UCI MTB WM – NOVE MESTO NA MORAVE

UCI MTB WM – NOVE MESTO NA MORAVE

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UCI MTB WM – NOVE MESTO NA MORAVE

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Schon als Nove Mesto na Morave im vergangenen Jahr den Zuschlag für diese WM bekam, wusste man, dass dieses Event etwas ganz Besonderes werden würde. Im Endeffekt wurden die Erwartungen aber nochmals übertroffen und die Veranstalter, Fans und Sportler machten aus diesen Titelkämpfen etwas, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Von 50.000 verkauften Tickets war im Vorfeld die Rede. Ungefähr 30.000 beim Herrenrennen sollen es am Ende gewesen sein. Diese sorgten in dem sonst so ruhigen Wald aber für eine Stimmung, die seinesgleichen sucht. Tröten, Ratschen, Kuhglocken, ja sogar Sirenen fanden sich im Repertoire der enthusiastischen Fans, sprich alles was Lärm macht wurde in den Wald geschleppt. Vor allem der Fanclub von Jaroslav Kulhavy sorgte für unglaubliche Stimmung.

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Die Hauptdarsteller in dieser riesigen Show standen dem um nichts nach und boten den Zuschauern spannende Rennen und tolle Leistungen über die ganze Woche hinweg. Und das mit absoluter Begeisterung über die Strecke und die gesamte Veranstaltung, welche einige sogar als die beste WM ihrer Karriere bezeichneten.

Florian Vogel: “Es war eine unglaubliche Atmosphäre, wahrscheinlich die beeindruckenste in der ich je gefahren bin!”

 

Daniel Federspiel erneut Sprintweltmeister

Kommen wir zu den Entscheidungen, die bereits am Mittwoch mit dem Eliminator Rennen eingeläutet wurden. Mit zu den absoluten Favoriten zählte der österreichische Aushängesprinter Daniel Federspiel, der seine Favoritenrolle mit einer Bestzeit in der Quali auch gleich einmal bestätigte. Auf dem wahnsinnig schnellen Kurs folgten nach einer Startgeraden, einigen Sprüngen und einem Highspeed-Rockgarden ein kurzer Anstieg und eine lange Zielgerade. Perfekt also für spannende Sprintentscheidungen und auch für Daniel Federspiel.

Souverän kämpfte sich der Tiroler ins Finale und ließ seinen Kontrahenten dort keine Chance. Gleich am Start setzte er sich an die Spitze, blieb dort bis zur Zielgeraden und legte dann einen unwiderstehlichen Antritt hin, der locker für den Titel reichte. Bis dahin an seinem Hinterrad fuhr Simon Gegenheimer, der Silber holte. Dritter der Belgier Fabrice Mels, vor dem Europameister Emil Linde als Viertem.

Bei den Damen war der Sprint fest in Schweizer Hand. Linda Indergand konnte sich nach einer tollen Vorstellung über die Regenbogenstreifen und einen beeindruckenden Dreifachsieg freuen, denn hinter ihr waren es Kathrin Stirnemann und Ramona Forchini, die die Plätze zwei und drei belegten.

 

(c) Kuestenbrueck
(c) Küstenbrück
(c) Dobslaff
(c) Dobslaff
(c) Kuestenbrueck
(c) Küstenbrück

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Franzosen holen auch den WM-Titel

Schon am nächsten Tag gab es für zurückliegende Nationen die Chance zur Revanche. Im Kampf um den Titel als führende Nation des Cross Country Sports, waren es die üblichen Verdächtigen die zu den Favoriten zählten. Neben der Schweiz, Frankreich, Italien und Deutschland war auch den Lokalmatadoren einiges zuzutrauen.

