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**Der WM-Silberne Daniel Geismayr im Interview

**Der WM-Silberne Daniel Geismayr im Interview

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**Der WM-Silberne Daniel Geismayr im Interview

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“Ich will irgendwann sagen können: „Das war das perfekte Rennen!“

**PREMIUM CONTENT// Daniel Geismayr über seinen Drang nach Perfektion und verbleibende Ziele in seiner Bike-Karriere: Schon im März 2017 führten wir mit dem Vorarlberger und radsportlichen Multitalent ein Interview. Mit Transalp Siegen und Cape Epic Podestplätzen war Daniel damals kurz davor ein ganz großer im Mountainbike Marathon zu werden. Nun ist er einer DER Fahrer in der Szene und konnte einige prestigeträchtige Siege, wie auch zwei WM-Medaillen zu seiner Sammlung hinzufügen. Diese waren sicher das Ergebnis von harter Arbeit und dem ständigen Hunger nach weiterer Optimierung und Verbesserung, die ihn schon damals auszeichnete. Wir fragten uns, ob sich an dieser Herangehensweise etwas geändert hat, und welche Ziele ihn noch motivieren und zum Träumen bringen. Dafür haben wir Daniel wieder zum Gespräch gebeten und die Chance genützt, um auf ein paar Fragen noch einmal genauer einzugehen.

Auch kurz nach dem Gewinn der Silbermedaille bei der diesjährigen WM denkt der Profi gar nicht daran, sich zurückzulehnen. Der Weltmeistertitel bleibt sein großes Ziel, aber bei weitem nicht das einzige. Trotzdem ist für ihn klar: Das Bike steht noch an erster Stelle!

Daniel, vor eineinhalb Jahren haben wir dich als einen der zukünftigen Dominatoren im Marathon interviewt. Nun bist du wirklich einer von denen, die es am Start jeden Rennens zu schlagen gilt. Was hat sich geändert?

Ich denke nicht viel! Ich bin nochmals stärker geworden, was den Kopf betrifft. Das war sicher auch sehr wichtig für meinen Erfolg dieses Jahr.

Du warst letztes Jahr Dritter bei der WM, dieses Jahr nun die Silbermedaille. Denkst du, du kannst da nochmal eins draufsetzten?

Ja, das ist auf jeden Fall mein Ziel. Es ist aber auch kein Wunschkonzert bei einer WM. Jeder steht in Topform am Start, da muss wirklich alles passen. Aber dieses Jahr hat es geklappt, dass ich mich noch verbessern konnte, warum also nicht auch beim nächsten Mal.

„Der Weltmeistertitel ist mein Ziel, es ist aber auch kein Wunschkonzert bei einer WM.“

Daniel wurde bei der WM nur vom brasilianischen Überflieger Henrique Avancini geschlagen.

In unserem letzten Interview durften wir erfahren, dass du nicht lange ruhig sitzen kannst ohne über Verbesserungen nachzudenken. Welche Erkenntnis hat bei dir seit letztem Jahr für DAS Aha-Erlebnis gesorgt?

Es war nicht wirklich die eine Erkenntnis, sondern wieder viele kleine Dinge, die mich vielleicht auch wieder einen kleinen Schritt weiter gebracht haben dieses Jahr.

Du bist in Österreich einer der wenigen Athleten, der so gut wie alle Disziplinen nicht nur ausprobiert, sondern perfektioniert hat. Was kann man von Straße, Bike und Querrad für die jeweils anderen Sparten mitnehmen?

Sehr viel! Jede Disziplin ist auf die eigene Art wieder ganz anders als die andere. Es gibt in jeder was zu lernen, was man in seiner eigenen speziellen Disziplin dann wieder brauchen kann, um den anderen einen Schritt voraus zu sein.

Kennengelernt hast du beide. Worin unterscheiden sich der Bike- und Straßensport am meisten?

Die Unterschiede sind auf den ersten Blick nicht groß, ist ja nur Rad fahren, könnte man denken. Wenn man aber mal mehrere Rennen und Rundfahrten hinter sich hat, merkt man wie es doch zwei total verschiedene Welten sind. Rennradfahren ist ein reiner Teamsport, in dem man alleine kaum etwas ausrichten kann. Auch sind die Rennen von extremen Rhythmuswechsel geprägt (schnell/langsam).

Den Trail muss man gefahren sein!?

Ganz klar den Roller Coaster in Finale Ligure.

Instagram, Facebook oder Strava?

Alle drei natürlich!

https://www.instagram.com/dgeismayr/

https://www.facebook.com/daniel.geismayr

https://www.strava.com/athletes/1072124

Was war bisher in deiner Karriere dein peinlichster Moment am Bike?

Zu Beginn meiner Karriere bin ich mit Crank Brothers Pedalen am Stand einmal nicht mehr herausgekommen und einfach umgefallen. Das ganze vor lauter anderen Bikern, das war schon sehr peinlich. *schmunzelt*

Training auf der Rolle kann einem im Winter ganz schön den Nerv rauben. Wie hältst du dich bei Laune, wenn du ein paar Stunden auf der Walze runterspulst?

Die neuen Möglichkeiten mit Zwift usw. machen das Rolle fahren etwas kurzweiliger. Aber ehrlich gesagt fahre ich im Winter selten einmal über 1:30h auf der Walze und wenn, dann nur Intervalle. Sonst bin ich immer draußen unterwegs auf den Skiern, oder wenn es noch geht auf dem Rad.

