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**Die coolsten Bike-Berufe // Wie wird man was?

**Die coolsten Bike-Berufe // Wie wird man was?
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**PREMIUM CONTENT// Biken, das tun wir alle. Aber ein paar Glückliche unter uns haben es geschafft, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Das muss nicht unbedingt ein Leben als Profisportler bedeuten, gibt es doch viel mehr Beschäftigungen, bei denen das Bike im Mittelpunkt steht. Für euch werfen wir einen Blick auf die coolsten Bike-Berufe und den Weg dort hin.

Es ist mal wieder so weit. Rein in die Bike-Klamotten, rauf auf das Rad und ab auf die Lieblingstrails. Dass man auf diesen entspannt entlang fetzen kann, ist keine Selbstverständlichkeit, hätten deren Shaper nicht einige Stunden mühselige Arbeit investiert. Zuhause weißt du über die perfekte Runde für einen gelungenen Trail-Tag natürlich Bescheid, auf Bike-Urlaub kann das schnell einmal anders aussehen. Hier kommt der Guide ins Spiel, der einem mit Freude die besten Abschnitte seines Arbeitsbereiches unterbreitet. Du siehst die Sache etwas ernster und statt Urlaub steht ein Trainingslager an? Doch was trainieren, wenn sich nicht pünktlich vor Abflug die ausgeklügelte Arbeit deines Trainers im Posteingang bemerkbar macht? Ist diese in Form stundenlanger Schinderei dann auch erledigt und du stehst in Bestform an der Startlinie, musst du dir nur noch die Dienste deines Lieblings-Fotografen sichern. Denn sind wir uns einmal ehrlich, ein beträchtlicher Teil unserer Motivation zur schmerzhaften Selbstverausgabung während eines Rennens liegt in den Pics von eben dieser begründet. Hast du es dem perfekten Rennverlauf wieder einmal schwer gemacht und bist auf der Nase gelandet? Dann ist dein Bike wahrscheinlich auch nicht unbeschadet davongekommen. Hier kommt die Arbeit des Mechanikers ins Spiel. Eine funktionierende Bike-Welt ist also auf zahlreiche Jobs angewiesen, die oftmals in Vergessenheit geraten. Doch wie wird man eigentlich zu einem unentbehrlichen Teil dieser Kette? Lasst uns einen genauen Blick auf Beschäftigungen im Bike-Sektor werfen.

 

Shaper//

Erst wer selber einmal an einem Trail gebaut hat, weiß, dass es sich dabei nicht nur um entspanntes Buddeln an der frischen Luft, begleitet von erfrischendem Vogelgezwitscher, handelt. Shapen ist ein Knochenjob, der einem einiges abverlangt. Nicht immer wird mit großem Gerät aufgefahren, oftmals erkennt man die wirklich guten Trails noch an gelungener, liebevoller Handarbeit. Das heißt ran an Hacke und Schaufel und dem Trail im Schneckentempo beim Wachsen zusehen. Trotzdem ist es für manche der Traumjob, den ganzen Tag an der frischen Luft, sich und seiner Inspiration freien Lauf zu lassen. Dass das Ganze am Ende dann auch funktioniert und sich durch ununterbrochenen Flow ein Grinsen auf den Gesichtern der Erstbefahrer breit macht, erfordert allerdings einiges an Planung und investiertem Hirnschmalz. Denn was man schnell einmal vergisst, ist die Theorie hinter dem Flow-Erleben. Hierzu gehören Gefälle, Kurven-Radien und Neigung genauso, wie die richtige Platzierung von Sprüngen und Wellen. Auch können etwaige Verhandlungen mit Grundbesitzern und Tourismusregionen in den Aufgabenbereich des Trail-Builders fallen.

Daniel Tulla wechselte aus dem Fahrerlager in die Shaper-Szene. Mit Mountainbike-Movement gründete er seine eigene Trailbaufirma:

“Der Hauptgrund warum wir alle Shaper geworden sind, ist wahrscheinlich die Liebe zum Mountainbiken und der gewisse Hang zur Perfektion, wenn es um den perfekten Trail geht. Das wichtigste als Trailbuilder ist meiner Meinung nach alle Wünsche des Auftraggebers und der teilnehmenden Parteien zu erfüllen, während man versucht sich selbst zu verwirklichen. Besonders gefällt mir das Arbeiten in der Natur und das ständige Improvisieren und Suchen nach funktionierenden Lösungen während des Baus. Besonders cool ist es dann natürlich den fertigen Trail zu sehen und die Reaktion der Kunden nach der ersten Befahrung abzuwarten.

