Im Test: woom EXPLORE e – Eingebauter Rückenwind für echte Familienabenteuer
Mit dem woom EXPLORE e bricht der österreichische Kinderrad-Pionier in eine neue Ära auf. Ein sportliches Allround-E-Bike für Kids und Jugendliche, das vor allem durch ein innovatives, modulares Konzept, geringes Gewicht und eine klare Ausrichtung auf echte Familienabenteuer überzeugt. Wir hatten das E-Modell im intensiven Praxistest und haben überprüft, ob sich die für woom typische Kombination aus geringem Gewicht, durchdachter Ergonomie und hoher Alltagstauglichkeit auch im E-Bike-Segment wiederfindet.
E-Bikes für Kids: Warum der eingebaute Rückenwind für Familien Sinn macht
In einer Community, die traditionell auf reine Muskelkraft setzt, stoßen motorisierte Kinderfahrräder gerne mal auf Skepsis. Schließlich wollen wir den Nachwuchs fit sehen, die Natur aus eigener Kraft erleben lassen und den sportlichen Ehrgeiz wecken. Warum also ein Motor?
Die Antwort liegt nicht im Wunsch nach weniger Anstrengung, sondern im gemeinsamen Erlebnis und der Möglichkeit, als Familie größere Distanzen und anspruchsvollere Touren zu bewältigen. Wer kennt es nicht: Die Sonntagsrunde scheitert oft an den ungleichen Leistungsniveaus innerhalb der Familie. Während die Eltern auf ihren Mountainbikes oder Gravelrädern mühelos den Anstieg hochkurbeln, kämpfen die Kids schnell mit Frustration. Ein clever konzipiertes E-Bike fungiert hier als genialer Ausgleich. Es nimmt nicht den Trainingseffekt (denn getreten werden muss immer noch), sondern die Demotivation bei steilen Rampen. Zudem erweitert es den Radius für gemeinsame Touren enorm. Aus der kurzen Spielplatzrunde wird plötzlich ein echter Wochenendausflug in die Berge. Genau hier setzt woom mit dem neuen woom EXPLORE e an: Ein Bike, das die Brücke zwischen maximaler Selbstständigkeit der Kids und dem gemeinsamen Familiensport schlägt.
Das Konzept: Minimalistischer Antrieb, maximal flexibel
Woom geht beim EXPLORE e einen erfrischend anderen Weg als viele Mitbewerber, die schwere Akkus fest im Unterrohr verbauen. Die kraftvolle Basis des Allrounders bildet das MAHLE X30 Antriebssystem: Mit einem Drehmoment von 45 Nm schiebt der Heckmotor ordentlich an, liefert seine Unterstützung bis 25 km/h aber extrem harmonisch und kindgerecht ab.
Den perfekten Partner findet der Motor im externen Mahle iX1, der im kompakten Trinkflaschenformat unauffällig am Rahmen sitzt und eine Kapazität von 171 Wh besitzt. Die drei Unterstützungsstufen werden dabei direkt am Akku selbst oder über die Mahle SmartBike App gewechselt. Darüber hinaus liefert die App zahlreiche Zusatzinformationen wie Akkustand, Reichweite, Fahrdaten oder individuelle Anpassungsmöglichkeiten für die Unterstützungscharakteristik. Woom verzichtet dennoch bewusst auf ein Lenkerdisplay oder zusätzliche Schalter – eine durchdachte Entscheidung, um die Kids im Gelände vor unnötiger Ablenkung zu schützen und den Fokus voll auf der Fahrlinie zu halten.

Der eigentliche Clou ist jedoch die kompromisslose Modularität: Der Akku wiegt gerade einmal 1,2 kg und lässt sich mit wenigen Handgriffen abnehmen – genauso schnell ist er auch wieder einsatzbereit, nachdem er ganz unkompliziert per USB-C-Kabel an jeder Steckdose aufgeladen wurde. Das bedeutet im Klartext: Das woom EXPLORE e lässt sich völlig uneingeschränkt und ohne nennenswerten Tretwiderstand auch als ganz klassisches Mountainbike fahren. Ein unschätzbarer Vorteil, um das Bike im Handumdrehen an das jeweilige Tagesziel, das Streckenprofil oder die gewünschte sportliche Herausforderung anzupassen.