Für deine Workouts wirst du wohl beide Räder im Einsatz haben. Mit welchem Rad trainierst du am liebsten und wie schaut es um das Verhältnis zwischen Straßenrad und Bike aus?

Ich fahre schon sehr viel Rennrad. Jedoch versuche ich je nach Rennen, das ansteht auch das jeweilige Bike vermehrt zu fahren. Oft ist das aber gar nicht so einfach. Mein liebstes Rad ist allerdings im Moment das Zeitfahrrad.

(C) Stefan Kothner

Du bist im Winter auch viel auf den Skiern unterwegs. Warum sollte jeder Biker gelegentlich Tourenski anschnallen und was reizt dich an diesem Alternativtraining?

Es ist ein super Ausgleich zum Rad fahren und man trainiert so gut wie alles. Man kommt an traumhafte Orte im Winter, das genieße ich am meisten. Viele verbinden das Skitouren gehen mit einer gemütlich langsamen Sportart, aber lauf mal 1.000hm voll oder 4.000hm in ein paar Stunden, dann bist du sicher anderer Meinung. *lacht*

Die wichtigste Regenerationsmaßnahme?

Schlafen!

Um die Welt zu kommen und an den schönsten Orten trainieren zu können ist etwas, das du am Profialltag besonders schätzt. Gibt es etwas auf das du ab und zu verzichten könntest?

Ja! Das Autofahren und Fliegen bis man erst einmal am Ziel ist.

Dass du auf Kaffee stehst, wissen wir bereits. Wo kaufst du deine besten Bohnen und welcher Kaffee hat dich zuletzt so richtig umgehauen?

In Dornbirn gibt es zwei Röstereien, die nur zweimal die Woche rösten und das in kleinen Mengen. Dort schaue ich oft einmal vorbei, oder stoppe nach dem Training schnell auf einen guten Espresso.

Mit welcher Musik holst du dir die letzte Motivation für dein Training?

Ich höre oft verschiedene Dance Mix’s auf Spotify. Gerade auf der Rolle motiviert mich das sehr.

Nicola Rohrbach und Daniel Geismayr beim Cape Epic. (C) Ewald Sadie/Cape Epic/SPORTZPICS

Auch die Besten müssen ihr Rad einmal auf die Seite stellen. Was machst du am liebsten, wenn du etwas Abstand brauchst und wie lenkst du dich ab vom ganzen Trubel des Leistungssports?

Das ist oft gar nicht so leicht und fällt mir auch sehr schwer, aber meine Familie und meine Freundin Viki bringen mich dann zur Ruhe!

Von diesem Teamkollegen hast du am meisten gelernt?

Das sind dann wohl Markus Kaufmann und Jochen Käß!

Wenn du deinem jüngeren Ich auf dem Weg zur Weltspitze einen Tipp geben könntest, was würdest du dir raten?

Versuche so viele Radsportarten wie möglich zu machen und konzentriere dich nicht zu früh auf eine spezielle Disziplin.

„Versuche so viele Radsportarten wie möglich zu machen und konzentriere dich nicht zu früh auf eine spezielle Disziplin.“

Würden dich deine Mechaniker als einfachen Patienten bezeichnen, oder müssen sie für dich öfter mal eine extra Schicht einlegen?

Ich denke ich bin eher einfach. Auch wenn es schon einmal sein kann, dass ich um 10 Uhr abends am Tag vor dem Rennen draufkomme, dass ich doch lieber ein größeres Kettenblatt hätte. Das gibt dann als Ausgleich aber natürlich eine extra Flasche Havana. *schmunzelt*

In welchem Teil eines aktuellen High-End Hardtails liegt, denkst du, noch am meisten Potential?

Da würde ich gar kein Einzelteil hervorheben, sondern eher den Verschleiß und die Haltbarkeit der Teile ansprechen!

Du hast dich schon durch einige Sparten im Radsport bewegt. Wo siehst du dich in den nächsten Jahren?

Ich werde dem Marathon treu bleiben!

“Ich werde dem Marathon treu bleiben!”

Dieses Ziel willst du unbedingt noch vor deinem Karriereende abhaken?

An konkreten Zielen würde ich das jetzt nicht festhalten. Ich will in dieser Disziplin der Beste sein, alles aus mir herausholen und irgendwann sagen können: „Das war das perfekte Rennen!“ Auch wenn es das wohl nicht gibt *grins*, strebe ich es trotzdem an. Und ja, wenn ich jetzt ein Rennen nennen müsste, wäre es sicher der Weltmeistertitel.

(C) Mark Sampson

Welche Rolle spielen die Olympischen Spiele in deinem Karriereplan? Dass du mit unseren besten XCO-Athleten mithalten kannst, hast du bei den Meisterschaften bewiesen. Wie du selber weißt, ist der Weltcup aber ein ganz anderes Pflaster. Startest du einen ernsthaften Versuch im Cross Country?

Wir werden sehen. Natürlich ist es schwierig, alles unter einen Hut zu bringen. Wenn, dann wohl eher erst 2024. Weil wenn ich fahre, dann nicht nur, um dabei sein.

Denkst du auch jetzt noch, dass du später einmal in der Sportindustrie tätig sein wirst?

Ja, dem Sport würde ich sehr gerne treu bleiben, wenn es die Möglichkeit gibt.

 

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