Mit Victor Koretzky, eigentlich noch U23-Fahrer, aber schon einer der Weltbesten XCO-Athleten konnte Frankreich von Anfang an in Führung gehen. Auch an zweiter Stelle überraschend ein U23-Fahrer mit Simon Andreassen. Sonst blieb alles noch ziemlich offen bis auf eine schlechte Leistung von Manuel Fumic, der mit 42 Sekunden Rückstand übergab. Die Schweizer brachte vor allem Sina Frei wieder ins Rennen, die einiges auf Helen Grobert aufholen konnte. Bei den Franzosen schwächelte nur Paulin Ferrant Prevot, trotzdem schaffte sie es als Führende in die letzte Runde, wo Jordan Sarrou nichts mehr anbrennen ließ und den Vorsprung ins Ziel brachte. Dahinter wurde es richtig spannend. Jaroslav Kulhavy (CZE), Lars Forster (SWI) und Ben Zwiehoff (D) gingen zusammen auf die letze Runde. Der Tscheche konnte am zweiten Anstieg zuerst Zwiehoff, später auch Forster abhängen. Dieser musste dann noch einen wieder aufholenden Zwiehoff auf Distanz halten, brachte den dritten Platz aber ins Ziel.

 

Pasteiner mit der Sensation

Eine Schwedin konnte sich beim Juniorinnen-Rennen durchsetzen. Ida Jansson holte den Titel vor Lisa Pasteiner (AUT) und der Titelverteidigerin Martina Berta aus Italien. Nach der Startrunde waren es Pasteiner und Jansson die zusammen in Führung lagen. Die Österreicherin musste ihrem tollen Start dann jedoch etwas Tribut zollen und fiel zu der auf dem dritten Platz liegenden Italienerin zurück. Diese konnte sie jedoch bei Rennhälfte vor allem durch hohes Tempo im Downhill wieder distanzieren und fährt eine fantastische Silberne ein. Beachtlich ist vor allem die Tatsache, dass die Österreicherin auch im kommenden Jahr noch bei den Juniorinnen am Start stehen wird, also eine der Jüngeren ist. Jansson ließ sich durch das starke Finish von Pasteiner nicht aus der Ruhe bringen und holte mit konstantem Tempo den Weltmeistertitel. Stark auch die weiteren Österreicherinnen. Anna Spielmann, die in dieser Saison schon mit einigen Top-Platzierungen aufhorchen ließ, holte den starken fünften Platz. Corina Druml, gebremst durch Reifendefekte, belegte am Ende den 30. Platz.

Damit hätte ich nie gerechnet. Die Atmosphäre war unglaublich!“, freute sich Pasteiner nach dem Rennen gegenüber acrossthecountry.

 

Bonnet gewinnt bei den Junioren

Thomas Bonnet, der schon vergangenes Wochenende mit einem überlegenen Sieg bei der Junior World Series in Kirchberg (AUT) seine Ambitionen klar machte, feierte den Sieg vor Vital Albin (SWI) und Tobias Halland Johannessen (NOR). Schon relativ früh suchte der Franzose die Entscheidung und entwischte seinen Konkurrenten zuerst nur um ein paar Sekunden, die er aber stetig ausbauen konnte. Vital Albin blieb immer in Schlagdistanz, wurde dann am Ende aber Zweiter mit einer halben Minute Rückstand. Lange im Kampf um den zweiten Platz befand sich auch das Radsport-Ausnahmetalent Christopher Blevins. Den Amerikaner, der nicht nur im XCO-Sport aktiv ist und sich dieses Jahr schon den Sieg bei der Junior World Series in Albstadt (D) holte, verließen in der letzten Runde jedoch die Kräfte und er verlor auch noch die Bronzene an Halland Johannessen.