In wenigen Sekunden vom E-Bike zum klassischen Mountainbike: Der nur 1,2 Kilogramm leichte Akku lässt sich werkzeuglos entnehmen und bequem per USB-C laden.
Das woom EXPLORE e in zwei Größen
Das woom EXPLORE e kommt in zwei Größen auf den Markt – zugeschnitten auf Kids und Jugendliche von ca. 7 bis 14 Jahren. Das Design präsentiert sich im edlen graphite grey mit einer sportlich-kantigen Rahmenarchitektur aus hochwertigem AA-6061-Aluminium.
| Modell | Spezifikationen & Geometrie | Alter |
| woom EXPLORE e 5 | • GRÖSSE: 24 Zoll • GEWICHT: 12,7 kg (inkl. Antrieb) • ANTRIEB: Schwalbe Billy Bonkers 24×2″ Reifen, microSHIFT Acolyte 8-Gang-Schaltung (11–32 Z.) | ca. 7-11 Jahre |
| WOOM EXPLORE E 6 | • GRÖSSE: 26 ZOLL • GEWICHT: 13,2 kg (inkl. Antrieb) • ANTRIEB: Schwalbe Billy Bonkers 26×2″ Reifen, microSHIFT Acolyte 8-Gang-Schaltung (11–34 Z.) | CA. 10-14 JAHRE |






Der Einsatzbereich: Ein echter All-Terrain-Allrounder
Das woom EXPLORE e schließt als sportlicher Allrounder die Lücke zwischen urbanem Alltag und anspruchsvollem Freizeit-Einsatz. Seine Vielseitigkeit erstreckt sich über drei wesentliche Bereiche:
- Der Familien-Equalizer: Perfekt für lange Schotterpisten, Forststraßen und knackige Anstiege in den Bergen. Kids können bei Distanzen und Höhenmetern problemlos mit den Erwachsenen mithalten.
- Leichte Offroad-Abenteuer: Ideal für Waldwege, Schotterpassagen und einfache Singletrails (Flowtrails).
- Unabhängiger Alltag: Der tägliche Weg zur Schule oder zu Freunden verliert – selbst mit schwerem Rucksack und topografischen Hürden – komplett seinen Schrecken. Über optionale Schutzbleche, Lichtsets und Gepäckträger ist das Rad voll alltagstauglich erweiterbar.
Im Praxistest: Maximale Kontrolle und clevere Ergonomie
Woom-typisch kommt das EXPLORE e fast vollständig vormontiert im Karton an. Der Aufbau zu Hause ist selbst für Laien in wenigen Minuten erledigt: Werkzeug liegt bei, es müssen lediglich der Lenker gerichtet, die Pedale angeschraubt und das Vorderrad eingesetzt werden. Wichtig für den allerersten Einsatz: Vor der Jungfernfahrt sollte der Akku einmal komplett auf 100 % aufgeladen werden, um die Zellen perfekt zu kalibrieren.




Keyfacts unseres Praxistests
| Testzeitraum | 2 Monate |
| Testmodell | woom EXPLORE e 6 |
| Testfahrer/in | Sami (10 Jahre) |
| Anzahl Ausfahrten | ca 15 Touren/Ausfahrten |
| Terrain | Asphalt, Schotter, Forstwege, Waldwege, leichte Trails |
| Längste Tour | 32 km |
| Maximale Höhenmeter | ca. 900 hm |
| Unterstützungsstufen | Alle drei Modi getestet |
| Testschwerpunkt | Familienabenteuer, alpine Touren und Alltagseinsatz |
Spurtreue trifft Agilität: Das Fahrverhalten
Die Geometrie des EXPLORE e schafft einen beeindruckenden Spagat: Der Rahmen ist sportlich-gestreckt genug, um auch im steilen Uphill ordentlich Druck auf das Vorderrad zu bringen, bietet aber gleichzeitig eine angenehm aufrechte Sitzposition für maximale Übersicht. Auf dem Trail zeigt sich das Bike extrem gutmütig. Dank des großzügig dimensionierten Gabelnachlaufs läuft das woom auch bei Abfahrten jenseits der 25 km/h absolut spurstabil, ohne nervös zu werden.
Gleichzeitig sorgt der tiefe Schwerpunkt – begünstigt durch die clevere Positionierung des kompakten Akkus – für ein spielerisches Handling in schnellen Kurvenwechseln. Ganz wichtig für die Sicherheit im Gelände: Das MAHLE Antriebssystem liefert Kindern genau die richtige Portion Power, ohne es zu überfordern. Die Unterstützung lässt sich in 3 feinstufigen Unterstützungsstufen regeln – angepasst an das jeweilige Fahrkönnen, die Topografie und die individuellen Bedürfnisse des Nachwuchses.
Die intuitive LED-Anzeige direkt am Akku hatte unser zehnjähriger Testfahrer Sami schnell verstanden. Je nach Steigung passte er die Unterstützungsstufe eigenständig an und nutzte die höchste Stufe vor allem bei längeren Bergauffahrten. Dort machte sich die zusätzliche Unterstützung deutlich bemerkbar und sorgte dafür, dass auch anspruchsvollere Anstiege ihren Schrecken verloren. Überzeugend präsentierte sich zudem die Reichweite: Im Rahmen unserer Testfahrten erwies sich die Akkukapazität als mehr als ausreichend für typische Familien – und Tagestouren.
Brems-Performance für kleine Finger
Wer schnell fährt, muss auch sicher zum Stehen kommen. Woom verbaut beim EXPLORE e hydraulische Flatmount-Scheibenbremsen von Promax. Das ist kein optisches Gadget, sondern im Gelände essenziell: Die Bremshebel wurden speziell für die Ergonomie von Kinderhänden entwickelt. Sie lassen sich im Handumdrehen in der Griffweite verstellen, sodass auch kleinere Finger die Hebel perfekt umschließen können. Die Bremskraft lässt sich mit minimalem Kraftaufwand extrem fein dosieren. Ein blockierendes Hinterrad oder ein unkontrollierter Abgang über den Lenker werden so effektiv verhindert – selbst bei Nässe und Schlamm packen die Stopper knackig zu. Ein weiteres Ergonomie-Highlight: Der mitwachsende Vario-Vorbau passt das Cockpit sowohl in der Höhe als auch in der Länge perfekt an den nächsten Wachstumsschub an

