder von weiten Ausblicken auf das Hinterberger Tal und den markanten Grimming. Eine Kulisse, die sich fast durch die gesamte Tour zieht – und die der Salza Runde ihren besonderen Charakter verleiht: abwechslungsreich, fordernd und landschaftlich durchgehend eindrucksvoll.
Fazit: Vielfalt auf zwei Rädern
Drei Touren, drei sehr unterschiedliche Zugänge zum Ausseerland Salzkammergut – und doch erzählen sie alle dieselbe Geschichte. Von ruhigen Momenten auf der Alm, über fordernde Anstiege mit alpinem Charakter bis hin zu genussvollen Runden entlang von Seen und durch Täler zeigt sich die Region immer wieder neu.
Vielleicht sind es genau diese Kontraste, die das Mountainbiken hier so besonders machen. Dass man an einem einzigen Tag zwischen stiller Natur, sportlicher Herausforderung und beeindruckenden Panoramen wechseln kann – und dabei nie das Gefühl verliert, wirklich angekommen zu sein. Denn am Ende geht es im Ausseerland Salzkammergut nicht nur um die Strecke, die man fährt. Sondern um die Momente, die dazwischen entstehen.
Dein Bike-Erlebnis im Ausseerland beginnt jetzt!
Ob sportlich ambitioniert oder genussvoll entspannt – das Ausseerland Salzkammergut
bietet ideale Bedingungen für dein nächstes Bike-Abenteuer.
Mehr Informationen & Tourentipps:
www.ausseerland.at/biken
