**Bewegung trotz künstlicher Gelenke
**PREMIUM CONTENT// Regelmäßige Bewegung ist mit künstlichem Gelenk essentiell! Nach dem Einsatz einer Endoprothese fragen sich Patienten meist, wann und ob sie wieder Sport machen können. Oft wird angenommen, dass Bewegung den Verschleiß der Endoprothese fördert und daher vermieden werden sollte. Dabei ist die Beanspruchung der Knochen wichtig, um die Funktion der Endoprothese langfristig aufrechtzuerhalten und weil sogar die Lebensdauer des Implantats verlängert werden kann. Dr. Max Böhler, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie, weiß, worauf zu achten ist.
Unbedingt in Bewegung bleiben
Sport und Bewegung sind gesund für Knochen und Gelenke als auch für die allgemeine Gesundheit des Menschen – das ist weitgehend bekannt. Hat ein Patient eine neue Endoprothese, zum Beispiel eine Knie- oder Hüftprothese, besteht plötzlich Unsicherheit, was denn nun gesund ist und was nicht. Grundsätzlich gilt: Bewegung und regelmäßige Belastung sind wichtig für die Knochenintegration der Endoprothese und trägt dazu bei, eine Inaktivitätsosteoporose vorzubeugen. Diese entsteht durch mangelnde körperliche Aktivität des Patienten und kann im schlimmsten Fall zu einem Knochenmasseverlust von bis zu zehn Prozent führen. „Mangelnde Bewegung aufgrund einer Endoprothese kann enorme gesundheitliche Folgen haben, welche oft zu weiteren Operationen führen – diese Kettenreaktion gilt es, gar nicht erst zuzulassen“, warnt Dr. Böhler.
Absprache mit dem Arzt ist das A und O
Knorpel, Knochen, Muskeln und Gelenke brauchen die regelmäßige Belastung für die Aufrechterhaltung ihrer Funktion und zur Aufnahme von Nährstoffen. Sport ist nur dann ungesund, wenn die falsche Sportart und ungeeignete Sportgeräte gewählt werden oder dieser übermäßig ausgeübt wird. „Für Patienten mit Endoprothesen, die weiterhin ihren Sport betreiben oder mit regelmäßiger Bewegung beginnen möchten, ist es wichtig, die richtige Sportart, Methode und Intensität zu wählen. Wird das nicht mit einem Arzt abgeklärt und kein individuelles Trainingsprogramm erstellt, kommt es oft zu Schmerzen beim Sport, der im schlimmsten Fall schädigend ist“, weiß Dr. Böhler. Besonders Anfänger, die bisher keine Sportart regelmäßig ausgeübt haben, sollten sich unbedingt vorab beraten lassen und ein geeignetes Training mit einem Arzt besprechen.
Auf das richtige Training kommt es an
„Generell ist die Fähigkeit, eine breite Palette an Sportarten zu betreiben, mit einer Hüftprothese höher, als zum Beispiel mit einem künstlichen Kniegelenk. Je nach Art des Implantats sind andere Sportarten und Bewegungsabläufe zu empfehlen. Zyklische Bewegungen und Sportarten sind jedoch in den meisten Fällen besonders gut geeignet“, rät Dr. Böhler. Nordic-Walking, Radfahren, Yoga, Schwimmen, Rudern und auch moderates Joggen eignen sich gut, um trotz Endoprothese fit zu bleiben und Gelenke in Bewegung zu halten, ohne sie zu sehr dabei zu belasten. Selbst Beschwerden wie Hinken oder Belastungsschmerzen nach der Operation können sich durch die regelmäßige Bewegung bei zyklischen Sportarten verbessern oder sogar verschwinden. Dr. Böhler weist jedoch darauf hin: „Unbedingt zu vermeiden sind Sportarten mit raschen Bewegungen und schnellem Belastungswechsel wie zum Beispiel Tennis, Squash oder Fußball.“ Diese Sportarten bergen ein erhöhtes Risiko für Ausrenkungen und Stürze.
Über Univ.Doz. Dr. Max Böhler (Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie)
Dr. Max Böhler ist spezialisiert auf Endoprothetik und hat bereits über 9.000 chirurgische Eingriffe durchgeführt. Er führt zwei Ordinationen in Wien Favoriten und in Baden bei Wien. Neben seiner Tätigkeit als Lehrbeauftragter an der Medizinischen Universität Wien und als Konsiliarorthopäde am Evangelischen KH Wien Währing ist Dr. Böhler orthopädischer Fachgutachter der Ethikkommission der Gemeinde Wien und allgemein beeideter & gerichtlich zertifizierter Gerichtssachverständiger. Er war bereits in verschiedensten Spitälern, Krankenhäusern und Kliniken im In- und Ausland tätig (u.a. Wien, Amsterdam, Bern, Cleveland, Paris).

