**PREMIUM CONTENT// Die Bike-Crackz und ihre „Rad freie“ Zeit: Die paar Tage im Jahr an denen das Rad einmal nicht an erster Stelle steht, bringen Abwechslung, Erholung und die eine oder andere ungewohnte Freiheit, wenn es um die Gestaltung des eigenen Tagesablaufes geht. Um deine Überlegungen zu dieser Zeit mit ein paar Ideen zu würzen, haben wir uns Gedanken zum Thema Off-Season gemacht und Österreichs Besten ein paar Tipps entlockt, damit du deine Saisonpause optimal gestalten kannst.
Warum eigentlich Saisonpause?
Auch, wenn wir uns am liebsten auf zwei Rädern fortbewegen und gerne kräftig in die Pedale treten, um unsere Ziele zu erreichen oder einfach schneller zum nächsten Trail-Einstieg zu kommen, ist es im Herbst einmal an der Zeit das Rad hintenanzustellen. Geboren ist die Idee der Off-Season. Ab in den Keller mit dem Gaul, weg mit dem strikten Trainingsplan und mit voller Kraft in Richtung Regeneration und wichtiger Erholung für Körper und Geist. Auch der zielstrebigste Leistungssportler profitiert ab und zu davon etwas Abstand vom Sportler-Dasein zu bekommen und einfach einmal abzuschalten.
“Früher hab ich nur faul rumgelegen, um den Körper so richtig runterzufahren. Jetzt mit Nachwuchs ist das schon etwas anders.” (Alban Lakata)
Geschundenem Körper wertvolle Erholung gönnen:
Frei nach dem Motto „Fortschritt braucht Rückschritt“ ist es für eine langfristige Leistungsentwicklung manchmal nötig eine Pause einzulegen. Dabei geht es nicht nur um die Regeneration auf zellulärer Ebene und die Wiederherstellung der Skelettmuskulatur, wo es beispielsweise zum Neuaufbau von Mitochondrien und Enzymen kommt. Auch andere beanspruchte Teile unseres Körpers, wie unser Sehnen- und Bandapparat freuen sich über eine längere trainingsfreie Zeit, um überbeanspruchte Strukturen zu reparieren. Aber auch unser Zentralnervensystem oder Hormonhaushalt profitiert und kann etwaige Übertrainings-Zustände wieder ausgleichen. Dies geht manchmal sogar soweit, dass bei ersten Leistungstests zur Evaluation des Ist-Zustandes am Beginn eines Trainingsjahres Bestwerte der vergangenen Saison eingestellt werden. Sprich etwaige Überbeanspruchung oder angestaute Ermüdung äußern sich erst nach einer vollen Pause in verbesserter Form.
Pause für den Kopf:
Bedeutender ist die trainingsfreie Zeit aber meist für unsere mentale Fitness. Auch, wenn man sich gerne Tag für Tag für seine Ziele quält, kann dies früher oder später Monotonie und Langeweile bedeuten. Bevor sich ein Lagerkoller im täglichen Training bemerkbar macht, heißt es natürlich unmittelbare Konsequenzen zu setzen. Einmal den Reset-Knopf zu drücken, dafür ist dann aber das Saisonende da. Ein paar Wochen ohne Rad bringen Abwechslung und lassen uns mit wiedererlangtem Hunger nach Verbesserung zurück in den Sattel schwingen. Die Pause kann Belohnungen für eine lange Saison beinhalten, Tätigkeiten, für die sonst die Zeit fehlt, in den Vordergrund stellen, oder einfach das Meiden von Anstrengung in jeglichem Sinne bedeuten. Was einem am besten frischen Wind für eine weitere Aufbauperiode und die Lust aufs Treten zurückbringt, muss jeder für sich (selber) herausfinden und weiß wahrscheinlich auch jeder am besten selbst. Ein paar Denkanstöße für dich haben wir uns trotzdem ausgedacht.
“Netflix, Enduro und viel Kaffee, später vielleicht Wein!” (Max Foidl)
Fluch und Segen zugleich?
