**SERVICE GUIDE// Wartungsintervalle fürs MTB
**PREMIUM CONTENT// Wer viel am Mountainbike unterwegs ist weiß, um ohne Probleme ans Ziel zu kommen, benötigt auch das Bike immer wieder etwas Aufmerksamkeit. Wir zeigen, was wirklich notwendig ist, um Nerven und Geldtasche nicht unnötig zu belasten und liefern dir einige Tipps zur Wartung des Bikes.
Prinzipiell gilt: Reinigung ist der erste Streich
Bevor das Bike zum Service kommt, ist das Waschen der erste wichtige Arbeitsschritt, hierbei musst du es gründlich von Schmutz befreien. Im Idealfall stehen ein Wasserschlauch, Bürsten und ein Schwamm zur Verfügung. Am einfachsten verschwindet der Dreck natürlich gleich nach der Ausfahrt, bevor er angetrocknet ist. Sollte der Dreck eingetrocknet sein und festsitzen, musst du das Fahrrad mit einem speziellen Bike-Reiniger einsprühen und einweichen. Solltest du bei der Reinigung auf einen Hochdruckreiniger zurückgreifen, musst du unbedingt darauf achten, nie direkt auf eine Dichtung zu zielen.
Wartungsplan
| nach jeder Fahrt | nach 1-2 Wochen | nach 3-6 Monate | ab 6 Monate |
| Kette | Dämpfer | Laufräder | Schaltzüge |
| Schaltwerk | Federgabel | Scheibenbremse | Kette |
| Kassette | Umwerfer | Reifen | |
| Schaltwerk |
Der hier angeführte Wartungsplan kann dir als Hilfestellung und grober Anhaltspunkt dienen und dein Augenmerk auf die Teile lenken, die es am nötigsten haben. Einen universellen Plan, der für alle im selben Maße gilt, gibt es nicht, denn logischerweise stehen Wartungsintervalle auch stark im Zusammenhang mit Kilometerleistung, Einsatzort und Fahrweise; wir empfehlen dir daher, den oben angeführten Wartungsplan auf dich und dein Mountainbike individuell anzupassen und zu erweitern.
NACH JEDER FAHRT
Kein anderes Teil am Bike benötigt mehr Pflege als die Kette. Wartest du sie aber regelmäßig, wirst du es definitiv an der Schalt-Performance positiv wahrnehmen und auch die Haltbarkeit kannst du verlängern. Bei starker Verschmutzung ist es ratsam, Kette, Kettenblätter und Kassette mit einem Entfetter einzusprühen. Drehe die Kurbel rückwärts und ziehe die Kette durch einen Lappen. Kassette und Kettenblätter reinigst du idealerweise grob mit einer Bürste vor. Danach nimmst du dir die Zwischenräume ebenso mit einem Lappen vor.
Grobe Verschmutzungen an den Schaltwerksröllchen lassen sich gut mit einer kleinen Bürste entfernen. Die Feinarbeit erfolgt auch hier mit einem Lappen. Schmiere die Kette erst, wenn der komplette Antrieb sauber ist. Kettenschmiermittel gleichmäßig unter Rückwärtsdrehen der Kurbel auftragen. Kurz einwirken lassen. Danach mit Lappen abwischen.
Redaktions- TIPP (unbezahlt): Einfache Ketten-Instandhaltung mit dem Squirt Kettenwachs
Nach der ersten Anwendung mit dem Squirt Kettenwachs musst du in der Folge-Instandhaltung die Kette nur mit einem trockenen Tuch abwischen (keine Lösungsmittel oder Entfetter sind nötig) und erneut etwas Squirt auftragen.
ALLE 1-2 WOCHEN
Für das präzise Funktionieren von Schaltwerk und Umwerfer empfiehlt es sich, an regelmäßiges Ölen zu denken. Sprühe dabei alle Gelenke an Umwerfer und Schaltwerk mit etwas Mehrzwecköl ein. Aber ACHTUNG, achte immer darauf, dass kein Öl auf die Scheibenbremse gelangt. Mehrzwecköl eignet sich auch ideal, um Schmutz an Gabel- und Dämpferdichtung zu lösen und die Dichtung geschmeidig zu halten. Entferne hierzu den Federring der Dichtung und schieb diesen mit einem stumpfen Gegenstand etwas zurück. Gib nun an verschiedenen Stellen etwas Gabelöl hinter die Dichtung, anschließend den Federring wieder einsetzen und die Standrohre abwischen. Auch hier ACHTUNG, reibe niemals angetrockneten Schmutz einfach mit einem Lappen weg, da sonst Kratzer entstehen.
ALLE 3 BIS 6 MONATE
Die Wartungshäufigkeit der Bremse hängt stark von äußeren Einflüssen ab, spätestens alle drei Monate solltest du sie aber checken. Beim Ausbauen der Bremsbeläge löst du mit einem kleinen Innensechskantschlüssel die Belagssicherung und nimmst die Beläge heraus. Tipp: Eine Schraubensicherung kann das Lösen erschweren. Bei manchen Modellen musst du einen Sicherungssplint entfernen. Hast du die Beläge ausgebaut, gilt es deren Stärke zu überprüfen. Die Belagsstärke sollte einen Millimeter nicht unterschreiten. Bei ungleichmäßiger Abnutzung musst du die Bremsaufnahme beim Fachmann checken lassen. Nach dem Belagwechsel musst du auch die Scheibe von beiden Seiten mit Bremsenreiniger säubern. Anschließend mit einem sauberen Lappen abwischen. Achten unbedingt darauf, dass du beim Schrauben keine öligen Finger hast. Zum Schluss gilt es noch, den Bremskolben gängig zu machen. Pumpe bei ausgebauten Belägen nur ein bis zwei Mal am Hebel. Entferne die Schmutzränder auf den Kolben und gib, je nach Bremsmodell, ein paar Tropfen Mineralöl oder DOT auf die Kolbendichtung. Zum Schluss schiebst du diese wieder vorsichtig zurück.
Auch die Laufräder solltest du in jedem Fall spätestens alle 6 Monate kontrollieren. Ein intaktes Laufrad zeichnet sich durch eine gleichmäßig hohe Speichenspannung aus. Wende dich bei Unsicherheit am besten an deinen Fachhändler.
Ab 6 Monaten
Überprüfe mit einer Ketten-Messlehre ob die Kette noch in Ordnung ist. Bei Alu Ritzel liegt die Verschleißgrenze bei 0,075mm, bei Stahl-Ritzel bei 0,1mm. Wenn die Kette verschlissen ist, dann überprüfe auch sorgfältig die Kettenblätter und die Ritzel an der Kassette. Hinweis: Ob die neue Kette mit den Ritzeln reibungslos harmoniert, ohne das die Kette über die Ritzel springt (Kassette) oder vorne am Kettenblatt mitgezogen wird, kannst du erst bei einer Probefahrt feststellen.
Wie du die Kette selbst wechseln kannst, wird in diesem Video gut erklärt.
Auch die Schaltzüge gilt es hin und wieder zu erneuern. Wie das funktioniert, wird in diesem Video erklärt.
Nicht nur, wenn das Profil am Ende ist, wird es Zeit, neue Reifen aufzuziehen. Kontrolliere die Reifen regelmäßig auf Beschädigungen, wie Schnitte und Löcher und vermeide dadurch unnötige Pannen. Sollte auch das Reifenwechseln für dich Neuland sein, findest du hier eine gute Anleitung.