Grip und Dämpfungskomfort ohne Federgabel
Auf den ersten Blick mag die Starrgabel aus Aluminium den einen oder anderen Trail-Fan skeptisch machen. Doch im harten Gelände-Einsatz zeigt sich schnell die Logik dahinter: Eine billige, schwere Federgabel würde das Gesamtgewicht unnötig in die Höhe treiben und das Ansprechverhalten bei leichten Kids oft vermissen lassen.
Stattdessen setzt woom auf das Zusammenspiel aus der dämpfenden Aluminium-Gabel und den voluminösen Schwalbe Billy Bonkers All-Terrain-Reifen (2,00 Zoll Breite). Mit dem richtigen (niedrigen) Luftdruck gefahren, schlucken die Reifen kleine Wurzeln, Schotter und Unebenheiten extrem geschmeidig weg. Das Profil der „Billy Bonkers“ erweist sich als genialer Allrounder: Auf Asphalt rollen die Reifen fast lautlos und mit minimalem Widerstand, während die eng stehenden Stollen auf Waldböden und trockenem Schotter überraschend viel Seitenhalt generieren. Erst im tiefen Matsch stoßen sie an ihre Grenzen – für den klassischen Mixed-Einsatz zwischen Schotterweg und einfachem Trail sind sie jedoch perfekt gewählt.
Cockpit und Kontaktpunkte: Alles im Griff
Dass woom die Ergonomie-Hausaufgaben gemacht hat, merkt man an den Kontaktpunkten zum Bike. Die Griffe sind an den Enden extra dünn im Durchmesser, was den Kids einen spürbar festeren und ermüdungsfreieren Griff erlaubt. Der Sattel wurde in Kooperation mit den Experten von Selle Royal speziell an den kindlichen Beckenknochenabstand angepasst – schmerzhafte Druckstellen bei langen Tagestouren gehören damit der Vergangenheit an. Abgerundet wird das durchdachte Paket durch die hochwertigen Plattformpedale, die dank ihrer rutschfesten Oberfläche auch mit schlammigen Turnschuhen sicheren Halt bieten.
„Das hat richtig Spaß gemacht. Ich konnte bei den steilen Stücken besser mithalten und hatte oben trotzdem noch genug Energie für die Abfahrt. Am besten haben mir die Trails gefallen.“
Tester Sami, 10 Jahre.