Für die richtig Motivierten von uns, kann eine „Rad freie“ Zeit sogar mehr Zwang als erstmalige Erleichterung bedeuten. Wer sehr viel Zeit auf dem Bike verbringt, kann sich erst einmal runter vom Sattel, schnell mit aufkeimender Langeweile konfrontiert sehen. Versuche die Off-Season mehr als Chance als „Form von Hausarrest“ zu sehen und nütze die Zeit einmal für etwas ganz Neues.
“Erlaubt ist, was gefällt. Ich bin generell ein sportlicher Mensch. Ein No Go wäre also Nichtstun.” (Laura Stigger)
Mehr Stress als Erholung?
Anders herum kann Pause auch schnell stressiger werden, als man sich denken könnte. Mehrere To-Do´s über die Saison aufzusparen und in die Off-Season zu stopfen, kann sie schneller vergehen lassen, als man denkt und am Ende nicht so erholsam ausfallen lassen, wie das vielleicht notwendig gewesen wäre. Lasse deine ruhige Zeit also nicht zur stressigsten des Jahres werden und entwickle ein Gefühl dafür, wie viel Action dir guttut.
“Ich würde nicht sagen, dass man auf etwas Bestimmtes verzichten müsste.” (Karl Markt)
Zwang ade!
Vor allem für den Kopf ist sie nach einem langen Bike-Jahr Balsam auf der Seele. Aber nur, wenn sich die mit Leistungssport verbundenen Zwänge nicht auch in der Off-Season fortsetzen, bringt diese auch wirklich Erholung. Ade also dem vermeintlichen Muss an Nichtstuerei, oder dem Verbot jeglicher sportlicher Betätigung. Keine Maßregelung dem Süßen gegenüber, aber auch kein Zwang nur ungesund Essen zu müssen. Lasse die Pause nicht zu einem undurchsichtigen Netz aus Verboten und Regeln werden, sondern es dir einmal so richtig gut gehen. Jetzt ist das spontane Verlangen am Vorzug und an der Reihe den Alltag zu regeln!
“Der Unterschied zum Rest des Jahres liegt darin nichts zu müssen und alles tun zu können.” (Christina Kollmann-Forstner)
Aus die Beine, an der Kopf!
Wer kennt es nicht, müde vom Trainings- und Rennalltag, lässt es sich so richtig gut abschalten und den Kopf erst einmal ausknipsen. Um die ansonsten ans Training gekoppelte Energie nun nicht für Gedanken an eben dieses zu veranschlagen, kann es nur Sinn machen unseren Grips auf die Sprünge zu helfen und einmal Überlegungen über etwas anderes anzustellen. Auf also zur Uni, oder ins nächste Buchgeschäft und sonst ist jetzt die Zeit Hobbys nachzugehen, bei denen es sich so richtig entspannen lässt. Ist es uns gelungen das Rad fahren einmal aus unserer Gedankenumlaufbahn zu schießen, können wir die letzten Tage unserer Pause ruhig wieder zum Grübeln verwenden, um den perfekten Plan für die kommende Saison auszuarbeiten.
Genug Empfehlungen von unserer Seite. Lassen wir die Profis ans Wort kommen!
Die Unterschiede in den Leben von Bike-Pros verlaufen sich über die Dauer einer Wettkampfsaison. Die Rolle eines Spitzensportlers ist in dieser Zeit an klare Vorgaben und Rollenerwartungen geknüpft. Anders schaut dies in der Off-Season aus, der kurzen „Rad freien“ Zeit des Jahres, wo Verpflichtungen und Zwänge einmal beiseitegelegt und alternative Tätigkeiten zum Radsport gesucht werden. Wir haben uns gefragt, welche unterschiedlichen Ideen die österreichischen Bike-Pros für diese Zeit des Jahres haben und sie zu ihrer Off-Season befragt.