 

Same Gaze schlägt Topfavoriten

Vor dem U23-Rennen der Herren waren sich alle einig, dass der Sieg wohl nur über den sich in Topform befindenden Victor Koretzky führen wird. Der ehemalige Juniorenweltmeister, der dieses Jahr im Weltcup schon bei der Elite am Start steht, konnte dort mit einem dritten Platz in La Bresse (FRA) bereits auch mitten in die Weltspitze fahren. Doch am Renntag war die Sache dann alles andere als klar und Sam Gaze (NZL) konnte dem Franzosen einen Strich durch die Rechnung machen. Nach dem letztjährigen Erfolg von Anton Cooper holte er das Regenbogentrikot wieder nach Neuseeland. Dritter wurde der dieses Jahr bisher sehr konstante Schweizer Marcel Guerrini. Von Anfang an bildete sich eine Gruppe mit Gaze, Koretzky, Guerrini und dem ebenfalls favorisierten Titouan Carod (FRA), die sich keine Blöße gaben. Diese Gruppe blieb auch bis zur vierten von fünf Runden bestehen, in der Gaze alles auf eine Karte setzte und attackierte. Nicht einmal Koretzky konnte folgen und der Neuseeländer baute Sekunde um Sekunde aus. Auch in der letzen Runde hielt der Spezialized-Fahrer das Tempo durch und gewann schlussendlich mit 50 Sekunden Vorsprung. Gut schnitten auch die österreichischen Starter ab. Maximilian Foidl, der mit starken Ergebnissen im Vorfeld auf eine Top-Platzierung spekulieren ließ, konnte den Erwartungen nicht zu 100% gerecht werden und fuhr auf den 27. Platz. Nicht weit dahinter Felix Ritzinger, der von Startplatz 66 eine tolle Aufholjagd hinlegte und 33 wurde. Jodok Salzmann belegte Rang 78.

Reinhard Bscherer
(c) Bscherer

 

Reinhard Bscherer
(c) Bscherer

Drama im Damenrennen

Beim Damen Elite Rennen gehörte vor diesem Rennen vor allem eine zu den Topfavoritinnen: Jolanda Neff. Die furchtlose Schweizerin, der dieser technische Kurs mehr als nur entgegen kam, konnte vergangene Woche sogar den Marathon-Weltmeistertitel holen. Was sich allerdings einige fragten war, ob der ungewohnte Abstecher auf die Langdistanz nicht wohl zu viele Körner in der Vorbereitung auf die XCO-WM gekostet haben könnte. So kam es dann auch, Neff fuhr von Anfang an kein gutes Rennen und machte, durch Rückenschmerzen geplagt, auch in den sonst so geliebten Rockgardens nicht die beste Figur.

Den Sieg und damit die Revanche zur vergangenen Woche, wo ihr ein Verfahrer den Marathon-Titel kostete, holte Annika Langvad und das mit über einer Minute Vorsprung. Schon ziemlich früh im Rennen konnte sich die Dänin absetzen und konstant ihren Rythmus bis ins Ziel durchfahren. Das eigentliche Drama spielte sich dahinter ab, denn die Zweitplatzierte Lea Davison und Emily Batty nahmen erst knapp vor dem Ziel die Podiumsplätze ein. Im Kampf um die Plätze zwei und drei schien anfangs der letzen Runde alles entschieden. Maja Wloszczowska (POL) und Sabine Spitz (D) hatten in der letzen Runde dann aber beide einen Reifendefekt und fielen zurück. Im Gegensatz zu Spitz war Wloszczowska nicht allzu weit von der Techzone entfernt und ging nur einige Meter hinter Emily Batty wieder ins Rennen. Sie kam noch einmal heran, musste sich im dramatischen Sprint um Platz drei der Kanadierin dann aber geschlagen geben.

Schon zu Beginn des Rennens sorgte ein großer Startcrash für einiges an Aufregung und einige zerstörte Titelambitionen. Ein Sturz von Gunn-Rita Dahle-Flesjaa nahm sie mit gebrochenem Lenker und Schulterschmerzen aus dem Rennen. Auch Mitfavoritin Paulin Ferrand Prevot wurde ausgebremst und musste das Feld von hinten aufrollen. Sie sorgte nach toller Aufholjagd dann aber mit Sturz im Rockgarden für Furore, der ein blaues Auge und Schürfwunden im Gesicht zur Folge hatte. Elisabeth Osl fuhr auf den 25. Platz, Lisa Mitterbauer wurde 47.

