Sekundenkrimi als würdiger Abschluss bei der Alpentour

Sekundenkrimi als würdiger Abschluss bei der Alpentour

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Sekundenkrimi als würdiger Abschluss bei der Alpentour

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355 Mountainbiker aus 32 Nationen nahmen am Donnerstag die Alpentour-Trophy im Raum Schladming in Angriff. 8800 Höhenmeter, also einmal auf den Mount Everest, galt es an vier Tagen und verteilt auf 198 Kilometer zu überwinden. Große Hitze sorgte schon an den ersten drei Tagen für viele geschlauchte Gesichter, und auch an Tag vier wurde den Bikern nochmal alles abverlangt. Beim Einzelzeitfahren hinauf auf die Planai, der Zielhang der Ski-Weltmeisterschaft 2013, peitschten den Teilnehmern Regen und orkanartiger Wind entgegen. Und am letzten Tag wurde das Klassement noch einmal durchgewürfelt: Leader Daniel Geismayr (Ö) musste seine Siegesträume beim abschließenden Einzelzeitfahren wegen eines Kettenrisses schon nach fünf Kilometern begraben, Titelverteidiger Leonardo Paez (Col) trat nach zahlreichen Stürzen an den Vortagen erst gar nicht mehr an. So wurde es richtig dramatisch: Österreichs Alban Lakata wähnte sich schon kurz als Sieger, wurde aber von Tony Longo (It) noch um eine Sekunde abgefangen. Der Etappensieg ging an seinen italienischen Landsmann, Damiano Ferraro. Bei den Damen war die Sache weitaus klarer: Sally Bigham verpasste zwar den vierten Tagessieg (den sicherte sich die Brasilianerin Isabella Lacerda), die Britin feierte aber ihren bereits dritten Gesamtsieg.

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Traumhafte Kulisse hinauf zum höchsten Punkt der ersten Etappe; Foto: Regina Stanger

Tony Longo (ITA/2. letzte Etappe/1. Gesamt):

“Das ist der Sport, diesmal ist das Glück auf meiner Seite gewesen. Ich hab mich heute gar nicht so gut gefühlt, meine Beine sind schon ziemlich müde gewesen. Ich hab auf der Strecke, wegen meinem geringen Gewicht, richtig zu kämpfen gehabt, der Wind hat mich immer wieder versetzt. Auch wenn ich keinen Etappensieg gefeiert habe, bin ich sicher ein verdienter Sieger. Letztes Jahr hat´s knapp nicht gereicht, da bin ich Zweiter geworden. Jetzt freue ich mich auf ein paar freie Tage und dann geht die Vorbereitung auf die WM los.”

Alban Lakata (AUT/3./2.):

“Nach vier harten Tagen den Gesamtsieg um eine Sekunde zu verpassen, ist richtig bitter. Ich kann die Sekunde jetzt natürlich suchen, mir fallen auch sofort genügend Stellen ein, wo ich es vergeigt habe. Aber das macht jetzt alles keinen Sinn mehr. Generell bin ich ein wenig müde gestartet und dann Tag für Tag besser geworden. Leid tut es mir um Daniel Geismayr, so möchte ich ein Österreicher-Duell nicht für mich entscheiden.”

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Alban Lakata bei der Führungsarbeit; Foto: Regina Stanger

Roel Paulissen (BEL/Gesamtdritter):

“Der Regen hat die Strecke noch einmal schwerer gemacht, ich hab zwischendurch mächtig zu kämpfen gehabt. Platz drei in der Gesamtwertung ist okay, auch wenn ich mir vor dem Einzelzeitfahren mehr erhofft habe.”

Damiano Ferraro (ITA/1.):

“Endlich, nach drei harten Tagen, hab ich endlich einen schönen gehabt. Danke an mein ganzes Team, ich bin überglücklich!”

RESULTATE

4. Etappe (Einzelzeitfahren, 14 km)

1. Damiano FERRARO (ITA)

2. Tony LONGO (ITA) + 0:01

3. Alban LAKATA (AUT) + 0:26

4. Hermann PERNSTEINER (AUT) + 0:33

5. Jiri HUDECEK (CZE) + 0:44

27. Manuel PLIEM (AUT) + 4:56

32. Matthias GRICK (AUT) + 6:22

Endstand Gesamtwertung (nach 4 Etappen)

1. Tony LONGO (ITA)

2. Alban LAKATA (AUT) + 0:01

3. Roel PAULISSEN (BEL) + 1:35

4. Samuele PORRO (ITA) + 7:08

5. Robert MENNEN (GER) + 10:39

6. Hermann PERNSTEINER (AUT) + 12:42

23. Manuel PLIEM (AUT) + 37:48

38. Matthias GRICK (AUT) + 59:14

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Christina Kollmann belegt als beste Österreicherin den 3. Gesamtrang; Foto: Regina Stanger

Sally Bigham (GBR/2. letzte Etappe/1. Gesamt):

“Es ist etwas ganz Spezielles, die Alpentour zum dritten Mal zu gewinnen und damit alleinige Rekordhalterin zu sein. Nach den drei Tagessiegen bin ich am Sonntag schon sehr müde gewesen, jetzt bin ich froh, dass ich einige Tage Pause bekomme, ehe ich mich auf die Weltmeisterschaft vorbereite.”

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Sally Bigham war nicht zu biegen; Foto: Regina Stanger

Kate Fluker (NZL/Etappendritte/Gesamtzweite):

“Ich bin richtig überrascht, dass es so gut gelaufen ist. Ich bin froh, dass ich an diesem wunderschönen, wenn auch harten, Rennen teilgenommen habe und werde in meiner Heimat Neuseeland allen davon erzählen. Und vielleicht starte ich im Herbst ja auch bei der Crocodile-Trophy.”

Isabella Lacerda (RSA/Tagessiegerin/Gesamtneunte):

“Eigentlich bin ich total müde ins Rennen gegangen, dazu noch das schlechte Wetter. Als Südamerikanerin hab ich es viel lieber warm. Umso schöner ist es, dass ich gleich bei meiner ersten Alpentour einen Tagessieg einfahren konnte. Für mich sind die Weltranglistenpunkte Gold wert, da ich mich im Cross-Country für Olympia qualifizieren will und es nur einen Quotenplatz gibt.”

RESULTATE:

4. Etappe:

1. Lacerda (RSA) 1:06:20,9

2. Bigham (GBR) +0:55

3. Fluker (NZL) +1:29

Gesamt:

1. Bigham (GBR) 11:05:26

2. Fluker +17:18

3. Kollmann (AUT) +23:56

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