Christina Kollmann-Forstner//
“Ich starte meist ziemlich früh in meine Off-Season. Da die WM heuer spät war und ich meinen Fokus zu 150% auf diesen einen Tag gelegt habe, war ich nachher echt müde und ausgelaugt. Somit habe ich mich entschieden schon Ende September in die Pause zu gehen. Die gestaltet sich bei mir in etwa so: Ich mache meist 2-3 Wochen komplett ohne Rad, wo ich generell recht wenig aktiv bin. Etwas laufen und Berg gehen oder einmal pro Woche lockeres Krafttraining und das wars. Der Unterschied zum Rest des Jahres liegt darin nichts zu müssen und alles tun zu können. Das bedeutet dann faulenzen, Freunde treffen oder einfach nur chillen. Meist schlafe ich dann etwas länger, lasse ein ausführliches Frühstück folgen und mache über den Tag Sachen, wofür ich sonst keine Zeit habe. Also shoppen gehen, auf der Terrasse liegen, Familie besuchen usw.”
Party oder Urlaub?
Nach der Silbermedaille heuer war eher Party angesagt. Urlaub gab es dann in Form eines Wellness-Weekends.
Bikeverbot oder ausgedehnte Herbsttouren?
Eher Bikeverzicht. Bin auch einmal ganz froh die Laufschuhe zu schnüren.
No Go:Stress!
To Do: Alles was im Sommer zu kurz kommt.
Mein Tipp für die Saisonpause:
Einfach genießen. Keine Gedanken ans Training oder Rennen verschwenden. Batterien aufladen. Erst wieder mit dem Training starten, wenn man sich körperlich und auch vom Kopf her wieder bereit fühlt.
Alban Lakata//
“Im Idealfall geht es bei mir in der Off-Season Richtung Urlaub und ab in den warmen Süden. Mindestens eine Woche bis 10 Tage. Dort wird kein Sport betrieben und auch nicht wirklich auf die Ernährung geachtet. Früher hab ich nur faul rumgelegen um den Körper so richtig runterzufahren. Jetzt mit Nachwuchs ist das schon etwas anders. Nun versuche ich mehr Zeit mit dem Kleinen zu verbringen. Also fast ein Aktivurlaub.”
Party oder Urlaub?
Wie gesagt, Urlaub! Party machen wir beim letzten Rennen der Saison. Das ist meistens beim Roc d’Azur.
Bikeverbot oder ausgedehnte Herbsttouren?
Meine Pause beträgt in der Regel 3 Wochen. In dieser Zeit versuche ich auf keinem Bike zu sitzen.
No Go: Radtraining
To Do: Arbeiten am Haus
Mein Tipp für die Off-Season:
Es sich einmal im Jahr so richtig gut gehen lassen!
Max Foidl//
“Bei mir heißt es in der Off-Season: Erst einmal ausschlafen – wobei ich lügen müsste, wenn ich sage, dass ich das während der Saison nicht mache. Dann gibt’s Frühstück, bevorzugt mit viel Kaffee und hin und wieder im Café. Der größte Unterschied zur Saison kommt spätestens jetzt – kein Training. Ein schneller Stundenplan-Check und wenn etwas Spannendes dabei ist oder Anwesenheitspflicht besteht auf zur Uni. Hier versuche ich im Herbst so viel wie möglich zu erledigen. Einerseits um im Studium weiterzukommen, aber auch weil es ein schöner Kontrast zum Alltag als Leistungssportler ist. Letztes Jahr hätte ich danach noch mein Enduro Bike ausgeführt, meistens in Begleitung und mit breitem Grinsen sowieso. Weil meine Saison dieses Jahr länger gedauert hat, werde ich das auf November verschieben. Also Netflix statt Enduro und nochmal Kaffee, später dann vielleicht Wein.”
Party oder Urlaub?
Schwierige Frage. Ich habe mir heuer im Sommer mal gedacht, dass ich nach der Saison dringend Urlaub brauche, irgendwo nur mit Badehose und Sonnenbrille. Nach dem letzten Rennen hatte ich dann aber die Schnauze voll vom Fliegen/Autofahren. Also war es heuer einfach mal zu Hause entspannen und nachdem ich in der Stadt wohne, gibt’s da natürlich auch die eine oder andere Party. Letztes Jahr haben wir nach der WM noch zwei Wochen in Australien verlängert, das würde ich auf jeden Fall wieder machen! Also, wenn ich entscheiden müsste: Urlaub.