Reinhard Bscherer
(c) Bscherer

 

Reinhard Bscherer
(c) Bscherer

Risveds klar zum Sieg

Die WM brachte bei den U23-Damen zwei Rückkehrerinnen an die Startlinie. Alessandra Keller und Jenny Risveds fahren seit diesem Jahr schon im Elite-Weltcup. Und dort fuhren sie bisher auch ganz vorne mit. Doch wie bei den Herren wurde auch ihnen einiges an Konkurrenz geboten. Schon bei der EM in Schweden war es nicht Risveds die den Sieg errang, sondern Sina Frei. So war die Schwedin gewarnt und startete überlegt in dieses Rennen. In der Anfangsphase bildeten die drei genannten mit der erstjährigen Britin Evie Richards eine Vierergruppe, die allerdings nicht allzu lange halten sollte. Schon bald konnten sich Keller und Risveds absetzen, wurden nach einem Fahrfehler von der Schweizerin aber schnell getrennt. Das kleine Loch nutzte die Schwedin zur Attacke und ließ ihre Kontrahentin nicht mehr herankommen. Keller musste, nach dem Versuch wieder aufzuschließen, dem hohen Tempo Tribut zollen und verlor den zweiten Platz an Sina Frei, die eine sehr schnelle Schlussrunde hinlegte. Eine tolle Vorstellung lieferte Nadja Heigl, die sich mit konstant hohem Tempo und einem starken Finish den 11. Platz holte.

Reinhard Bscherer
(c) Bscherer

 

Schurter zum fünften Mal Weltmeister

Am Sonntag um 15:00 war es dann schließlich soweit und mit den Elite Herren erreichten nicht nur die Zuschauerzahlen ihren Höhepunkt, es sollte auch der krönende Abschluss einer mehr als gelungenen WM werden. Auch wenn die verrückten tschechischen Fans nur Jaroslav Kulhavy auf der Rechnung hatten, so gab es doch einige Favoriten für die vordersten Ränge.

Nach der Startrunde waren es Kulhavy und Schurter, die sich leicht absetzen konnten. Absalon hatte wie gewohnt einen etwas zurückhaltenden Start, konnte in den ersten Runden aber zu den beiden aufschließen. Und dann war da noch Ondrej Cink, der unscheinbare Lokalmatador, ein Mann für Großereignisse, der schon bei der EM und im vergangenen Jahr bei der WM Medaillen einfahren konnte. Auch er befand sich in der Führungsgruppe, musste nach einer herunter gefallenen Kette aber als erstes reißen lassen. In der vierten von sechs Runden attackierte dann Schurter und keiner konnte folgen. So baute der Schweizer seinen Vorsprung aus und konnte seinen fünften Weltmeistertitel holen. Kulhavy und Absalon lieferten sich dann einen packenden Kampf um den zweiten Platz, in dem sich der Tscheche zur Freude seiner Fans durchsetzen konnte. Cink blieb der undankbare vierte Platz. Auch bei den Herren gab es einige Defekte. Florian Vogel, Manuel Fumic und Maxime Marotte wurden durch Platten ausgebremst und Matthias Flückiger erwischte einen schlechten Tag. Dafür gab es neue Namen ganz vorne, wie Christian Pfäffle, der von Startplatz 100 auf den 15. Platz fuhr.

Reinhard Bscherer
(c) Bscherer

 

Reinhard Bscherer
(c) Bscherer

Aus österreichischer Sicht holte Alexander Gehbauer einen guten 19. Platz und auch Charly Markt konnte mit seinem 26. Rang aufzeigen. Gregor Raggl war nicht vom Glück verfolgt, er belegte nach einigen technischen Problemen den 59. Platz. Gefeiert wurde aber auch er von tausenden Fans auf einer voll besetzten Tribüne, die bis zum letzten Fahrer jedem einzelnen Starter einen gebührenden Empfang bereiteten. Sie sorgten so für den wohl besten Abschluss der wahrscheinlich besten MTB-WM, die dieser Sport bisher gesehen hat.Nove Mesto es war uns eine Ehre!

Alle Ergebnisse findest du hier.

 

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