Was man nicht vergessen darf ist, dass hinter dem Trailbau mehr steckt als cool im Wald zu stehen und fette Sprünge zu bauen.

Was man nicht vergessen darf ist, dass hinter dem Trailbau mehr steckt als cool im Wald zu stehen und fette Sprünge zu bauen. Es geht los mit Erstgesprächen mit TVB‘s und Bergbahnen, Geländebegehungen, sowie dem Ausstecken und Vermessen von Linien und dem Vorbereiten von Einreichverfahren. Erst dann kommt es zum eigentlichen Bau.

Als Trailbuilder braucht man guten Hausverstand, sollte gerne und viel arbeiten wollen und handwerklich geschickt sein. Der beste Weg wäre sicher in einem Bikepark mit großer Erfahrung zu starten, um zu lernen und sich weiter zu bilden.
Ich kam aus dem Downhillsport und bin dann über die Firma Trail Solutions zum Trailbau gekommen. Vor drei Jahren habe ich mich selbstständig gemacht. Als Aktiver waren mir gute Trails immer wichtig und so lag es auf der Hand selber einmal welche zu bauen.”

 

TrainerIn//

Jeder, der sich mit dem Thema Training schon einmal genauer auseinandergesetzt hat, oder gar den Versuch gewagt hat, sich selber zu trainieren, weiß wie komplex der Prozess einer gelungenen Trainingssteuerung sein kann. Oft vereinfacht durch das simple Modell der Überkompensation, scheint das Wechselspiel von Training und Erholung bzw. die Theorie des trainingswirksamen Reizes erstmal nicht allzu kompliziert zu sein. Verschiedene Trainingsinhalte, deren Qualität und Quantität in eine Trainingswoche, einen Block und schließlich in den ganzen Jahresverlauf zu verpacken, ist jedoch nicht mehr so einfach. Hier fängt die Arbeit an und hört so schnell auch nicht wieder auf. Als Hilfe die Form der SportlerInnen punktgenau auf Saisonhighlights hin zu timen, dienen Grundsätze, sowie neueste Erkenntnisse aus der Trainingswissenschaft. Dennoch kann man sich nie ganz sicher sein, wie der Körper auf gesetzte Reize reagiert. Umso schöner ist es dann aber wohl, wenn alles aufgeht und die eigenen SportlerInnen erfolgreich ihre Rennen bestreiten können.

Credis: Armin Kuestenbrück Ego Promotion

Einer der schon einige Jahre im Trainergeschäft hinter sich hat, ist Christoph Peprnicek, seines Zeichens Trainer des österreichischen MTB-Nationalteams:

“Den Trainerberuf macht für mich vor allem die Abwechslung aus, die er mit sich bringt. Meine AthletInnen zeigen mir jedes Jahr neue Problemfelder und Herangehensweisen auf. Darüber hinaus schätze ich es sehr, vorwiegend draußen arbeiten zu können.

Der klassische Weg zum Trainerdasein beginnt sicherlich bei der Instruktoren-Ausbildung, geht weiter über den Trainergrundkurs zum Spezialtrainer (Trainer Radsport) und endet mit der höchsten Trainerausbildung in Österreich, der Diplomtrainerausbildung. Ich begann an der heutigen BSPA (Bundesanstalt für Leibeserziehung) mit der Sportlehrerausbildung und absolvierte dort auch den Pfad bis zum Diplomtrainer. Zusätzlich studierte ich Sportwissenschaften und konnte das Studium im Wintersemester 2014 mit einem Master abschließen.

Der Alltag als TrainerIn beinhaltet sehr viel Kommunikation mit den AthletInnen, da sich im Trainingsprozess immer wieder Dinge verändern und auch verändern müssen.

Der Alltag als TrainerIn beinhaltet sehr viel Kommunikation mit den AthletInnen, da sich im Trainingsprozess immer wieder Dinge verändern und auch verändern müssen. Zu Beginn eines Trainingsjahres wird ein Grobkonzept erstellt. Wettkämpfe, Trainingslehrgänge, Leistungsdiagnostiken usw. werden geplant.
An diesen Eckpunkten orientiert sich danach die gesamte Detailplanung für die einzelnen Meso- und Mikrozyklen. Der Alltag umfasst dann natürlich die Durchführung von Trainingseinheiten, Tests im Labor und vor allem auch die Auswertung der Trainingsdaten.“

 