Touren-Erfahrung: Familienrunde mit alpinem Anspruch
Um das woom EXPLORE e nicht nur auf kurzen Testschleifen, sondern unter realen Bedingungen kennenzulernen, ging es mit unserem zehnjährigen Testfahrer Sami auf eine rund 32 Kilometer lange Tour mit knapp 900 Höhenmetern. Die Route führte über asphaltierte Radwege, steile Forststraßen, Schotterpassagen und mehrere kurze Trailabschnitte – also genau jenes Terrain, für das das Bike konzipiert wurde.
Besonders auffällig war dabei, wie stark sich das Fahrgefühl von klassischen Kinder-E-Bikes unterscheidet. Durch das geringe Gesamtgewicht wirkt das EXPLORE e jederzeit agil und verspielt. Selbst in engen Kehren oder auf losem Untergrund ließ sich das Bike präzise dirigieren. Während schwere E-Bikes oft ein eher träges Fahrverhalten an den Tag legen, vermittelt das woom seinem jungen Fahrer viel Eigenständigkeit und Kontrolle.
Am deutlichsten zeigte sich der Mehrwert des Antriebs auf längeren Anstiegen. Auf einer rund vier Kilometer langen Forststraße mit teilweise zweistelligen Steigungsprozenten konnte Sami das Tempo der Erwachsenen-Gruppe problemlos halten. Statt permanent an seine Leistungsgrenze zu geraten, blieb genügend Energie übrig, um sich auf die Linienwahl, die Umgebung und das eigentliche Fahrerlebnis zu konzentrieren. Genau hier entfaltet das Konzept seinen größten Nutzen: Der Motor ersetzt nicht die eigene Leistung, sondern nivelliert die körperlichen Unterschiede innerhalb der Familie.
Ein weiterer Aspekt fiel während der Tour besonders positiv auf: Die maximale Unterstützung des MAHLE-Antriebs ist bewusst nicht mit dem kräftigen „Turbo-Modus“ klassischer E-Mountainbikes für Erwachsene vergleichbar. Statt eines abrupten Leistungsschubs liefert das System seine Unterstützung äußerst kontrolliert und harmonisch. Gerade für Kinder ist das ein großer Vorteil. Das Bike bleibt jederzeit berechenbar, die Kraftentfaltung wirkt natürlich und überfordert auch in technischeren Passagen nicht. Vor allem auf losem Schotter, in engen Kehren oder bei langsamen Kletterpassagen vermittelt das woom EXPLORE e dadurch ein hohes Maß an Sicherheit. Der Motor hilft spürbar dabei, Steigungen leichter zu bewältigen, nimmt dem jungen Fahrer aber nie die Kontrolle über das Rad ab. Genau diese ausgewogene Abstimmung macht das System für die Zielgruppe so gelungen.
Interessant war auch das Energiemanagement während der Tour. Die niedrigste Unterstützungsstufe reichte auf flacheren Abschnitten meist völlig aus. Erst bei längeren Rampen wurde in die mittlere oder höchste Stufe gewechselt. Dadurch blieb selbst nach mehreren Stunden im Sattel noch ausreichend Akkureserve vorhanden. Gleichzeitig motivierte die einfache Bedienung unseren Testfahrer dazu, die Unterstützungsstufen selbstständig und situationsgerecht einzusetzen. Nach kurzer Zeit entwickelte sich ein spielerischer Umgang mit der verfügbaren Energie, ohne dass die Technik jemals in den Vordergrund rückte.
Nach über drei Stunden im Sattel zeigte sich schließlich ein weiterer Vorteil des durchdachten Gesamtkonzepts: Weder Hände noch Rücken oder Sitzbereich sorgten für Beschwerden. Die ergonomischen Griffe, die ausgewogene Sitzposition und der speziell angepasste Kindersattel erwiesen sich gerade auf längeren Touren als echter Komfortgewinn. Das Ergebnis war bemerkenswert: Statt nach der Tour erschöpft vom Rad zu steigen, fragte Sami bereits nach dem nächsten Ausflug.
Besonders positiv fiel auch auf, dass das Bike auch oberhalb der Unterstützungsgrenze von 25 km/h natürlich weiterfährt. Auf schnellen Schotterabfahrten oder leicht abschüssigen Passagen entsteht nie das Gefühl, gegen einen Widerstand anzutreten. Das macht das EXPLORE e deutlich näher an einem klassischen Mountainbike als an vielen anderen E-Bikes seiner Klasse.
Fazit: Die Freiheit, selbst zu wählen
Woom liefert mit dem EXPLORE e eine durchdachte Antwort auf die Frage, wie ein modernes Jugend-E-Bike aussehen muss. Mit einem Gesamtgewicht von 12,7kg (EPLORE e 5) bzw. 13,2kg (EPLORE e 6) setzt der Hersteller ein Ausrufezeichen in Sachen Leichtbau bei E-Bikes.

“Das woom EXPLORE e ist kein übermotorisiertes Schwergewicht, sondern ein agiler Allrounder. Es begeistert vor allem durch seine enorme Vielseitigkeit, da es durch den abnehmbaren Akku im Handumdrehen die volle Wahlfreiheit zwischen elektrischem Rückenwind und klassischem Fahrspaß bietet. Für Familien, die gemeinsam den Radius erweitern und alpine Abenteuer ohne Tränen erleben wollen, ist dieses Bike eine absolute Bereicherung.”

