Kinderfüße unter Druck: Orthopädin warnt vor den Folgen von Bewegungsmangel und ungeeignetem Schuhwerk

Kinderfüße unter Druck: Orthopädin warnt vor den Folgen von Bewegungsmangel und ungeeignetem Schuhwerk

Kinderfüße unter Druck: Orthopädin warnt vor den Folgen von Bewegungsmangel und ungeeignetem Schuhwerk

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Bewegungsmangel und ungeeignetes Schuhwerk wirken sich zunehmend auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus. Darauf macht die Wiener Orthopädin Dr. Caroline Werkmeister aufmerksam. Besonders betroffen seien Füße, Haltung und Bewegungsmuster – mit möglichen Folgen bis ins Erwachsenenalter.

Laut der aktuellen HBSC-Studie (Health Behaviour in School-aged Children) erreichen lediglich 20 bis 25 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Österreich die Empfehlung von täglich mindestens 60 Minuten Bewegung. Gleichzeitig verbringen viele Jugendliche mehr als zwei Stunden pro Tag vor Bildschirmen. Die Auswirkungen dieser Entwicklung werden laut Expertinnen und Experten mittlerweile auch in orthopädischen Praxen sichtbar.

Füße als Fundament des Bewegungsapparats

„Der Fuß ist die Basis des gesamten Bewegungsapparats“, erklärt Dr. Werkmeister. Fehlbelastungen, die über Jahre bestehen bleiben, könnten sich auf Bewegungsmuster, Stabilität und Körperwahrnehmung auswirken. Zusätzlich zum Bewegungsmangel sieht die Orthopädin ein weiteres Problem: Viele Kinder tragen Schuhe, die zu klein oder funktionell ungeeignet sind. Studien der Medizinischen Universität Wien zeigen, dass mehr als zwei Drittel der Kinder Straßenschuhe tragen, die nicht optimal passen.

Trend-Sneaker oft mit Nachteilen

Moderne Sneaker orientieren sich häufig an Designtrends, erfüllen jedoch nicht immer die Anforderungen an eine natürliche Fußfunktion. Dicke und starre Sohlen, erhöhte Fersen oder enge Zehenboxen können laut Fachleuten die natürliche Abrollbewegung einschränken und die Beweglichkeit der Zehen reduzieren. Besonders die Großzehe spielt beim Gehen, Laufen und bei Gleichgewichtsbewegungen eine zentrale Rolle. Wird ihre Funktion dauerhaft eingeschränkt, kann dies langfristig Auswirkungen auf Haltung und Bewegungsabläufe haben.

Sensible Entwicklungsphase zwischen Volksschule und Pubertät

Als besonders wichtig gilt die Zeit zwischen Grundschulalter und Pubertät. In dieser Phase verändern Wachstumsschübe innerhalb kurzer Zeit die Körperstatik. Gleichzeitig entwickeln sich Muskulatur, Koordination und Nervensystem weiter. „Der Fuß ist nicht nur ein mechanisches Konstrukt, sondern auch ein hochsensibles sensorisches Organ“, betont Werkmeister. Unterschiedliche Untergründe und vielfältige Bewegungsreize seien entscheidend, damit sich Gleichgewicht, Koordination und Körpergefühl optimal entwickeln können.

Warnsignale ernst nehmen

Wiederkehrende Beschwerden sollten laut der Orthopädin nicht vorschnell als normale Wachstumsschmerzen abgetan werden. Druckstellen, auffällige Gangbilder, rasche Ermüdung oder Schmerzen beim Sport können Hinweise darauf sein, dass Schuhe und Fußfunktion nicht optimal zusammenpassen. Eltern sollten deshalb regelmäßig die Passform der Schuhe kontrollieren. Aus orthopädischer Sicht sind ausreichend Platz im Vorfußbereich, flexible Sohlen sowie ein sicherer Halt an Ferse und Spann wichtige Kriterien.

Funktionelle Schuhe als Ergänzung zum aktiven Alltag

In diesem Zusammenhang gewinnen sogenannte Barfuß- und funktionelle Schuhe zunehmend an Bedeutung. Einer der bekanntesten Anbieter in diesem Segment ist die britische Marke Vivobarefoot. Das Unternehmen verfolgt das Konzept, den Fuß möglichst wenig einzuschränken und natürliche Bewegungsabläufe zu fördern. Typische Merkmale sind eine breite Zehenbox, eine flexible und dünne Sohle sowie der Verzicht auf eine Sprengung zwischen Ferse und Vorfuß. Dadurch sollen die Füße aktiv arbeiten können, anstatt von starren Konstruktionen geführt zu werden.

Dr. Werkmeister sieht darin grundsätzlich Potenzial: „Studien zeigen, dass funktionelle Schuhe die intrinsische Fußmuskulatur stärken können. Sie ersetzen jedoch keine körperliche Aktivität. Entscheidend bleibt, dass Kinder ausreichend Bewegung bekommen und vielfältige Bewegungserfahrungen sammeln.“

Welche Vivobarefoot-Modelle eignen sich für junge Radfahrer?

Für Kinder, die regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs sind, kommen vor allem leichte und flexible Alltagsschuhe infrage, die sowohl auf dem Schulweg als auch bei Freizeitfahrten funktionieren.

Vivobarefoot Primus Trail Knit Kids

Der Primus Trail Knit Kids zählt zu den sportlichsten Modellen im Sortiment. Die flexible Sohle ermöglicht ein gutes Pedalgefühl, während das geringe Gewicht den Schuh zu einem vielseitigen Begleiter für Alltag, Spielplatz und Fahrrad macht. Besonders für ältere Kinder und Jugendliche bietet er eine interessante Kombination aus Bewegungsfreiheit und sportlichem Design.

Vivobarefoot Primus Sport Kids

Dieses Modell richtet sich an besonders aktive Kinder. Die robuste Konstruktion eignet sich für den täglichen Einsatz zwischen Schule, Sportplatz und Radweg. Die breite Zehenbox sorgt dafür, dass die Zehen auch bei längeren Aktivitäten ausreichend Platz haben.

Vivobarefoot Gobi Sneaker Kids

Wer einen alltagstauglichen Sneaker mit modischer Optik sucht, findet im Gobi Sneaker eine interessante Alternative zu klassischen Kindersneakern. Er verbindet die typischen Barfußschuh-Eigenschaften mit einem Design, das auch bei Jugendlichen gut ankommt.

Kein Ersatz für Bewegung

Trotz aller Vorteile sind sich Experten einig: Der beste Schuh kann fehlende Bewegung nicht kompensieren. Gerade im Nachwuchsbereich sollten Kinder möglichst viele unterschiedliche Bewegungsformen kennenlernen – vom Radfahren über Laufen und Klettern bis hin zu Spielen auf unterschiedlichen Untergründen. Für junge Radsportler bedeutet das: Training auf dem Rad ist wichtig, doch ebenso wichtig sind koordinative Reize abseits des Fahrrads. Eine gesunde Fußentwicklung kann dabei helfen, langfristig leistungsfähig und beschwerdefrei zu bleiben.

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