Guide//

Wer kennt das nicht? Ein guter Freund ist in der Stadt, hat zufällig auch noch sein Bike dabei und man bekommt die Chance, auf die man schon seit geraumer Zeit gewartet hat. Endlich kann man seine besten Trails präsentieren. Oft gibt es nichts Schöneres, als das Herzstück seines Trainingsreviers, in dem man selber schon so viel Spaß gehabt hat, anderen Menschen nahe zu bringen. Der Moment, wenn man sich am Ende des Spaßes beim Einbremsen dann entspannt umdrehen und einem dicken Grinser seines Begleiters entgegen lachen kann, hat wahrscheinlich schon vielen Freude bereitet. Ob so der normale Alltag als Bike-Guide aussieht? Dann wäre dieser Job wohl ziemlich cool. Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen und die coolsten Touren eines Bike-Gebietes tagtäglich abfahren, das klingt für manche wohl nach Traumjob. Dass dies auf Dauer auch langweilig werden könnte, liegt natürlich genauso auf der Hand, wie, dass man nicht jeden Tag die beste Gruppe erwischen kann. Nichts desto trotz sollte man das Leben eines Bike-Guides zumindest in Betracht ziehen.

Credits: Michael Pimmer

Peter (Schrotti) Schrottmayer ist Ausbildner bei BIKEPRO, der Vereinigung österreichischer Radführer:

“Im Guiden sehe ich die Möglichkeit Menschen meine Passion zu vermitteln und ihnen die schönen Seiten des Mountainbikens zu zeigen. Das Teilen von Erlebnissen und einfach der Bewegungs- und Naturgenuss ist es, was den Beruf als Bike-Guide ausmacht.

Im Guiden sehe ich die Möglichkeit Menschen meine Passion zu vermitteln und ihnen die schönen Seiten des Mountainbikens zu zeigen.

Um Guide zu werden besucht man am besten eine MTB-Guide, oder Freeride- und Bikeparkguide Ausbildung, oder man absolviert einen Instruktor für MTB- und Radtourenguiding über die BSPA.

Ich bin immer schon mit Freunden unterwegs gewesen und habe die Rolle des Guides übernommen. Durch meine ganzen Ausbildungen rutschte ich dann schnell auch beruflich in die Schiene.”

 

MechanikerIn//

Endlich Feierabend und etwas Zeit für dich und dein Bike. Doch kaum hast du dich auf das Rad geschwungen, macht sich wieder einmal die Bremse bemerkbar und zerstört durch nerviges Quitschen einen gelungenen Tagesausklang. Da bräuchte man – richtig, einen Mechaniker! Der kennt sich nicht nur mit Bremsen, sondern gleich mit dem gesamten Rad bestens aus und kann so ziemlich jedes Problem in Kürze beheben. Das macht ihn nicht nur zum beliebten Freund und Retter auf so mancher schon misslungen gedachten Tour, sondern auch zum unentbehrlichen Teil des Bike-Sports. Hast du eine Affinität für Technik und edles Handwerk? Dann ist dieser Job vielleicht genau das Richtige für dich. Allen voran die SchrauberInnen der großen Weltcup-Teams können ihr Hobby so richtig ausleben und immer mit dem neuesten Material hantieren. Aber auch die Stelle in der urbanen Radwerkstätte, die sich gleichzeitig auch als Cafe versteht, klingt alles andere als schlecht.

United in Cycling

Patrick Bischoff ist Mechaniker bei United in Cycling, einem Rad-Shop/Kaffee mit Werkstatt in der Seestadt in Wien:

“Das Fahrrad gehört für mich zu den größten Errungenschaften der Menschheit. Es ist mir eine Freude meinen Mitmenschen dabei behilflich zu sein, ein passendes und funktionierendes Bike lenken zu können. Am meisten liegt mir am Herzen, bei Kindern die Leidenschaft fürs Fahrrad fahren zu wecken. Ich liebe es, Sachen zu reparieren und mag es gar nicht, etwas wegzuschmeißen. Daher stört mich leider etwas die rasante Entwicklung der Radindustrie. Die große Anzahl an jährlich herauskommenden Produkten setzt oft auch neues Werkzeug voraus und ist eher auf Verschleiß als Langlebigkeit ausgelegt. Ich würde mir eine langsamere aber nachhaltigere Bewegung wünschen.

Bei mir war es sicher eine gewisse Veranlagung, die mich zum Radmechaniker machte. Ich habe immer schon gerne Sachen zerlegt, wieder zusammengebaut und repariert. Daraus hat sich ein gutes technisches Verständnis entwickelt, das ich zuerst als Maschinenschlosser nutzte. Aus dem Wunsch mehr mit Menschen zu arbeiten, begann ich nach meinem Studium als Sportwissenschaftler, mit Kindern als Trainer zu arbeiten. Den Traum vom eigenen kleinen Radgeschäft hatte ich allerdings schon lange und es ergab sich dann relativ spontan, dass ich mit einem Studienkollegen und seiner Frau mit unserem Konzept Shop/Werkstatt – Kaffee/Kuchen – Kurse/Touren ein kleines Geschäft eröffnete.

