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**Rote Zone “Single Trail”// EIne Crash Statistik

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**PREMIUM CONTENT// Biken boomt, der Platz auf den Trails wird enger: Unfälle sind da vorprogrammiert. Wer sich dabei wie, wo, wann und warum verletzt weiß die Statistik. Wir geben einen kleinen Überblick. 

Eins vorweg: Niemand steht im Wald und zählt mit, wie oft sich ein Biker oder eine Bikerin vom Weg verabschiedet. Eine Statistik über Stürze und Sturzverletzungen beim Mountainbiken kann daher nur auf Fälle zurückgreifen, die von der Alpinpolizei dokumentiert sind – wenn also der Betroffene oder ein Mitfahrer einen Notruf abgesetzt hat. Abgebildet wird hier daher nur die Spitze des Eisbergs. Aber schon die lässt interessante Rückschlüsse ziehen. 

Starker Anstieg an Verletzten

So steigt die Zahl der Verletzten auf den heimischen Trails seit Jahren deutlich an. Im Zeitraum von November 2017 bis Oktober 2018 (aktuellere Zahlen lagen zum Redaktionsschluss noch nicht vor) hat das Österreichische Kuratorium für alpine Sicherheit 686 verletzte Personen registriert. 2013 waren es noch 349, also knapp die Hälfte gewesen, 2009 gar nur 208.  

Nun haben die Österreicherinnen und Österreicher freilich das Radfahren nicht verlernt – auch wenn ihre Skills für manche Expertinnen und Experten sicher ausbaufähig sind (siehe Beitrag unten). Der rasante Anstieg in der Verletztenstatistik ist eher eine Folge des Bikebooms der vergangenen Jahre. Zur Einordnung: 588 Millionen Euro Umsatz wurden 2018 mit Fahrrädern erzielt – das bedeutete eine Steigerung um ein Drittel gegenüber dem Vorjahr. Und vor allem E-Bikes treiben die Menschen in die Berge. Nicht im gleichen Ausmaß gewachsen ist zum Glück die Zahl der Todesfälle. Im genannten Zeitraum 2017/18 waren es neun. Das ist zwar der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre, aber in der Kurve lässt sich kein eindeutiger Trend ablesen. 

Männer stärker gefährdet

Was jedoch deutlich zu erkennen ist: Unter den Verletzten befinden sich wesentlich mehr Männer als Frauen. Nur einer von fünf Unfällen betrifft eine Frau. Auch wenn der Männeranteil am Bike immer noch etwas höher sein dürfte – gänzlich erklären lässt sich dieser Überhang bei den Verletzten dadurch nicht. Vor allem, wenn man nochmal einen Blick auf die Todesfälle wirft. 54 Personen starben seit 2008 hierzulande bei Unfällen mit dem Mountainbike. Darunter war keine einzige Frau. Höhere Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung spielen hier eine signifikante Rolle – aber auch die höhere Anfälligkeit von Männern für Herzinfarkte. Herz-Kreislaufstörungen machten die Ursache für jeden zweiten tödlichen Unfall aus – nur jeder sechste Todesfall war durch einen Sturz bedingt. 

Anders bei Verletzungen. Beinahe neun von zehn davon haben Stürze zur Ursache. Für die eigene Fahrpraxis ganz besonders relevant: 86 Prozent verletzten sich auf der Abfahrt, nur vier Prozent im Aufstieg. Das passt auch zu den Zahlen der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie, deren Ärzte regelmäßig in Mitleidenschaft gezogene Biker am OP-Tisch haben: Knapp drei Viertel aller Mountainbike-Verletzungen passieren bei einem Sturz nach vorne, ein Viertel bei einem klassischen Umfaller zur Seite und nicht ganz zwei Prozent steigen unsanft nach hinten ab. 

Eine Annahme widerlegen die Statistiken jedenfalls: Dass es jugendlicher Leichtsinn ist, der zu Unfällen führt. Tatsächlich waren im letzten Jahr die 31-40-Jährigen die größte Risikogruppe – auf zehn Jahre gerechnet hält sich die Unfallrate bei den 20-50-Jährigen die Waage. 

Quellen: Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit, Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie, Verband der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs

Text: Michael Windisch / Titelbild: Fotolia

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