Bad Kleinkirchheim, 17. Juni 2015 – Juri Ragnoli (ITA) hat das gesamte internationale Teilnehmerfeld auf der Auftaktetappe der dritten Protective BIKE Four Peaks überrascht. Der Team Scott-Fahrer bewältigte den Rundkurs um Bad Kleinkirchheim (49,36 km, und 2.349 Hm) in 2:29.54,1 Stunden und verwies damit Titelverteidiger Christoph Sauser von Specialized Racing mit 4.43,1 Minuten Vorsprung auf Platz zwei (2:34.37,2). Uwe Hochenwarter vom Team Bikearena Obertraun rundete das Männerpodium als Dritter ab (2:34.46,0). In aufsteigender Form präsentierte sich auch David Schöggl vom Team KTM RAD.SPORT.SZENE Ausseerland auf Rang Sechs (2:38:20).

Bereits im ersten Anstieg zur Bergstation der Kaiserburgbahn (10,83 km und 985 Hm) hatte sich das 26-jährige Fliegengewicht trotz des hohen Tempos im Feld einen Vorsprung von knapp 20 Sekunden herausfahren können und sich so das Rotgepunktete Trikot des besten Bergfahrers gesichert.
Aber anders als erwartet zeigte der bis dato eher in seinem Heimatland in Erscheinung getretene Mountainbiker bei seinem ersten Etappenrennen auch starke Abfahrts-Qualitäten. Ausgang der MAXXIS Enduro Challenge ‘Speed Hero’, die Ragnoli ebenfalls für sich entschied, war der Italiener bereits knapp 2:30 Minuten vor Sauser, dem Topfavoriten im 800 Starter großen Feld.
Im zweiten Anstieg zum Kolmnock und dem anschließenden Ritt über die Ski-Weltcup-Strecke der Damen ins Ziel baute Ragnoli dann seinen Vorsprung weiter aus.
„Es ist es für mich ein großartiger Sieg. Ich hoffe, dass ich das die nächsten Tage wiederholen kann. Ich bin derzeit richtig gut in Form, wusste aber nicht wie ich international stehe. Ich habe aber gesehen, dass ich im Anstieg gut mithalten kann“,
so Ragnoli nach seinem Überraschungs-Coup.
Allerdings wusste der 26-Jährige auch, dass vor allem der Titelverteidiger durch seine zwei gebrochenen Rippen gehandicapt an den Start gegangen war: „Ich denke, dass Christoph [Sauser] schon eingeschränkt war.“
Eine Aussage, die der mehrmalige Weltmeister, der in den letzten Jahren nach der Auftaktetappe immer das Gelbe Trikot inne hatte, nur bestätigen konnte: „Ich wusste, dass Ragnoli super stark ist, aber durch die schmerzhafte Verletzung bin ich auch nicht so stark wie in den Jahren zuvor. Ich merke es in den Anstiegen und den Abfahrten.“
Dennoch hat der Olympiadritte von Sidney seinen Optimismus noch nicht verloren: „Ich hoffe, ich kann mich gut erholen. Ich bin zwar nicht auf meinem normalen Niveau, aber mal sehen, wie er [Ragnoli] sich die nächsten Tage schlägt.“
Während Sauser naturgemäß ein wenig enttäuscht wirkte, war der Tagesdritte Uwe Hochenwarter absolut zufrieden mit seinem Ergebnis bei seiner Four Peaks-Premiere.
„Das ist ein Wahnsinnsauftakt. Das hätte ich mir nie erwartet. Dass ich mit Christoph Sauser habe mitfahren können, ist ein absoluter Traum in meiner Heimat“, so der bestplatzierte Österreicher.
Niederländerin erkämpft sich Sieg in der Damenwertung
Für einen anderen Four Peaks-Neuling ging ebenfalls ein Traum in Erfüllung. Sanne van Paassen von Specialized zeigte im zweiten Anstieg enormes Kämpferherz und fing die zur Rennhälfte noch führende Dame Angelika Tazreiter (AUT) vom SV Kürnberg dank eines fulminanten Antritts noch ab.
Am Ende standen für die Niederländerin 3:24.03,3 Stunden und ein Vorsprung von 3.58,1 Minuten auf die zweitplatzierte Österreicherin zu Buche. „Ich bin wie immer zu schnell gestartet, aber auf dem ersten Downhill konnte ich mich zum Glück ganz gut erholen. Der zweite Anstieg kam mir dann eher entgegen. Jetzt bin ich natürlich glücklich. Das Trikot war mein Ziel, und das will ich jetzt verteidigen“, so van Paassen.
Dritte wurde Cornelia Hug (SUI, 3:30.17,0) von Crazy Velo Shop Scott.
Österreicher bei Senioren vorne
In der Masters-Wertung (Männer Ü40) setzte sich Anton Warter (AUT, 2:50.55,8) von KTM RAD.SPORT.SZENE Ausseerland durch. In der Grand Masters-Kategorie (Männer Ü50) siegte dessen Teamkollege Heinz Zörweg (AUT, 2:58.50,9).
Die zweite Etappe des viertägigen Rennens führt über abwechslungsreiche 91,05 km und 1.969 Höhenmeter von Bad Kleinkirchheim nach Hermagor. Der Start erfolgt um 9:00 Uhr. an der Talstation der Kaiserburgbahn.
Ergebnisse
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