Pronto-Geschichten, wie einen Patschen flicken, oder eine Schaltung einstellen, werden zwischendurch erledigt.

Mein üblicher Arbeitsalltag besteht aus Reparaturen und Servicearbeiten. Pronto-Geschichten, wie einen Patschen flicken, oder eine Schaltung einstellen, werden zwischendurch erledigt. Neben dem Verkauf von kleineren Komponenten wie Sätteln und Griffen, kommen auch ständig neue Lieferungen rein, die angelegt, etikettiert und einsortiert werden müssen. Das erfordert natürlich auch laufend Bestellungen, die mit zugehöriger Recherchearbeit einhergehen. Da Sauberkeit und Ordnung das A und O für eine funktionierende Radwerkstatt ist, heißt es am Ende eines Arbeitstages noch brav alles an seinen Platz zurück räumen.”

 

Bike-FotografIn//

Only Racing for the Pics! Das könnte wohl der Leitspruch eines stilbewussten Hobby-Racers sein. Aber auch die Profi-Biker freuen sich wohl über coole Shots, die sie so richtig aus den Bike-Schuhen hauen. Doch Action geladene Pics zu bekommen, ist gar nicht so einfach, wehrt sich unser Sport manchmal doch recht erfolgreich dagegen, auch als Standbild eine gute Figur zu machen. Damit dies gelingt, müssen FotografInnen nicht nur ihr Arbeitsgerät verstehen und alle möglichen Techniken beherrschen, sondern diese auch im richtigen Moment an die örtlichen Bedingungen anpassen können. Was dazu nicht fehlen darf, ist das Verständnis für den Sport, nicht umsonst sitzen viele gute Fotografen selber auf dem Bike. Du bist kreativ und hast schon immer auf eine Möglichkeit gewartet, deine Leidenschaft für das Rad fahren festzuhalten? Dann ist der Job als Bike-FotografIn vielleicht genau das Richtige für dich. Das Handwerk lernst du auf einer grafischen Hochschule, aber vor allem beim Biken gibt es einige Quereinsteiger.

Credits: Irmo Keizer

Lyn Siegel, fotografiert seit 3 Jahren für EGO-Promotion weltweit die schnellsten XCO-AthletInnen:

“Was mich an meinem Job begeistert, ist die Vielseitigkeit des Fotografierens: Von Portraits und Details, die die Anspannung der Fahrer zeigen, über krasse Actionshots bekommt man an einem Rennwochenende die ganze Palette an Motiven. Die Herausforderung besteht darin, geniale Bilder abzuliefern, auch bei Nebel und strömendem Regen, oder im dunkelsten Nadelwald und das unter Zeitdruck. Jedes Rennen ist anders! Andere Bedingungen, andere Strecke und somit immer eine neue Herausforderung. Aber genau darin liegt für mich auch der Reiz.

Die Herausforderung besteht darin, geniale Bilder abzuliefern, auch bei Nebel und strömendem Regen, oder im dunkelsten Nadelwald und das unter Zeitdruck.

Einen klassischen Weg zum Bike Fotografen gibt es eigentlich nicht. Viele in der Szene sind Autodidakten und kommen aus einer anderen Branche. Was aber alle verbindet, ist die Liebe zum Bikesport. Ich komme aus einer Mountainbike verrückten Familie und war deshalb schon früh bei Cross Country Rennen dabei. Während ich in der Schulzeit noch bei Erhard Goller, einem freien MTB Journalisten und Blogger von acrossthecountry.net mitgearbeitet habe, bin ich seit drei Jahren weltweit für Ego- Promotion auf XCO Events unterwegs.

Unser Arbeitswochenende beginnt meist einen Tag vor den Rennen, wo wir anreisen, die Strecke gegen die Fahrtrichtung ablaufen und uns die besten Spots heraussuchen. Am Renntag selber ist man dann in der Regel den ganzen Tag an der Strecke. Bleibt Zeit zwischen den Rennen, dann werden die Bilder schon eingelesen und der Selektionsprozess beginnt. Nach den Wettkämpfen folgt dann eine lange Nacht, denn die Kunden möchten natürlich so schnell wie möglich ihre Bilder haben.”

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