Bikeverbot oder ausgedehnte Herbsttouren?
Bikeverbot würde ich nicht sagen, aber ausgedehnte Herbsttouren nur, wenn ich wirklich Lust habe. Da kommt dann wieder das Enduro Bike ins Spiel – das Ding macht einfach mega viel Spaß!
No Go: Jegliche Sensoren wie Leistungs- oder Pulsmesser am Rad oder Körper.
To Do: (Be)trinken und genießen.
Mein Tipp für die Saison Pause:
Lang genug pausieren. Wer zehn oder elf Monate im Jahr seinem Körper alles abverlangt, der hat eine Pause nicht nur verdient, sondern auch dringend nötig. Zumindest geht’s mir da so und nach einer längeren Pause bin ich umso motivierter für das Wintertraining.
Karl Markt//
“Nach dem letzten Rennen des Jahres folgt bei mir wie immer der Urlaub. Ungefähr Anfang November beginne ich dann wieder mit dem Training für die neue Saison. Heuer waren das in etwa drei Wochen Pause und diese genieße ich in vollen Zügen. Damit meine ich gut essen und trinken und die Zeit für Aktivitäten nützen, für die ich sonst keine Zeit habe. Mein Tagesablauf ist dem während der Saison trotzdem sehr ähnlich, nur ohne Training oder mit weniger.”
Party oder Urlaub?
Urlaub!
Bikeverbot oder ausgedehnte Herbsttouren?
Eine Woche gibt es mal ohne Bike, dann aber schon wieder schöne Herbsttouren.
No Go: Ich würde nicht sagen, dass man auf etwas Bestimmtes verzichten müsste.
To Do: Die Hometrails der Bike Republic Sölden shredden.
Laura Stigger//
“Heuer habe ich mich zunächst über einen Fallschirmsprung mit den Red Bull Skydiveren und einen Empfang in meiner Heimatgemeinde gefreut. Jetzt stehen noch die Saison abschließenden leistungsdiagnostischen Tests auf dem Programm. Ansonsten kehrt wieder der normale Alltag ein, der vor allem von der Schule geprägt wird. Das bedeutet um 6 Uhr in der Früh raus aus den Federn, per Bahn nach Innsbruck und dann Unterricht. Manchmal auch in Verbindung mit Frühsport, da ich ja das Sport-Borg besuche. Hier muss ich mich jetzt gehörig ins Zeug legen, da ich durch die Olympischen Jugendspiele in Buenos Aires ja erst verspätet in das Schuljahr eingestiegen bin. Den Stoff gilt es natürlich nachzuholen.

Das Training nimmt jetzt vorübergehend etwas weniger Zeit in Anspruch. Dennoch habe ich die nächste Saison schon wieder im Fokus und bei entsprechender Schneelage werde ich bald wieder Langlaufen oder Skitouren gehen, bzw. das Fitnessstudio besuchen.”
Party oder Urlaub?
Weder noch! Wie schon erwähnt gilt es bei mir noch die Schulbank zu drücken und die Vorbereitungen auf das nächste Jahr starten schon bald.
Bikeverbot oder ausgedehnte Herbsttouren?
Bikeverbot generell gibt es nicht. Wenn die Witterung es zulässt, schwinge ich mich natürlich gerne auf das Rad. Ganz so ausgedehnt werden die Touren vorerst aber nicht ausfallen. Jetzt heißt es einmal regenerieren.
No Go: Erlaubt ist, was gefällt. Ich bin generell ein sportlicher Mensch. Ein No Go wäre also Nichtstun.
To Do: Immer schön am Ball bleiben!
Mein Tipp für die Saisonpause:
Mental gut abschalten, regenerieren und dann wieder in die Vorbereitung für die nächste Saison starten – Olm Volle!





